USA bringen weitere Strafmaßnahmen gegen Russland auf den Weg

WASHINGTON - Die US-Regierung will wegen des Ukraine-Krieges in Abstimmung mit westlichen Partnern weitere Strafmaßnahmen gegen Russland in Gang setzen. US-Präsident Joe Biden kündigte am Freitag in Washington an, er wolle unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Kongress die normalen Handelsbeziehungen zu Russland aussetzen. Das würde den Weg für höhere Zölle auf russische Waren freimachen.

USA: Inflation drückt Michigan-Konsumklima auf tiefsten Stand seit 2011

MICHIGAN - Die hohe Inflation belastet die Stimmung der US-Verbraucher immer stärker. Der Krieg in der Ukraine hat die Inflationsängste noch verschärft. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima fiel im März zum Vormonat um 3,1 Punkte auf 59,7 Zähler, wie die Universität am Freitag nach einer ersten Umfragerunde mitteilte. Es ist der niedrigste Wert seit Herbst 2011. Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 61,0 Punkte gerechnet.

Ifo-Institut senkt Wachstumsprognose auf drei Prozent

MÜNCHEN - Das Ifo-Institut senkt seine Konjunkturprognose wegen des Ukraine-Kriegs erneut. "Wir rechnen für dieses Jahr aber immer noch mit einem Wachstum von etwa drei Prozent", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser am Freitag dem Nachrichtenportal "t-online".

ROUNDUP: EU will weitere Waffenlieferungen an die Ukraine finanzieren

VERSAILLES - Die EU will weitere 500 Millionen Euro für die Lieferung von Waffen und Ausrüstung an die ukrainischen Streitkräfte zur Verfügung stellen. Das kündigte EU-Ratschef Charles Michel am Freitag nach Beratungen der Staats- und Regierungschefs im französischen Versailles an.

ROUNDUP 2: Habeck und Günther einig über LNG-Terminal und Windkraft-Ausbau

KIEL - Der Bund und Schleswig-Holstein wollen den Bau eines LNG-Terminals in Brunsbüttel für verflüssigtes Erdgas und Wasserstoff so schnell wie möglich vorantreiben. Darauf verständigten sich Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Freitag in Kiel. Der Bau müsse maximal beschleunigt werden, sagte Günther. Normalerweise brauche man für ein solches Terminal fünf bis fünfeinhalb Jahre, sagte Habeck. "Es muss schneller gehen."

Scholz bleibt bei Nein zum Importstopp für russisches Gas

VERSAILLES - Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hält an seinem Nein zu einem Importstopp für russische Energie fest. "Es ist eine bewusste, begründete und nachvollziehbare Entscheidung, dass wir jedenfalls von unserer Seite aus die Importe, die wir heute im Bereich der Energie haben in Europa, nicht einstellen werden", sagte Scholz am Freitag nach dem EU-Gipfel in Versailles. Die Regierungschefs der EU-Staaten seien sich hier auch sehr einig. Europa sei viel stärker auf Energieimporte angewiesen als etwa die USA und Kanada, die daher einfacher mit der Situation umgehen könnten. "Was sie machen, das wissen sie, kann Europa nicht in gleicher Weise unternehmen."

ROUNDUP: EU macht Ukraine keine Hoffnung auf schnelle Aufnahme

VERSAILLES - Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten haben den Hoffnungen der Ukraine auf einen raschen Beitritt zur Europäischen Union einen deutlichen Dämpfer verpasst. In der Erklärung des EU-Gipfels in Versailles vom frühen Freitagmorgen heißt es zwar: "Die Ukraine gehört zu unserer europäischen Familie." Konkrete Zusagen an Kiew mit Blick auf einen schnellen EU-Beitritt wurden jedoch auch nach den rund achtstündigen Gipfel-Beratungen nicht gemacht.

ROUNDUP 4: Industrie warnt vor dramatischen Folgen bei Öl- und Gas-Importstopp

BERLIN - Mit Blick auf schon spürbare Beeinträchtigungen der deutschen Wirtschaft haben Wirtschaftsverbände vor den Folgen weiterer Sanktionen gegen Russland gewarnt - möglich wäre etwa ein Embargo für Öl oder Gas. "In der deutschen Wirtschaft gibt es eine breite Zustimmung für die harten Sanktionen. Denn Krieg ist keine Basis für Geschäfte", sagte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) der "Rheinischen Post" (Freitag). Die bisherigen Sanktionen begännen Schritt für Schritt zu wirken. Auch die Metall- und die Chemieindustrie warnten vor den Kosten eines Importstopps für Energie aus Russland.

Kreml: Bedingungen für mögliche Staatspleite nicht vorhanden

MOSKAU - Russland sieht keine Gefahr einer Staatspleite infolge der Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs. Die Finanzbehörden hätten versichert, dass die Mittel für die Zahlung aller Auslandsschulden in Rubel bereitstehen und verfügbar seien, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Tass zufolge am Freitag. Insofern seien die Bedingungen für eine Staatspleite nicht vorhanden - es sei denn, sie würden "künstlich geschaffen", meinte er.

ROUNDUP/Verhandlungspause: Ukraine-Krieg behindert Atomgespräche mit Iran

WIEN - Die Verhandlungen zur Rettung des Atomabkommens mit dem Iran sind nach neuen Forderungen Russlands kurz vor der Ziellinie unterbrochen worden. "Eine Pause in den Wiener Gesprächen ist wegen externer Faktoren notwendig", schrieb der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Freitag auf Twitter. Eine Einigung sei im Wesentlichen bereits ausgearbeitet und liege auf dem Tisch.

Deutschland: Inflation steigt wieder über die Marke von fünf Prozent

WIESBADEN - Ein erneuter Energiepreissprung hat die Inflation in Deutschland im Februar wieder die Marke von fünf Prozent getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber Februar 2021 um 5,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit eine erste Schätzung. Im Januar 2022 hatte die jährliche Teuerungsrate bei 4,9 und im Dezember 2021 bei 5,3 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im Februar um 0,9 Prozent.

Britische Wirtschaft wächst zu Jahresbeginn deutlich

LONDON - Die britische Wirtschaft ist zu Jahresbeginn deutlich gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Januar gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent, wie das nationale Statistikamt ONS am Freitag in London mitteilte. Analysten hatten dagegen im Schnitt mit einer Entwicklung leicht über Stagnation gerechnet. Der Anstieg folgt auf einen Rückgang um 0,2 Prozent im Dezember.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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