EZB-Präsidentin Lagarde: Bedingungen für Zinsanhebung 2022 wohl nicht erfüllt

BRÜSSEL - Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt weiter keine Leitzinserhöhung in Aussicht. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass die Bedingungen für eine Zinsanhebung im kommenden Jahr erfüllt seien, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Montag vor dem Europäischen Parlament. Man erwarte weiterhin eine Abschwächung der Inflation im kommenden Jahr. Diese werde aber langsamer voran gehen als ursprünglich erwartet.

USA: Empire-State-Index steigt deutlich stärker als erwartet

NEW YORK - Die Stimmung in den Industrieunternehmen im US-Bundesstaat New York hat sich im November stärker als erwartet aufgehellt. Der Empire-State-Index stieg im Vergleich zum Vormonat um 11,1 Punkte auf 30,9 Zähler, wie die regionale Notenbank von New York am Montag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem leichten Anstieg auf 22,0 Punkte gerechnet. Der Indikator signalisiert ein robustes wirtschaftliches Wachstum, da er deutlich über Null Punkten liegt.

ROUNDUP 2: Banker fordern EZB-Antwort auf Inflation

FRANKFURT/BRÜSSEL - In der Finanzbranche mehren sich angesichts stark steigender Inflationsraten Forderungen nach einem Ende der Geldschwemme der Europäischen Zentralbank. "Das vermeintliche Allheilmittel in den vergangenen Jahren - niedrige Zinsen bei vermeintlich stabilen Preisen - hat seine Wirkung verloren, denn jetzt kämpfen wir mit deren Nebenwirkungen", sagte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing am Montag zum Auftakt der Euro Finance Week in Frankfurt. Die Geldpolitik müsse gegensteuern - "und das eher früher als später", mahnte Sewing, der auch Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken ist.

Ifo-Präsident warnt vor Schulschließungen wegen Corona

MÜNCHEN - Das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo hat davor gewarnt, dass die Intensivstationen durch Corona-Patienten an ihre Kapazitätsgrenze kommen und Schulen wieder geschlossen werden. "Das hat langfristig extrem hohe wirtschaftliche und soziale Kosten", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag. Den coronabedingten Ausfall der deutschen Wirtschaftsleistung 2020 und 2021 bezifferte Fuest mit rund 325 Milliarden Euro. Die tatsächlichen volkswirtschaftlichen Kosten seien aber weit höher.

SPD-Fraktionsvize: Bei 3G Auskunftsrecht der Arbeitgeber geplant

BERLIN - Bei der geplanten 3G-Regel am Arbeitsplatz ist nach den Worten von SPD-Fraktionsvizechef Dirk Wiese ein Auskunftsrecht der Arbeitgeber geplant. Wiese sagte am Montag der Deutschen Presse-Agentur: "Wir werden regeln, dass das Betreten einer Arbeitsstätte, in denen ein Personenkontakt nicht ausgeschlossen ist, Arbeitgebern und Beschäftigten nur mit einem Impf-, Genesenen- oder Testnachweis erlaubt ist. Das darf und muss der Arbeitgeber selbstverständlich abfragen."

ROUNDUP: Biden sieht USA in 'hartem Wettbewerb' mit China - Gespräch mit Xi

WASHINGTON/PEKING - US-Präsident Joe Biden setzt im Umgang mit China auf einen "harten Wettbewerb", will einen offenen Konflikt aber verhindern. Diesen Kurs werde Biden in einer Videokonferenz mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am Montagabend (Ortszeit, 01.45 Uhr MEZ Dienstag) vertreten, kündigte eine hohe Beamtin des Weißen Hauses in Washington an. China wiederum äußerte die Hoffnung, dass beide Seiten "angemessen mit Differenzen umgehen". "Wir hoffen, dass die USA mit China in die gleiche Richtung arbeiten", sagte Außenamtssprecher Zhao Lijian vor der Presse in Peking.

ROUNDUP: RKI registriert 23 607 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 303,0

BERLIN - Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist abermals auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 303,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 289,0 gelegen, vor einer Woche bei 201,1 (Vormonat: 68,7) gelegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 23 607 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.52 Uhr wiedergeben. Am vergangenen Donnerstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 50 196 einen Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht. Vor genau einer Woche hatte der Wert bei 15 513 Ansteckungen gelegen.

Eurozone: Handelsüberschuss geht weiter zurück

LUXEMBURG - Der Außenhandel der Eurozone entwickelt sich weiterhin verhalten. Während die Exporte im September zurückgingen, stiegen die Importe an. Die Ausfuhren sanken zum Vormonat saisonbereinigt um 0,4 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Montag in Luxemburg mitteilte. Die Einfuhren erhöhten sich hingegen um 1,5 Prozent. Der Handelsüberschuss verringerte sich daher weiter: Er sank von 9,7 Milliarden im August auf 6,1 Milliarden Euro im September.

Deutschland: Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte legen deutlich zu

WIESBADEN - Die Preise für landwirtschaftliche Produkte sind deutlich gestiegen. Die Erzeuger in Deutschland konnten im September um 13,3 Prozent höhere Preise durchsetzen als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Montag berichtete. Damals waren die Preise coronabedingt zurückgegangen. Im Vergleich zum August ergab sich nun ein Rückgang um 1,3 Prozent.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

/jsl