Erdogan kündigt vor Zentralbanksitzung Kampf gegen 'Zins-Plage' an

ISTANBUL - Vor einer wichtigen geldpolitischen Entscheidung der türkischen Zentralbank hat sich Präsident Recep Tayyip Erdogan erneut deutlich für niedrige Zinsen ausgesprochen und Zinsen als "Plage" bezeichnet. "Wir werden die Zins-Plage von den Schultern unseres Volkes nehmen", sagte Erdogan am Mittwoch vor der Fraktion seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP in Ankara. "Wir werden definitiv nicht zulassen, dass Zinsen unser Volk in die Knie zwingen", sagte er. "Solange ich in diesem Amt bin werde ich meinen Kampf gegen die Zinsen bis zuletzt weiterführen. Und ich werde auch meinen Kampf gegen die Inflation fortführen."

USA: Baugenehmigungen steigen - Baubeginne fallen

WASHINGTON - Der US-Immobilienmarkt zeigt im Oktober keine einheitliche Tendenz. Während die Zahl der neu begonnenen Wohnungsbauten überraschend gefallen ist, stieg die Zahl der Baugenehmigungen stärker als von Analysten erwartet.

ROUNDUP: Bund und Länder unter Druck für dringende Corona-Bremse

BERLIN - Im Kampf gegen die immer bedrohlichere Corona-Welle in Deutschland müssen sich Millionen Bürger auf neue Alltagsauflagen einstellen. Der Bundestag soll an diesem Donnerstag Gesetzespläne der voraussichtlichen Regierungspartner SPD, FDP und Grüne beschließen, die unter anderem generelle Testvorgaben am Arbeitsplatz, in Bussen, Bahnen und Pflegeheimen vorsehen. Im Anschluss folgt eine Krisenrunde der Ministerpräsidenten mit der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Im Blick steht dabei eine einheitliche Linie etwa bei Zugangsregeln, Alarmschwellen der Klinikbelastung und mehr Impfungen.

Kreise: Merkel hält aktuelle Corona-Pläne nicht für ausreichend

BERLIN - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hält die aktuellen Pläne der Ampel-Fraktionen von SPD, Grünen und FDP im Kampf gegen die vierte Welle der Corona-Pandemie für nicht ausreichend. Es müsse alles getan werden, um den exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen zu stoppen, sagte Merkel am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen in einer hybriden Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag in Berlin. Was derzeit besprochen werde, sei dafür nicht ausreichend.

Altmaier dringt auf Verlängerung von Corona-Wirtschaftshilfen

BERLIN - Kurz vor Beratungen von Bund und Ländern dringt der geschäftsführende Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auf eine Verlängerung von Corona-Wirtschaftshilfen. Altmaier sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Berlin: "Ich plädiere weiter für eine Verlängerung der Corona-Wirtschaftshilfen bis Ende März 2022. Die Corona-Lage ist ernst, und die Unsicherheit in der Wirtschaft wächst. Daher müssen wir einem Fadenriss bei den Hilfen vorbeugen und die Hilfen verlängern." Die Überbrückungshilfen als direkte Zuschüsse, die KfW-Kredite sowie das Kurzarbeitergeld nannte Altmaier einen zentralen und wirksamen Instrumentenmix, um Wirtschaft und Arbeitsplätze zu sichern.

IAEA: Atominspektoren im Iran 'exzessiven' Kontrollen ausgesetzt

WIEN - Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) klagt über massive Einschränkungen ihrer Arbeit im Iran. IAEA-Inspektoren seien seit Monaten "exzessiv zudringlichen körpernahen Durchsuchungen durch Sicherheitskräfte" ausgesetzt, schrieb der IAEA-Chef Rafael Grossi am Mittwoch in seinem jüngsten Quartalsbericht über das iranische Atomprogramm.

Eurozone: Inflationsrate steigt über vier Prozent

LUXEMBURG - Die Inflationsrate im Euroraum ist im Oktober über vier Prozent gestiegen. Die Verbraucherpreise legten gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,1 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg laut einer zweiten Schätzung mitteilte. Damit wurde eine erste Schätzung wie von Analysten erwartet bestätigt.

Großbritannien will Exporte ankurbeln - neues Hilfsprogramm

LONDON - Nach dem Brexit will die britische Regierung Unternehmen unter die Arme greifen und die Exporte ins Ausland wieder ankurbeln. "Zum Ende dieses Jahrzehnts Exporte im Wert von einer Billion Pfund zu erreichen, bedeutet mehr Jobs, mehr Möglichkeiten und höhere Löhne, was die Lebensverhältnisse in Großbritannien angleichen würde", sagte die britische Handelsministerin Anne-Marie Trevelyan am Mittwoch einer Mitteilung zufolge.

EZB sieht kurzfristig weniger Risiken für Finanzstabilität

FRANKFURT - Die wirtschaftliche Erholung im Euroraum hat nach Einschätzung von Europas Währungshütern die kurzfristigen pandemiebedingten Risiken für die Finanzstabilität verringert. "Das Risiko hoher Ausfallraten bei Unternehmen und Verlusten bei Banken ist heute deutlich geringer als noch vor sechs Monaten", befand der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, anlässlich der Veröffentlichung des halbjährlichen Finanzstabilitätsberichts der Notenbank am Mittwoch in Frankfurt. "Die von der Pandemie ausgehenden Risiken sind jedoch nicht völlig verschwunden."

ROUNDUP: Britische Inflation springt auf Zehnjahreshoch

LONDON - Die Inflation in Großbritannien zieht weiter rasant an und lässt eine geldpolitische Reaktion der Bank of England wahrscheinlicher werden. Im Oktober stiegen die Lebenshaltungskosten gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,2 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch in London mitteilte. Das ist der stärkste Preisschub seit zehn Jahren. Im September hatte die Teuerungsrate noch 3,1 Prozent betragen.

Auftragsbestand in Industrie auf Höchststand

WIESBADEN - Die Auftragsbücher in der deutschen Industrie sind so gut gefüllt wie seit Jahren nicht. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes war der Auftragsbestand bereinigt um Preiserhöhungen (real) im September 2,4 Prozent höher als im Vormonat und erreichte den höchsten Stand seit Einführung der Statistik im Januar 2015. Die Betriebe erhielten den Angaben zufolge mehr neue Bestellungen, als sie aufgrund von Lieferengpässen bei Vorprodukten, zum Beispiel Halbleitern, abarbeiten konnten.

Großbritannien: Inflation steigt auf Zehnjahreshoch

LONDON - Die Inflation in Großbritannien zieht weiter an. Im Oktober stiegen die Lebenshaltungskosten gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,2 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch in London mitteilte. Das ist der stärkste Zuwachs seit zehn Jahren. Im September hatte die Teuerungsrate noch bei 3,1 Prozent gelegen. Analysten hatten zwar mit einem höheren Preisauftrieb gerechnet, im Schnitt aber lediglich eine Inflationsrate von 3,9 Prozent erwartet. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Verbraucherpreise um 1,1 Prozent.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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