ROUNDUP 2: Wirtschaftswachstum adé - Ukraine-Krieg bremst Konjunktur aus

WIESBADEN - Die Folgen des Ukraine-Krieges haben das Wirtschaftswachstum in Deutschland nach einem unerwartet kräftigen Jahresstart im zweiten Quartal abgewürgt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte gegenüber dem ersten Vierteljahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Europas größte Volkswirtschaft steckt damit in einer schwierigen Gemengelage aus hoher Inflation und stagnierender Wirtschaftsleistung. Ökonomen sprechen von einer Stagflation. Sie schließen einen Konjunktureinbruch in den kommenden Monaten nicht aus. Das Risiko einer Rezession ist aus ihrer Sicht gestiegen.

USA: Konsumausgaben und Einkommen steigen stärker als erwartet

WASHINGTON - Die Ausgaben und die Einkommen der US-Verbraucher sind im Juni etwas stärker als erwartet gestiegen. Die Konsumausgaben legten gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Zuwachs um 1,0 Prozent gerechnet. Die Einkommen der privaten Haushalte legten mit 0,6 Prozent ebenfalls etwas stärker als prognostiziert zu.

USA: Michigan-Konsumklima erholt sich von Rekordtief

MICHIGAN - Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Juli etwas stärker als erwartet aufgehellt. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima stieg zum Vormonat um 1,5 Punkte auf 51,5 Zähler, wie die Universität am Freitag nach einer zweiten Umfragerunde mitteilte. Volkswirte hatten mit einer Bestätigung der Erstschätzung von 51,1 Punkten gerechnet. Im Vormonat war die Verbraucherstimmung noch auf ein Rekordtief von 50,0 Punkten gefallen.

ROUNDUP 3: Arbeitsmarkt trotzt Konjunktur - Nürnberg meldet stabile Zahlen

NÜRNBERG - Lieferketten und Inflation, Gasknappheit und Kriegsfolgen: Trotz aller Hemmnisse zeigt sich der deutsche Arbeitsmarkt auch im Juli stabil. Die Zahl der Arbeitslosen sei um 107 000 auf 2,47 Millionen gestiegen, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Nürnberg mit. Hintergrund ist vor allem die weitere Erfassung ukrainischer Kriegsflüchtlinge in der Arbeitsmarktstatistik.

ROUNDUP: Griechenland bekräftigt Reparationsforderungen an Deutschland

ATHEN - Der griechische Außenminister Nikos Dendias hat die Forderung nach Reparationen für die im Zweiten Weltkrieg von den deutschen Besatzern angerichteten Zerstörungen bekräftigt. "Ich möchte unterstreichen, dass das Thema der Reparationen Deutschlands für die griechische Regierung, aber hauptsächlich für die griechische Gesellschaft, offen bleibt", sagte Dendias am Freitag nach einem Gespräch mit Bundesaußenministerin Annalena Baerbock in Athen. Das Thema müsse gelöst werden, das sei eine Prinzipienfrage.

USA: Arbeitskosten steigen etwas schwächer

WASHINGTON - In den USA sind die Arbeitskosten im Frühjahr von hohem Niveau ausgehend etwas schwächer gestiegen. Der entsprechende Index legte im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 1,3 Prozent zu, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Im ersten Quartal war der Arbeitskostenindex mit einer Rekordrate von 1,4 Prozent gestiegen. Analysten hatten im Schnitt mit einer Abschwächung auf 1,2 Prozent gerechnet.

Selenskyj: Getreideexporte per Schiff starten 'heute oder morgen'

ODESSA - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einem Besuch der Hafenstadt Odessa den baldigen Start der Getreideexporte übers Schwarze Meer angekündigt. "Ich denke, dass es heute oder morgen beginnt", sagte der 44-Jährige am Freitag. Damit lege das erste Getreideschiff seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar ab.

Habeck: Wirtschaftliche Lage in Deutschland zugespitzt

SCHLEUSINGEN - Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat die wirtschaftliche Lage in Deutschland als zugespitzt bezeichnet. Habeck nannte am Freitag bei einem Besuch des Glasherstellers Wiegand Glas in Schleusingen in Thüringen strukturelle Fragen wie den Fachkräftemangel sowie zu lange Planungs- und Genehmigungsverfahren. Diese Probleme seien zu lange vernachlässigt worden und müssten nun gelöst werden.

