ROUNDUP/Schweizer Franken fällt: Erstmals seit Kursfreigabe 1,20 Franken je Euro

FRANKFURT - Der starke Euro, eine beharrliche Negativzinspolitik und womöglich gar die jüngsten US-Sanktionen gegen Russland lassen die Währungshüter in der Schweiz aufatmen: Erstmals seit der Freigabe des Wechselkurses Anfang 2015 ist der Wert des Schweizer Franken wieder unter den ehemals fixierten Höchstwert gefallen. Am Donnerstag mussten für einen Euro kurzzeitig über 1,20 Franken gezahlt werden. Damit fiel der Kurs wieder hinter die Marke zurück, bei der die Schweizerische Nationalbank (SNB) jahrelang jede weitere Franken-Aufwertung verhindert hatte - bevor sie ihr Versprechen überraschend aufgab.

Eurozone: Leistungsbilanz mit geringerem Überschuss

FRANKFURT - Der Überschuss in der Leistungsbilanz der Eurozone ist im Februar gesunken. Nach Zahlen der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Donnerstag fiel der Überschuss von 39,0 Milliarden Euro im Vormonat auf 35,1 Milliarden Euro. Die Entwicklung geht auf geringere Überschüsse in der Handels- und Einkommensbilanz zurück.

USA: Frühindikatoren steigen wie erwartet

WASHINGTON - In den USA ist der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im März erwartungsgemäß gestiegen. Er legte zum Vormonat um 0,3 Prozent zu, wie das private Forschungsinstitut Conference Board am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten mit diesem Anstieg gerechnet. Der Zuwachs vom Februar wurde von 0,6 auf 0,7 Prozent korrigiert.

USA: Philly-Fed-Index überraschend gestiegen

PHILADELPHIA - In den USA hat sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im April überraschend aufgehellt. Der Indikator der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) stieg von 22,3 Punkten im Vormonat auf 23,2 Punkte, wie die regionale Zentralbank am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten stattdessen einen Rückgang auf 21,0 Punkte erwartet.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe wenig verändert

WASHINGTON - In den USA hat sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe kaum verändert. In der vergangenen Woche sank die Zahl der Erstanträge um 1000 auf 232 000, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten mit 230 000 Anträgen gerechnet.

Großbritannien: Umsatz im Einzelhandel sinkt stärker als erwartet

LONDON - Der britische Einzelhandel hat im März einen überraschend starken Dämpfer erhalten. Im Monatsvergleich seien die Umsätze um 1,2 Prozent gesunken, teilte das Statistikamts ONS am Donnerstag mit. Analysten hatten zwar einen Rückgang erwartet, aber nur um 0,6 Prozent. Im Februar waren die Umsätze noch um 0,8 Prozent gestiegen.

Druck auf Hongkongs Währung steigt - Höchste Zinsen seit Finanzkrise

FRANKFURT - Steigende Zinsen in den USA bringen die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong wirtschaftlich immer mehr unter Druck. Bis Donnerstag hat die Währungsbehörde 51,3 Milliarden Hongkong-Dollar (6,5 Milliarden US-Dollar) aufgekauft, um den Wert der eigenen Währung zu stützen. Vor einer Woche mussten erstmals seit 30 Jahren für einen US-Dollar 7,85 Hongkong-Dollar bezahlt werden. Seither bewegt sich der Kurs - abgesehen von einem Ausreißer am Donnerstag - nahe dieser Marke, die von der Währungsbehörde durch Interventionen verteidigt wird.

Ratingagentur Moody's sieht Russland gegen Sanktionen gewappnet

NEW YORK - Die große Ratingagentur Moody's sieht Russland gut gewappnet gegen US-amerikanische Wirtschaftssanktionen. Russlands starke finanzielle Lage im öffentlichen Bereich und im Ausland werde dazu beitragen, die Wirtschaft vor den Auswirkungen der Sanktionen zu schützen, teilte Moody's am Donnerstag in einer Erklärung in New York mit. Allerdings würden die US-Sanktionen einige Unternehmen hart treffen, insbesondere den Aluminiumhersteller Rusal. Zudem bestehe das Risiko weiterer Sanktionen.

