ROUNDUP 2/Kreise: Scholz macht Corona-Miese - Das dicke Ende droht

BERLIN - Im Kampf gegen die Corona-Krise will Finanzminister Olaf Scholz (SPD) auch im kommenden Jahr neue Schulden in Milliardenhöhe aufnehmen. Geplant ist eine Nettokreditaufnahme von rund 96 Milliarden Euro. Auch im kommenden Jahr soll die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ausgesetzt werden, wie es am Freitag aus Kreisen des Finanzministeriums hieß. Der Krise solle nicht hinterhergespart werden.

USA: Konsumklima der Uni Michigan hellt sich weiter auf

MICHIGAN - Das Konsumklima in den USA hat sich im September weiter aufgehellt. Das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen stieg gegenüber dem Vormonat um 4,8 Punkte auf 78,9 Zähler, wie die Universität am Freitag nach einer ersten Schätzung mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 75,0 Punkten gerechnet. Sowohl die Bewertung der aktuelle Lage als auch die Erwartungen hellten sich auf.

USA: Frühindikatoren legen erneut zu

WASHINGTON - Die konjunkturellen Aussichten in den USA haben sich im August weiter aufgehellt. Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren stieg um 1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das private Forschungsinstitut Conference Board am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten einen Zuwachs um 1,3 Prozent erwartet.

USA: Leistungsbilanz weitet Defizit in Corona-Krise stark aus

WASHINGTON - Die Leistungsbilanz der USA hat ihr chronisches Defizit im zweiten Quartal infolge der Corona-Krise drastisch ausgeweitet. Das Defizit stieg um 59,0 Milliarden US-Dollar oder 52,9 Prozent auf 170,5 Milliarden Dollar, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten mit einer Defizitausweitung gerechnet, allerdings in geringerem Umfang. Das Defizit in der Handelsbilanz stieg stark an, während die Überschüsse in der Dienstleistungs- und Einkommensbilanz zurückgingen.

ROUNDUP: EU-Minister wollen Wirtschaft gegen neue Corona-Welle rüsten

BERLIN/BRÜSSEL - Die EU will die europäische Wirtschaft für eine mögliche zweite Corona-Welle wappnen. "Die Markwirtschaft ist bedroht worden durch das Virus und wird immer noch bedroht", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Freitag in Berlin nach informellen Video-Beratungen der EU-Minister für Industrie und Binnenmarkt.

Noch fünf Kandidaten für den Posten des WTO-Chefs

GENF - Der Kreis der möglichen Nachfolger für den ausgeschiedenen Chef der Welthandelsorganisation (WTO), Roberto Azevedo, ist von acht auf fünf geschrumpft. Das gab die WTO nach einer Auswahl-Runde am Freitag bekannt. Im Rennen sind noch Kandidaten aus Großbritannien, Kenia, Nigeria, Saudi-Arabien und Südkorea. In der nächsten Runde soll die Zahl der Kandidaten dann auf zwei verringert werden.

ROUNDUP: Britische Regierung schließt nationalen Lockdown nicht aus

LONDON - Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage könnte Großbritannien wieder ein landesweiter Lockdown drohen. Top-Forscher hätten die zweiwöchige Maßnahme der Regierung empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, berichtete die "Financial Times". Der Lockdown soll nach einer Empfehlung des wissenschaftlichen Beratergremiums der Regierung ("Sage") während der Schulferien im Oktober stattfinden.

Japan: Inflationsrate wieder negativ

TOKIO - Japan wird seine chronisch schwache Inflation trotz einer extrem lockeren Geldpolitik einfach nicht los. Die Kerninflationsrate (ohne frische Lebensmittel) rutschte im August wieder in den negativen Bereich, wie aus Regierungszahlen vom Freitag hervorgeht. Sie betrug bezogen auf den Vorjahresmonat minus 0,4 Prozent. Die Gesamtinflation lag mit 0,2 Prozent leicht über der Nulllinie. Allerdings hatte sie im Vormonat etwas höher gelegen.

Frankreich widersetzt sich Mercosur-Freihandelsabkommen

PARIS - Frankreich hat sein Veto gegen das ausgehandelte Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur bekräftigt. Grund dafür sei vor allem die verstärkte Abholzung in der Region, erklärte Regierungschef Jean Castex am Freitag in Paris. Ein neues Gutachten von Experten bestärke die Regierung in ihrer Haltung, das Abkommen in derzeitiger Form abzulehnen.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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