ROUNDUP 2: Arbeitsmarkt trotzt Konjunktur - Nürnberg meldet stabile Zahlen

NÜRNBERG - Lieferketten und Inflation, Gasknappheit und Kriegsfolgen: Trotz aller Hemmnisse zeigt sich der deutsche Arbeitsmarkt auch im Juli stabil. Die Zahl der Arbeitslosen sei um 107 000 auf 2,47 Millionen gestiegen, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Nürnberg mit. Hintergrund ist vor allem die weitere Erfassung ukrainischer Kriegsflüchtlinge in der Arbeitsmarktstatistik. Im Vergleich zum Juli 2021 sank die Zahl der Arbeitslosen um 120 000. Die Arbeitslosenquote betrug 5,4 Prozent, 0,2 Punkte mehr als im Juni. Ohne die Fluchtmigration läge sie bei 5 Prozent. Die Bundesagentur griff für ihre Juli-Statistik auf Daten zurück, die bis zum 12. Juli vorlagen.

Italien: Inflationsrate gibt leicht nach

ROM - In Italien ist die hohe Inflationsrate im Juli etwas gesunken. Die nach europäischer Methode berechneten Verbraucherpreise (HVPI) stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,4 Prozent, wie das Statistikamt Istat am Freitag in Rom laut einer ersten Schätzung mitteilte. Im Juni war die Inflationsrate mit 8,5 Prozent auf den höchsten Stand seit der Einführung des Euro als Buchgeld im Jahr 1999 gestiegen.

Eurozone: Wirtschaft wächst deutlich stärker als erwartet

LUXEMBURG - Die Eurozone ist im Frühjahr deutlich stärker als erwartet gewachsen. Im zweiten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der 19 Euroländer zum Vorquartal um 0,7 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit einem Wachstum von 0,2 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum wuchs die Eurozone um 4,0 Prozent. In der gesamten EU war die Entwicklung ähnlich.

Eurozone: Inflation steigt auf Rekordwert von 8,9 Prozent

LUXEMBURG - Die Inflation in der Eurozone hat sich im Juli auf hohem Niveau weiter beschleunigt und abermals einen Rekordwert erreicht. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich die Verbraucherpreise um 8,9 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Dies ist die höchste Rate seit Einführung des Euro als Buchgeld im Jahr 1999. Im Vormonat waren die Verbraucherpreise um 8,6 Prozent gestiegen. Analysten hatten eine Beschleunigung auf 8,7 Prozent erwartet.

Italien: Wirtschaft wächst kräftig

ROM - Die Wirtschaft in Italien ist im Frühjahr kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 1,0 Prozent, wie das Statistikamt Istat am Freitag in Rom mitteilte. Analysten waren im Schnitt von einem deutlich niedrigeren Zuwachs um 0,3 Prozent ausgegangen. Das Wachstum fällt auch wesentlich stärker aus als im ersten Quartal, als es lediglich 0,1 Prozent betragen hatte.

Spanien: Inflation steigt über 10 Prozent

MADRID - Der bereits rasante Preisauftrieb in Spanien hat sich erneut beschleunigt und die Inflationsrate über die Marke von zehn Prozent steigen lassen. Die nach europäischer Methode gemessenen Verbraucherpreise (HVPI) erhöhten sich im Juli im Jahresvergleich um 10,8 Prozent, wie das Statistikamt INE am Freitag in Madrid mitteilte. Im Vormonat hatte die Rate 10,0 Prozent betragen.

Spanien: Wirtschaft wächst deutlich

MADRID - Die Wirtschaft Spaniens ist im Frühjahr deutlich gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 1,1 Prozent, wie das Statistikamt INE am Freitag in Madrid mitteilte. Analysten waren im Schnitt von einem deutlich niedrigeren Zuwachs um 0,4 Prozent ausgegangen. Das Wachstum fällt wesentlich stärker aus als im ersten Quartal, als es lediglich 0,2 Prozent betragen hatte.

Frankreich: Inflation legt weiter zu

PARIS - Die Inflation in Frankreich hat sich im Juli weiter erhöht. Die nach europäischer Methode berechneten Verbraucherpreise (HVPI) stiegen im Jahresvergleich um 6,8 Prozent, wie das Statistikamt Insee am Freitag in Paris mitteilte. Das ist die höchste Rate seit Einführung des Euro als Buchgeld im Jahr 1999. Damit ist die Inflationsrate den sechsten Monat in Folge gestiegen. Im Vormonat hatte die Rate 6,5 Prozent betragen.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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