ROUNDUP: Ifo-Geschäftsklima hellt sich stark auf

MÜNCHEN - Die Stimmung deutscher Unternehmen hat sich im Juni kräftig von ihrem drastischen Einbruch in der Corona-Krise erholt. Das Ifo-Geschäftsklima stieg gegenüber dem Vormonat um 6,5 Punkte auf 86,2 Zähler, wie das Ifo-Institut am Mittwoch in München mitteilte. Dies sei der stärkste jemals gemessene Anstieg, erklärte das Institut. Analysten hatten zwar mit einem Zuwachs gerechnet, diesen allerdings mit 85,0 Punkten im Schnitt etwas schwächer erwartet.

GESAMT-ROUNDUP: IWF-Prognose: Konjunktur bricht stärker ein - Ifo-Index steigt

WASHINGTON/MÜNCHEN - Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet als Folge der Corona-Krise eine noch ausgeprägtere Rezession, sowohl weltweit als auch in Deutschland. Dadurch dürften sich Armut und Arbeitslosigkeit verschärfen. In einer am Mittwoch vorgestellten Konjunkturprognose rechnet der IWF für 2020 mit einem Einbruch der Weltwirtschaftsleistung um 4,9 Prozent. Im April hatte der IWF einen Rückgang um 3 Prozent vorhergesagt. Im Januar, vor der Ausbreitung des Coronavirus, hatte der IWF sogar noch ein Wachstum von 3,3 Prozent erwartet. Ein positives Signal kam hingegen aus den deutschen Unternehmen. Deren Stimmung hat sich im Juni kräftig erholt.

Italien verwaist - nur wenige Touristen trotz Öffnung

ROM - Trotz der Grenzöffnungen lässt der Touristenstrom in Italien auf sich warten. "Es ist nicht so, dass wir keine bedeutende Zahl von Touristen sehen: Wir sehen einfach gar keine Touristen", sagte die Präsidentin des italienischen Tourismusverbandes Federturismo, Marina Lalli, in einer Videokonferenz mit internationalen Medien am Mittwoch. Besonders ausländische Urlauber fehlten. Die würden vermutlich erst im September oder Oktober zurückkehren, sagte Lalli. Die meisten internationalen Gäste kämen derzeit aus Deutschland und Österreich, vor allem weil da die Anreise unkompliziert sei.

Südafrikas Wirtschaft auf Schrumpfkurs - Warnung vor Schuldenkrise

JOHANNESBURG - Afrikas zweitgrößte Volkswirtschaft dürfte dieses Jahr um 7,2 Prozent schrumpfen. "Das ist die größte Schrumpfung seit fast 90 Jahren", sagte Finanzminister Tito Mboweni am Mittwoch vor Parlamentariern. Der Kap-Staat erlebt zurzeit verheerende Auswirkungen der Corona-Beschränkungen auf die Wirtschaft, die sich schon vor der Virus-Krise in der Rezession befand. Millionen Menschen kämpfen dort ums Überleben, die Armut ist in wenigen Wochen dramatisch angewachsen. Allein für die Antwort auf die Herausforderungen durch die Corona-Krise will der Staat auf den internationalen Kapitalmärkten sieben Milliarden Dollar aufnehmen.

ROUNDUP: Kabinett beschließt EU-Programm: 'Europa wieder stark machen'

BERLIN - Die Bewältigung der Corona-Krise wird klarer Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ab dem 1. Juli sein. Das Kabinett beschloss am Mittwoch ein 24-seitiges Programm, das den sechsmonatigen Vorsitz ab 1. Juli unter das Motto stellt: "Gemeinsam. Europa wieder stark machen."

Bankenverband: Immobilienpreise steigen trotz Corona-Krise weiter

FRANKFURT/BERLIN - Wohnungen und Häuser in Deutschland könnten trotz der Corona-Pandemie noch teurer werden. Allerdings schwäche sich der Preisauftrieb in der Wirtschaftskrise ab, schätzt der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Selbstgenutztes Wohneigentum könnte sich dieses Jahr um 4,8 Prozent verteuern und damit etwas weniger als 2019 (5,7 Prozent).

USA: Häuserpreise steigen im April trotz Corona-Krise - FHFA

NEW YORK - In den USA sind die Häuserpreise im April trotz Corona-Krise gestiegen, wenn auch etwas schwächer als erwartet. Der FHFA-Hauspreisindex legte zum Vormonat um 0,2 Prozent zu, wie die Federal Housing Finance Agency (FHFA) am Mittwoch in New York mitteilte. Analysten hatten im Mittel mit einem Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet. Gegenüber dem Vorjahresmonat betrug der Preiszuwachs 5,5 Prozent.

USA planen neue Zölle gegen EU und Großbritannien

WASHINGTON - Die USA wollen offenbar den Handelskrieg mit der Europäischen Union (EU) und Großbritannien wieder aufnehmen. Die Regierung von Präsident Donald Trump denkt über Zölle auf Waren im Wert von 3,1 Milliarden US-Dollar nach, wie aus einer Mitteilung des US-Handelsbeauftragten vom späten Dienstagabend hervorgeht. Betroffen davon seien Güter aus Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien.

EZB-Chefvolkswirt: Euro-Wirtschaft erst 2022 auf Niveau vor Corona

FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet nicht vor 2022 mit einer Rückkehr der Wirtschaft im Euroraum zum Wachstumsniveau vor der Corona-Krise. Angesichts der allmählichen Lockerung der Einschränkungen gebe es zwar "einige Anzeichen für eine erste Erholung", sagte der Chefvolkswirt der Notenbank, Philip Lane, am Mittwoch in einer Videoschalte. Man müsse sich jedoch auf einen längeren Prozess einstellen, "da es einige Zeit dauern wird, bis sich Verbraucher und Unternehmen von diesem Schock erholt haben". Lane bekräftigte: "Wir glauben nicht, dass wir vor Ende 2022 zum Niveau von 2019 zurückkehren werden."

Frankreich: Geschäftsklima hellt sich kräftig auf

PARIS - Die Unternehmensstimmung in Frankreich hat sich im Juni deutlich von ihrem Einbruch in der Corona-Krise erholt. Das Geschäftsklima stieg von 59,9 Punkten auf 77,8 Zähler, wie das Statistikamt Insee am Mittwoch in Paris mitteilte. Laut Insee ist dies der stärkste Zuwachs seit Beginn der Erhebung im Jahr 1980. Allerdings liegt der Indikator immer noch deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt von 100 Punkten.

Kreise: EU-Kommission plant 344 Milliarden Euro für Corona-Hilfen in 2021 ein

BRÜSSEL - Aus dem geplanten 750-Milliarden-Programm zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise in der EU könnten im kommenden Jahr bereits 344 Milliarden Euro genutzt werden. Das geht aus am Mittwoch vorlegten Vorschlägen der EU-Kommission zum europäischen Gemeinschaftshaushalt 2021 hervor. Demnach sollen 211 Milliarden Euro in Form von nicht zurückzahlbaren Zuschüssen und 133 Milliarden in Form von Krediten zur Verfügung stehen.

Zentralbanken wollen mehr Augenmerk auf Klimawandel legen

FRANKFURT - Zentralbanken und Aufseher weltweit wollen dem Klimawandel sowie den damit verbundenen wirtschaftlichen und finanziellen Risiken mehr Gewicht einräumen. Das "Network for Greening the Financial System" (NGFS), ein globaler Verbund von 66 Zentralbanken und Aufsichtsbehörden, veröffentlichte am Mittwoch neue Empfehlungen, wie solche Faktoren beim Risikomanagement im Finanzsektor stärker berücksichtigt werden können.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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