GESAMT-ROUNDUP: Ukraine bittet Deutschland um mehr Hilfe gegen Russland

KIEW - Die Ukraine hat angesichts von Tod, Zerstörung und der Flucht von Millionen Menschen durch den russischen Angriff Deutschland um mehr Hilfe gebeten. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Donnerstag laut Simultanübersetzung in einer Videobotschaft an die Abgeordneten des Bundestages, die Menschen in der Ukraine wollten frei leben und sich keinem anderen Land unterwerfen. Er dankte allen Deutschen, die sich für die Ukraine einsetzen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) stellte weitere Unterstützung in Aussicht.

USA: Industrieproduktion steigt wie erwartet

WASHINGTON - In den USA ist die Industrieproduktion im Februar wie erwartet gestiegen. Sie legte um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat zu, wie die US-Notenbank Fed am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten diesen Anstieg erwartet. Im Januar war die Produktion um 1,4 Prozent geklettert. Sie wird immer noch durch Lieferengpässe und einen Mangel an Arbeitskräften belastet. Die Lieferengpässe könnten durch den Ukraine-Krieg künftig wieder verschärft werden.

US-Präsident Bidens Corona-Koordinator Zients gibt Amt auf

WASHINGTON - US-Präsident Joe Bidens Koordinator für den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie, Jeff Zients, gibt sein Amt nach 14 Monaten auf. Biden erklärte am Donnerstag, er werde Zients' Rat vermissen und sei dankbar für dessen Einsatz. Covid-19 sei die größte Gesundheitskrise seit Generationen gewesen, weswegen die Regierung schnell habe handeln müssen. Zients habe seine "jahrzehntelange Erfahrung im Management" in den Dienst des Weißen Hauses gestellt, um die nötige Infrastruktur für die Impfkampagne, für Tests, Behandlungsmöglichkeiten und die Verteilung von Masken zu schaffen. Ein Grund für den Rückzug wurde zunächst nicht genannt.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinken stärker als erwartet

WASHINGTON - In den USA hat sich die Lage am Arbeitsmarkt verbessert. In der vergangenen Woche ging die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 15 000 auf 214 000 zurück, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 220 000 Anträgen gerechnet.

Britische Notenbank hebt Leitzins erneut an

LONDON - Die britische Notenbank hat ihre Geldpolitik erneut gestraft. Der Leitzins steige um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent, teilte die Bank of England am Donnerstag nach der Sitzung des geldpolitischen Ausschusses in London mit. Analysten hatten den Schritt mit großer Mehrheit erwartet. Es ist bereits die dritte Zinsanhebung im Königreich in der Corona-Pandemie. Eine erste Straffung hatten die Währungshüter Ende vergangenen Jahres vorgenommen, eine zweite folgte im Februar. Hintergrund der strafferen Ausrichtung ist die hohe Inflation, die infolge des Ukraine-Kriegs weiter steigen dürfte.

Lagarde: EZB wird auf Risiken durch Ukraine-Krieg flexibel reagieren

FRANKFURT - Die Europäischen Zentralbank (EZB) hat angesichts der Risiken durch den Ukraine-Krieg ihre Flexibilität betont. Man sei bereit, bei Bedarf den Kurs zu ändern, falls die Invasion Russlands in die Ukraine "neue Inflationstendenzen" in Gang setze, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf einer Konferenz am Donnerstag in Frankfurt. Der Krieg in der Ukraine werde zu einer höheren Inflation und einem schwächeren wirtschaftlichen Wachstum führen.

Eurozone: Energiepreise treiben Inflation auf Rekordhoch von 5,9 Prozent

LUXEMBURG - In der Eurozone sind die Verbraucherpreise weiter im Höhenflug. Sie erreichten im Februar, angetrieben von hohen Energiekosten, ein Rekordhoch. Im Jahresvergleich seien die Verbraucherpreise um 5,9 Prozent gestiegen, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Damit wurde die erste Schätzung leicht um 0,1 Prozentpunkte nach oben revidiert. Die Inflationsrate im Euroraum war noch nie so hoch seit Einführung der Gemeinschaftswährung im Jahr 1999.

Institut für Weltwirtschaft halbiert Wachstumsprognose 2022

KIEL - Unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine hat das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) seine ohnehin schon gedämpfte Wachstumsprognose für 2022 halbiert. Die Ökonomen trauen der deutschen Wirtschaft im laufenden Jahr nur noch ein Wachstum von 2,1 Prozent zu, wie das IfW am Donnerstag mitteilte. Bereits im Dezember hatte das Institut seine Erwartungen angesichts der anhaltenden Coronapandemie und der hartnäckigen Lieferengpässe von 5,1 auf 4 Prozent gestutzt. Vor dem Hintergrund der seit Kriegsausbruch noch stärker steigenden Energiepreise rechnen die Ökonomen zudem mit einer Inflationsrate von 5,8 Prozent, dem höchsten Wert seit der deutschen Einheit vor mehr als 30 Jahren.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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