ROUNDUP: Impfhoffnung beflügelt ZEW-Konjunkturerwartungen

MANNHEIM - Die Hoffnung auf bald verfügbare Corona-Impfstoffe hat die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten im Dezember deutlich aufgehellt. Das Stimmungsbarometer des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 16,0 Punkte auf 55,0 Zähler, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Analysten hatten mit einem Anstieg gerechnet, allerdings nur auf im Schnitt 46,0 Punkte.

ROUNDUP 2/Vor dem letzten Brexit-Kraftakt: Kann Johnson das Ruder herumreißen?

LONDON - Im Gezerre um einen Brexit-Handelspakt bemühen sich Großbritannien und die EU trotz massiven Zeitdrucks um vorsichtigen Optimismus. "Ich bin immer hoffnungsvoll", sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Dienstag in London. "Ich bin sehr hoffnungsvoll, aber ich muss ehrlich mit Ihnen sein: Ich denke, die Situation ist im Moment sehr knifflig." Auch die Europäische Union bekräftigte ihr Interesse an einer Einigung mit dem ehemaligen Mitgliedsland. Viel Zeit dafür bleibt bis zum 31. Dezember nicht.

Polen will in Streit um EU-Haushaltsstreit hart bleiben

WARSCHAU/BRÜSSEL - Im Streit um die Blockade des EU-Haushalts durch Polen und Ungarn zeichnet sich keine schnelle Lösung ab. Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki machte am Dienstag in Warschau deutlich, dass es beim EU-Gipfel an diesem Donnerstag und Freitag möglicherweise noch keine Einigung gibt. Polen bereite sich darauf vor, dass es lange Monate mit Gesprächen und Verhandlungen geben könne. "Es gibt bestimmte Grundsatzfragen, von denen wir uns nicht wegbewegen und nicht zurücktreten", sagte er.

USA: Produktivität steigt weniger als erwartet

WASHINGTON - Die Produktivität der US-Wirtschaft ist im dritten Quartal schwächer gestiegen als zunächst ermittelt. Das Verhältnis von Produktion und Arbeitszeit erhöhte sich auf das Jahr hochgerechnet um 4,6 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Dienstag in Washington laut einer zweiten Schätzung mitteilte. Analysten hatten im Schnitt eine Bestätigung der Erstschätzung von 4,9 Prozent erwartet. Im zweiten Quartal war die Produktivität noch um 10,6 Prozent gestiegen.

ROUNDUP 2: EU-Staaten einigen sich auf Maut-Regeln für Lastwagen ab 3,5 Tonnen

BERLIN - Die EU-Staaten haben sich mehrheitlich auf neue Maut-Regeln für Lastwagen in der EU geeinigt. Einzig Österreich lehnte bei öffentlichen Beratungen der Verkehrsminister am Dienstag einen Vorschlag der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ab. Demnach soll es mittelfristig in allen EU-Staaten, in denen es bereits Gebührensysteme für Lkw gibt, eine verpflichtende Gebührenerhebung für Lastwagen über 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht geben. Die Länder sollen jedoch selbst entscheiden können, ob sie ein strecken- oder zeitbezogenes Mautsystem einführen, wie das Bundesverkehrsministerium mitteilte.

ROUNDUP 2: Scholz verteidigt Etat 2021 - Kritik an hoher Verschuldung

BERLIN - Bei den abschließenden Beratungen zum Bundeshaushalt hat die große Koalition ihre Schuldenpläne für das kommende Jahr verteidigt. Der Bund habe die Verantwortung, die Gesundheit der Bürger zu schützen und das Land zugleich wirtschaftlich und sozial aus der Krise zu führen, sagte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) am Dienstag im Bundestag. "Wir haben diesen Weg eingeschlagen und werden ihn auch fortführen", kündigte er an. Unionsfraktionsvize Andreas Jung betonte, die geplanten hohen Schulden würden nicht leichtfertig aufgenommen, sondern weil Menschenleben, Gesundheit und Zusammenleben gefährdet seien. "Weil es unser Land ins Mark trifft." Die Opposition kritisierte dabei allerdings falsche Schwerpunkte.

Großbritannien schließt Handelspakt mit Kenia - nun 55 Verträge

LONDON - Als Reaktion auf den Brexit hat Großbritannien inzwischen Handelsverträge mit mehr als 50 Staaten außerhalb der Europäischen Union geschlossen. Als jüngste Vereinbarung gab die Regierung in London am Dienstag einen Handelspakt mit Kenia bekannt. Das Handelsvolumen mit dem ostafrikanischen Staat lag im vergangenen Jahr bei umgerechnet etwa 1,5 Milliarden Euro. Wichtigste Importe aus der früheren Kolonie sind Tee, Kaffee, Gewürze, Gemüse und Schnittblumen.

Drittes Quartal: So wenige Arbeitsstunden wie nie

NÜRNBERG - Die Arbeitnehmer in Deutschland haben im dritten Quartal dieses Jahres so wenig gearbeitet wie noch nie in einem vergleichbaren Zeitraum eines Jahres. Zwischen Anfang Juli und Ende September 2020 kamen nach Erkenntnissen des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung im Durchschnitt 344,9 Arbeitsstunden pro Arbeitnehmer zusammen. Das sind 2,6 Prozent weniger als im gleichen Quartal des Vorjahres, wie das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag bekanntgab.

IW-Prognose: Deutsche Wirtschaft erreicht Ende 2021 Vorkrisenniveau

KÖLN - Die Konjunktur in Deutschland wird sich nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Ende kommenden Jahres von der Corona-Krise erholt haben. Für 2021 rechnet das arbeitgebernahe Institut mit einem Wirtschaftswachstum von 4 Prozent, nach einem Minus von 5,25 Prozent in diesem Jahr. Voraussetzung sei aber, dass die Impf-Offensive gelingt und Konsumenten und Investoren Zuversicht gewinnen, betonte das IW in seiner am Dienstag veröffentlichten Prognose.

Eurozone erholt sich nicht ganz so stark von Corona-Einbruch

LUXEMBURG - Die Wirtschaft der Eurozone hat sich im Sommer geringfügig schwächer von dem schweren Corona-Einbruch im Frühjahr erholt als bisher bekannt. Die Wirtschaftsleistung (BIP) lag im dritten Quartal 12,5 Prozent höher als im Vorquartal, wie das Statistikamt Eurostat am Dienstag in Luxemburg nach einer dritten Schätzung mitteilte. Eine vorherige Berechnung hatte einen Zuwachs von 12,6 Prozent ergeben.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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