ROUNDUP: ZEW-Konjunkturerwartungen wegen Ukraine-Krieg mit Rekordeinbruch

MANNHEIM - Belastet durch den Krieg in der Ukraine sind die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten so stark eingebrochen wie nie zuvor. Das Stimmungsbarometer des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW fiel im März gegenüber dem Vormonat um 93,6 Punkte auf minus 39,3 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Der Rückgang war auch deutlich stärker als erwartet. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang auf plus 5,0 Punkte prognostiziert.

Umfrage: Mehrheit glaubt nicht an Verhandlungslösung für Ukraine

BERLIN - Nur wenige Deutsche gehen laut einer Umfrage davon aus, dass Russlands Präsident Wladimir Putin den Angriff auf die Ukraine auf Grundlage einer Verhandlungslösung beenden wird. In der Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa für das RTL/ntv-"Trendbarometer" sagten 76 Prozent der Befragten, dass sie davon ausgehen, dass Putin ausschließlich auf einen militärischen Sieg setzt. 19 Prozent der Befragten glauben demnach, dass Putin prinzipiell an einer Verhandlungslösung interessiert ist.

GESAMT-ROUNDUP: Regierung ringt um weitere Entlastung beim Tanken und Heizen

BERLIN - Die Bundesregierung ringt angesichts der explodierenden Preise weiter um eine Entlastung der Bürger beim Tanken und Heizen. Eine neunköpfige Kommission mit Vertretern der Ampel-Fraktionen soll die Vorstellungen von SPD, Grünen und FDP nun vereinen. SPD-Vizechefin Anke Rehlinger drängte am Dienstag auf eine schnelle Entscheidung. "Der Bund sollte noch in dieser Woche ein konkretes Signal an die Bürger senden, dass sie bei den steigenden Preisen für Heizen und Tanken entlastet werden", sagte die saarländische Wirtschaftsministerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

ROUNDUP 2/Lawrow: Russland sieht Forderung zu iranischem Atomabkommen erfüllt

MOSKAU - Russland sieht nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow einen Teil seiner Forderungen im Zusammenhang mit dem iranischen Atomabkommen erfüllt. Es sei schriftlich garantiert, dass Sanktionen wegen des Angriffs auf die Ukraine nicht die russische Nuklearzusammenarbeit mit dem Iran treffen werden. Das sagte Lawrow am Dienstag in Moskau nach einem Gespräch mit seinem iranischen Kollegen Hussein Amirabdollahian. Das US-Außenministerium wollte Lawrows Äußerungen nicht direkt kommentieren, erklärte aber: "Vielleicht ist Moskau nun klar, dass die neuen Sanktionen gegen Russland (...) nichts mit dem (Atomabkommen) zu tun haben und keine Auswirkungen auf dessen Umsetzung haben dürften."

Großbritannien verhängt weitere Sanktionen gegen Putin-Vertraute

LONDON - Die britische Regierung hat eine neue Runde von Sanktionen gegen Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin und Unternehmen aus Russland verhängt. Wie die Regierung in London am Dienstag mitteilte, wurden 350 weitere Individuen und Firmen mit den Sanktionen belegt, darunter auch der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu und der ehemalige russische Regierungschef Dmitri Medwedew. Insgesamt seien damit 775 Personen im Zusammenhang mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine sanktioniert worden, sagte ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson am Dienstag.

USA: Empire-State-Index trübt sich deutlich ein

NEW YORK - Die Stimmung in den Industrieunternehmen im US-Bundesstaat New York hat sich März deutlich eingetrübt. Der Empire-State-Index fiel zum Vormonat um 14,9 Punkte auf minus 11,8 Punkte, wie die regionale Notenbank von New York am Dienstag mitteilte. Es ist der niedrigste Stand seit Mai 2020, also kurz nach dem Übergriff der Corona-Pandemie auf die USA. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg des Indikators auf 6,4 Punkte gerechnet.

USA: Erzeugerpreise steigen erneut stark

WASHINGTON - In den USA sind die Erzeugerpreise erneut deutlich gestiegen. Im Februar legten die Preise auf Herstellerebene gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,0 Prozent zu, wie das Arbeitsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Das ist der stärkste Preisanstieg seit Erhebungsbeginn im Jahr 2010. Analysten hatten mit der jüngsten Entwicklung gerechnet.

ROUNDUP 2: Industrie mahnt wegen Corona-Zahlen zu Vorsicht und pocht auf Impfen

BERLIN - Angesichts steigender Corona-Zahlen mahnt der Bundesverband der Deutschen Industrie zu Vorsicht. "Eine großzügige Lockerung ist angesichts neuer Rekordwerte bei den Infektionszahlen schwer zu verantworten", sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm am Dienstag laut Mitteilung. Der Entwurf über Corona-Maßnahmen ab dem kommenden Sonntag lasse Konsequenz vermissen. Die Omikron-Welle sei noch nicht gebrochen, warnte der Verband. "Statt einer pauschalen Rücknahme wirksamer Instrumente für schnelles Handeln hätten die Unternehmen konkrete Maßnahmen für mehr Stabilität und Sicherheit erwartet."

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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