ROUNDUP 2: Inflation schwächt sich leicht ab - Ökonomen sehen keine Trendwende

WIESBADEN - Tankrabatt und 9-Euro-Ticket haben die Inflation in Deutschland im Juni etwas gedämpft. Volkswirte sehen darin allerdings keinen Grund zur Entwarnung. Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes erhöhten sich die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,6 Prozent. Im Mai war die Teuerungsrate - getrieben vor allem von Energie und Lebensmitteln - auf 7,9 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit fast 50 Jahren geklettert.

Putin will Energie-Zusammenarbeit mit asiatischen Ländern stärken

ASCHGABAT - Unter dem Eindruck westlicher Sanktionen will Russlands Präsident Wladimir Putin im Energiebereich die Zusammenarbeit unter anderem mit zentralasiatischen Partnern ausbauen. Bereits jetzt arbeiteten die Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres bei der Nutzung von Gas- und Ölfeldern eng zusammen, sagte Putin am Mittwoch bei einem Gipfeltreffen in der autoritär geführten Ex-Sowjetrepublik Turkmenistan. Zu der Runde der sogenannten Kaspischen Fünf zählen neben Russland und Turkmenistan auch Kasachstan, Aserbaidschan und Iran.

GESAMT-ROUNDUP: Nato will Russland die Stirn bieten - Massiv erhöhte Kampfkraft

MADRID/KIEW - Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine will die Nato ihre Kampfkraft massiv erhöhen. Auf dem Gipfel des Bündnisses in Madrid wurde am Mittwoch ein neues strategisches Konzept beschlossen, das Russlands Präsidenten Wladimir Putin letztlich von möglichen militärischen Aggressionen gegen weitere Länder abschrecken soll. Zugleich sagte die Nato der Ukraine zu, sie im Krieg gegen Russland so lange wie nötig mit weiteren Hilfen zu unterstützen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte bei einem Video-Auftritt vor dem UN-Sicherheitsrat, Russland aus dem mächtigsten Gremium der Vereinten Nationen auszuschließen - wobei ein solcher Schritt in der UN-Charta gar nicht vorgesehen ist.

Kreise: EZB will sich bei Wiederanlagen aus dem Pepp-Programm flexibel zeigen

FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird sich bei der Zuteilung der Wiederanlagen aus dem Anleihekaufprogramm Pepp nach Informationen von informierten Kreisen flexibel zeigen. Die Notenbank habe sich entschieden, vorerst mehr Spielraum zu gewähren, anstatt strenge Regeln dafür aufzustellen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch und berief auf namentlich nicht genannte Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Die Abteilungen für Marktoperationen sollten flexibel entscheiden, wie Anleihen aufgekauft werden, um Marktturbulenzen zu verhindern.

ROUNDUP/Kreise: Lindner will Schuldenbremse wieder einhalten - es droht Krach

BERLIN - Nach drei Ausnahmejahren wegen der Corona-Pandemie will Finanzminister Christian Lindner (FDP) im kommenden Jahr die Schuldenbremse wieder einhalten. Dazu soll haushaltspolitisch stark auf die "Bremse" getreten werden, wie am Mittwoch aus Regierungskreisen zum Entwurf des Finanzministeriums für den Bundeshaushalt 2023 verlautete. Lindner selbst sagte: "Der Staat muss aus den Schulden raus, denn auch das treibt die Inflation."

USA: Wirtschaft schrumpft im Winter etwas stärker als erwartet

WASHINGTON - Die US-Wirtschaft ist im Winter etwas stärker als zunächst ermittelt geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel im ersten Quartal annualisiert um 1,6 Prozent, wie das Handelsministerium am Mittwoch in Washington laut einer dritten Schätzung mitteilte. In einer Zweitschätzung war für die Monate Januar bis März noch ein Rückgang von 1,5 Prozent festgestellt worden. Volkswirte hatten mit einer Bestätigung der Erstschätzung gerechnet.

Dekabank-Chefvolkswirt: Konjunkturperspektiven werden sich weiter verfinstern

FRANKFURT - Die Dekabank erwartet für Deutschland angesichts der hohen Inflation und der weltpolitischen Lage eine weiterhin schwächelnde Wirtschaft. "Eine gefährdete Energieversorgung, rekordhohe Inflationsraten und eine schwächelnde Weltkonjunktur verlangen auch von den deutschen Unternehmen ihren Tribut", sagte Chefvolkswirt Ulrich Kater am Mittwoch in Frankfurt. "Die Perspektiven für die deutsche Konjunktur werden sich im Jahresverlauf weiter verfinstern."

Eurozone: Wirtschaftsstimmung trübt sich weniger ein als erwartet

BRÜSSEL - Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich im Juni wieder eingetrübt. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) fiel im Vergleich zum Vormonat um 1,0 Punkte auf 104,0 Punkte, wie die Europäische Kommission am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen stärkeren Rückgang auf 103,0 Punkten erwartet. Im Mai hatte sich der Indikator nach zwei deutlichen Rückgängen stabilisiert und war leicht gestiegen.

Ifo-Institut: Stimmung in ostdeutscher Wirtschaft leicht gesunken

DRESDEN - Die Stimmung in weiten Teilen der ostdeutschen Wirtschaft hat sich im Juni leicht getrübt. Zwar verbesserte sich die Einschätzung zur Lage bei den befragten Unternehmen etwas, zugleich sind sie aber pessimistischer für die kommenden Monate, wie das Ifo-Institut am Mittwoch mitteilte. "Die Lücke zwischen Lage und Erwartungen wird größer. Dies ist Ausdruck großer Unsicherheit." Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank daher auf 94,1 Punkte, nach 94,5 im Mai.

Eurozone: Wachstum der Geldmenge schwächt sich weiter ab

FRANKFURT - In der Eurozone hat sich das Wachstum der Geldmenge weiter abgeschwächt. Die breit gefasste Geldmenge M3 erhöhte sich im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,6 Prozent, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Damit hat sich das Wachstum der Geldmenge in der Eurozone den siebten Monat in Folge abgeschwächt.

EZB-Rat Simkus sieht Zinserhöhung um 0,5 Prozentpunkte als Option für Juli

SINTRA/FRANKFURT - Mit dem litauischen Notenbankchef Gediminas Simkus hat sich ein weiteres Ratsmitlied der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine mögliche Zinserhöhung um 0,5 Prozentpunkte im Juli ausgesprochen. Wenn die Preisdaten auf eine anhaltende und beschleunigte Inflation hindeuten, sollen 50 Basispunkte im Juli eine Option sein, sagte Simkus am Mittwoch der Nachrichtenagentur Bloomberg am Rande eines Notenbanktreffens im portugiesischen Sintra.

Spanien: Inflation steigt unerwartet stark auf 10 Prozent

MADRID - Der bereits rasanten Preisauftrieb in Spanien hat sich beschleunigt. Die nach europäischer Methode gemessenen Verbraucherpreise (HVPI) erhöhten sich im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,0 Prozent, wie das Statistikamt INE am Mittwoch in Madrid mitteilte. Im Vormonat hatte die Rate 8,5 Prozent betragen.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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