ROUNDUP: Stabiler Wirtschaftsaufschwung in Deutschland - aber zunehmend Risiken

BERLIN - Bei dem seit Jahren anhaltenden Wirtschaftsaufschwung in Deutschland verstärken sich aus Sicht führender Forscher die Risiken. Zwar gehe der Boom weiter, sagte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser bei der Vorlage des Frühjahrsgutachtens am Donnerstag in Berlin. "Allerdings wird die Luft dünner, da die noch verfügbaren gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten knapper werden." In den Unternehmen gebe es bereits eine hohe Kapazitätsauslastung, die zuletzt noch einmal gestiegen sei. Die Firmen sehen einen Mangel an Fachkräften als immer größeres Problem. Ein Risiko sei auch der laufende Handelskonflikt mit den USA.

ROUNDUP 2: Merkel und Macron wollen bei EU-Reform im Sommer liefern

BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollen trotz inhaltlicher Differenzen zur EU-Reform bald gemeinsame Vorschläge für eine Wiederbelebung Europas präsentieren. "Wir brauchen eine offene Debatte und am Schluss die Fähigkeit zum Kompromiss", sagte Merkel am Donnerstag in Berlin bei einem Besuch des französischen Präsidenten. Man wolle bis zum EU-Gipfel Ende Juni zentrale Entscheidungen treffen. Merkel und Macron kündigten zudem an, sie wollten bei ihren jeweiligen Besuchen bei US-Präsident Donald Trump beim Handelsstreit und der Lösung der Syrien-Krise gemeinsame Positionen vertreten.

ROUNDUP/Südkoreas Präsident: Nordkorea zur atomaren Abrüstung bereit

SEOUL/MAR-A-LAGO - Vor seinem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat sich Südkoreas Präsident Moon Jae In optimistisch über ein Abkommen zum kompletten Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms gezeigt. "Nordkorea hat seinen Willen zur vollständigen Denuklearisierung geäußert", sagte Moon am Donnerstag laut seinem Büro bei einem Treffen mit Führungskräften einheimischer Medien.

Auch Russland legt bei WTO Beschwerde gegen US-Stahlzölle ein

GENF - Nach China, der EU und anderen Ländern hat auch Russland bei der Welthandelsorganisation (WTO) Beschwerde gegen die US-Zölle auf Stahl und Aluminium eingelegt. Moskau argumentiert, Washington mache zwar seine nationale Sicherheit geltend, im Grunde handele es sich aber um Schutzzölle, wie aus einem am Donnerstag bei der WTO veröffentlichten Schreiben hervorgeht. Russland verlangt nun Gespräche mit den USA. Man halte sich alle weiteren Optionen offen.

IWF-Direktorin Lagarde warnt vor Risiken für die Weltwirtschaft

WASHINGTON - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hält seine Warnungen vor nahenden Gefahren für die Weltwirtschaft aufrecht. Für den Moment möge der Ausblick strahlend sein, sagte IWF-Direktorin Christine Lagarde am Donnerstag in Washington. "Wir sehen aber mehr Wolken am Horizont als im Oktober."

US-Notenbank: Unternehmen besorgt über Zölle

WASHINGTON - Ungeachtet einer weiterhin robusten Entwicklung der US-Wirtschaft verunsichert die Zollpolitik von Präsident Donald Trump Firmen im eigenen Land. "Zwar bleiben die Aussichten positiv, aber Unternehmen in verschiedenen Branchen einschließlich dem Verarbeitenden Gewerbe, der Landwirtschaft und dem Transportwesen haben Sorgen wegen der zuletzt erhobenen beziehungsweise vorgeschlagenen Zölle geäußert", hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed ("Beige Book").

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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