ROUNDUP: ZEW-Konjunkturerwartungen auf höchstem Stand seit über 21 Jahren

MANNHEIM - Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Mai viel stärker als erwartet aufgehellt und den höchsten Wert seit mehr als 21 Jahren erreicht. Das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW stieg gegenüber dem Vormonat um 13,7 Punkte auf 84,4 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Die befragten Experten "rechnen mit einem deutlichen Wirtschaftsaufschwung in den nächsten sechs Monaten", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach das Ergebnis einer Umfrage unter 188 Analysten und institutionellen Anlegern.

Steinmeier: 'Gräben in der Gesellschaft' durch Impfen nicht vertiefen

BERLIN - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dazu aufgerufen, das Impfen gegen das Coronavirus nicht zur sozialen Frage werden zu lassen. "Wir müssen immer wieder auch sehen, dass es eine soziale Dimension der Krise gibt, und müssen Vorsorge dafür treffen, dass in der Pandemie die Gräben in der Gesellschaft nicht noch tiefer werden", sagte er am Dienstag nach dem Besuch einer Hausarztpraxis im Berliner Stadtteil Moabit. In Stadtteilen wie diesem, die kulturell, religiös und sozial sehr gemischt seien, gebe es oft große soziale Probleme. Die Infektionsraten dort seien teils deutlich höher, sagte Steinmeier.

Italien: Industrie produziert im Monatsvergleich weniger

ROM - Die italienische Industrie hat ihre Herstellung im März etwas eingeschränkt. Die Gesamtproduktion sei gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt Istat am Dienstag in Rom mit. Analysten hatten dagegen im Schnitt einen Anstieg um 0,4 Prozent erwartet. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg die Produktion um 37,7 Prozent. Dieser ungewöhnlich starke Zuwachs ist vor allem Folge des massiven Produktionseinbruchs während der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020.

OECD: Staaten sollen Erbschaften verstärkt besteuern

PARIS - Angesichts riesiger finanzieller Belastungen durch die Corona-Krise hat die Industriestaatenorganisation OECD ihre Mitgliedsländer dazu aufgerufen, Erbschaften verstärkt zu besteuern. Dazu müssten diese Steuern aber besser ausgestaltet werden, erklärte der führende Steuerexperte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Pascal Saint-Amans, am Dienstag in Paris.

Frankreich bringt neues EU-Investitionsprogramm ins Gespräch

BRÜSSEL - Der französische Finanzminister Bruno Le Maire hat zusätzlich zum beschlossenen Corona-Aufbauprogramm für den Herbst einen großen europäischen Investitionsplan ins Gespräch gebracht. Über dieses Thema rede er bereits mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), sagte Le Maire am Montagabend in Brüssel.

Chinesische Erzeugerpreise ziehen kräftig an - Anstieg höher als erwartet

PEKING - In China hat sich der Anstieg der Erzeugerpreise stärker beschleunigt als erwartet. Die Preise, die Hersteller für ihre Produkte verlangen, zogen im April im Vergleich zum Vorjahr um 6,8 Prozent an, wie das Statistikamt am Freitag in Peking mitteilte. Das ist der deutlichste Anstieg seit Oktober 2017 und dieser fiel zudem höher aus, als Volkswirte im Durchschnitt erwartet hatten.

EZB-Direktorin: Inflation in Deutschland könnte deutlich steigen

FRANKFURT - EZB-Direktorin Isabel Schnabel geht davon aus, dass die Inflationsrate in Deutschland bald drei Prozent übersteigen könnte. Aufgrund der Corona-Pandemie sei es im vergangenen Jahr zu sehr ausgeprägten Schwankungen der Inflation gekommen, sagte Schnabel in einem Interview von RTL/ntv. 2020 sei die Inflation bis in den negativen Bereich eingebrochen und 2021 dann kräftig gestiegen. Diese Entwicklung setze sich fort. "In Deutschland rechnen wir damit, dass es durchaus zu einer Inflation kommen kann, die größer ist als drei Prozent."

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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