ROUNDUP: Inflationsrate kratzt an Vier-Prozent-Marke: 3,9 Prozent im August

WIESBADEN - Deutschlands Verbraucher müssen einen weiteren Preisanstieg verkraften. Mit 3,9 Prozent im August kratzt die Inflationsrate in Europas größter Volkswirtschaft erstmals seit fast 30 Jahren an der Vier-Prozent-Marke. Von Juli auf August 2021 stagnierte das Niveau der Verbraucherpreise, wie das Statistische Bundesamt am Montag anhand vorläufiger Berechnungen mitteilte.

USA: Schwebende Hausverkäufe fallen überraschend

WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der noch nicht ganz abgeschlossenen Hausverkäufe überraschend weiter gefallen. Im Juli gingen die Verkäufe im Monatsvergleich um 1,8 Prozent zurück, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Montag in Washington mitteilte. Analysten wurden vom erneuten Rückschlag überrascht. Sie hatten einen leichten Zuwachs um 0,3 Prozent erwartet. Im Juni hatte es einen ähnlich starken Dämpfer um revidiert 2,0 Prozent (zuvor 1,9 Prozent) gegeben.

Eurozone: Wirtschaftsstimmung sinkt nach Rekordhoch

BRÜSSEL - Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich im August spürbar von ihrem im Juli erreichten Rekordhoch entfernt. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) fiel auf Monatssicht um 1,5 Punkte auf 117,5 Zähler, wie die Europäische Kommission am Montag in Brüssel mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 118,0 Punkte gerechnet.

Spanien: Energiepreise treiben Inflation

MADRID - Steigende Energiepreise haben die Inflation in Spanien weiter angetrieben. Im August erhöhten sich die nach europäischer Methode berechneten Verbraucherpreise um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das Statistikamt INE am Montag in Madrid mitteilte. Das Resultat lag über der Entwicklung im Vormonat und der durchschnittlichen Erwartung von Analysten für August von jeweils 2,9 Prozent.

OECD: Erholung nach Corona-Einbruch beschleunigt sich

PARIS - Nach dem coronabedingten Wirtschaftseinbruch registriert die Industriestaatenorganisation OECD eine beschleunigte Erholung im zweiten Jahresdrittel. Lediglich in den USA aber liegt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits wieder um 0,8 Prozent über Vorkrisenniveau, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Montag in Paris mit. In der Eurozone lag das Bruttoinlandsprodukt noch um 3 Prozent und in der EU um 2,6 Prozent unter dem Niveau vor Beginn der Corona-Pandemie.

ROUNDUP: Arbeitskräfte weiterhin gefragt - Ausbildung bleibt Sorgenkind

NÜRNBERG - Während die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland weiter wächst, ist auf dem Ausbildungsmarkt keine schnelle Erholung in Sicht. Einer KfW-Umfrage zufolge erwartet jeder vierte ausbildende Mittelständler (26 Prozent), am Jahresende weniger Lehrlinge unter Vertrag zu haben als Ende 2020. Die Chancen für Jobsuchende haben sich hingegen seit dem Frühjahr verbessert. Zuletzt hat sich die Nachfrage nach Arbeitskräften aber verlangsamt.

Ifo-Präsident warnt vor Vermögensteuer

MÜNCHEN - Ifo-Präsident Clemens Fuest hat vor der Einführung einer Vermögensteuer gewarnt, weil sie eine Wachstumsbremse sei. Das Bruttoinlandsprodukt "wäre nach acht Jahren mit Vermögensteuer um bis zu 6,2 Prozent niedriger als ohne Vermögensteuer", schrieb Fuest in einer am Montag veröffentlichten Studie für die Stiftung Familienunternehmen: "Eine Vermögensteuer wirkt krisenverstärkend und nimmt keine Rücksicht auf die Liquiditätslage der Unternehmen. Die Steuer mindert Anreize zu Investitionen und Kapitalbildung."

Tarifverdienste bleiben im zweiten Quartal unter der Inflation

WIESBADEN - Die Tarifbeschäftigten in Deutschland haben im zweiten Quartal nur Verdiensterhöhungen unterhalb der allgemeinen Preissteigerung erhalten. Einschließlich der fest vereinbarten Sonderzahlungen stiegen die Verdienste um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Montag berichtete. Die Verbraucherpreise legten im gleichen Zeitraum 2,4 Prozent zu, so dass sich für die Beschäftigten Reallohnverluste ergaben. Im Vorquartal hatten die Einkommenssteigerungen von 1,3 Prozent die Inflation noch ausgeglichen.

Baubranche kämpft weiter mit Materialmangel - Flut macht Probleme

MÜNCHEN - Der Materialengpass auf deutschen Baustellen hat sich etwas abgemildert, die Lage bleibt jedoch angespannt. Das geht aus einer aktuellen Branchenumfrage des Münchner Ifo-Instituts hervor. 42,2 Prozent der Unternehmen im Hochbau litten demnach eigenen Angaben zufolge unter Materialknappheit. Das sind weniger als im Juli (48,8 Prozent) aber noch immer deutlich mehr als etwa im März (5,6 Prozent).

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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