Lauterbach: Im Kampf gegen das Coronavirus sind die Bürger gefragt

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zählt im Kampf gegen das Coronavirus auf das Verhalten der Menschen - weniger auf die Eindämmungsmaßnahmen. "Es wird darauf ankommen, wie sich die Bevölkerung verhält. Das ist wichtiger als einzelne Maßnahmen. Viele Auflagen lassen sich ohnehin schwer überprüfen", sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bei einer weiterhin so schnellen Ausbreitung des Coronavirus rechnet Lauterbach mit lokalen Shutdowns in Deutschland. "Es ist ganz simpel. Der R-Wert liegt bei etwa 1,3. Wenn wir den nicht runter bekommen, steigen die täglichen Fallzahlen innerhalb kürzester Zeit so stark an, dass die Kliniken und Gesundheitsämter überlaufen werden."

Mehr als 200 000 Corona-Todesfälle im Europäischen Wirtschaftsraum

Stockholm - In der EU und ihren wichtigsten europäischen Partnerstaaten sind mittlerweile mehr als 200 000 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Wie aus den täglich aktualisierten Zahlen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten hervorgeht, gab es im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) einschließlich Großbritannien bei nunmehr knapp 4,8 Millionen bestätigten Corona-Infektionen bislang 200 587 gemeldete Todesfälle. Unter den 15 Ländern des Raums mit den meisten Gesamtinfektionen hat Deutschland auf die Bevölkerung gemessen in den vergangenen 14 Tagen gemeinsam mit Schweden die mit Abstand niedrigsten Infektionszahlen und Todesraten.

Welle der Solidarität in Frankreich nach Enthauptung eines Lehrers

Paris - Minutenlanger Applaus im Gedenken an den brutal ermordeten Lehrer: Zehntausende haben in Frankreich mit einer riesigen Welle der Solidarität an den aus mutmaßlich terroristischen Motiven getöteten Lehrer erinnert und für Meinungsfreiheit demonstriert. Auf der Pariser Place de la République versammelten sich am Sonntagnachmittag trotz Corona Tausende. "Ihr macht uns keine Angst. Wir haben keine Angst", schrieb Premier Jean Castex, der ebenfalls bei der Kundgebung war. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Lehrer von einem 18-Jährigen enthauptet wurde, weil er Karikaturen des Propheten Mohammed im Unterricht gezeigt hatte.

Zehntausende protestieren gegen Staatschef Lukaschenko

Minsk - Zehntausende Menschen haben in Belarus bei einem neuen Protestmarsch gegen Staatschef Alexander Lukaschenko demonstriert. Sie zogen am Sonntag begleitet von einem großen Aufgebot von Polizei und Militär durch die Hauptstadt Minsk. Auch in anderen Städten gab es Aktionen. Dabei rief die Menge "Es lebe Belarus" und "Lukaschenko in den Gefängniswagen". Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Wesna gab es bis zum frühen Abend etwa 80 Festnahmen, die meisten davon in der Hauptstadt. Aus Minsk gab es auch wieder Bilder von vielen Militärfahrzeugen und Gefangenentransportern, die im Nachrichtenkanal Telegram veröffentlicht wurden.

Neue Feuerpause für Berg-Karabach schon nach wenigen Stunden brüchig

Eriwan/Baku - Im blutigen Konflikt in der Südkaukasus-Region Berg-Karabach haben Armenien und Aserbaidschan einen neuen Anlauf für eine Feuerpause genommen. Sie trat in der Nacht zum Sonntag in Kraft, war aber offenbar bereits wenige Stunden danach brüchig. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, die Waffenruhe verletzt zu haben. Armenien sprach nach neuen Angriffen der aserbaidschanischen Seite von Opfern auf beiden Seiten. Zuvor gab es international Appelle, die Kämpfe zu beenden und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die beiden Ex-Sowjetrepubliken kämpfen seit Jahrzehnten um die bergige Region mit etwa 145 000 Bewohnern.

Britischer Staatsminister: Brexit-Handelspakt wird unwahrscheinlicher

London - Im Brexit-Streit sind die Chancen auf einen Handelspakt mit der Europäischen Union aus Sicht der britischen Regierung gesunken. Brüssel sei nicht kompromissbereit, kritisierte Staatsminister Michael Gove im Interview des Senders Sky News. Gove hatte die Chancen auf ein Abkommen nach der Brexit-Übergangsphase Ende des Jahres zuletzt auf 66 Prozent eingeschätzt. Jetzt sagte er: "Es ist weniger." Nun liege es am EU-Unterhändler Michel Barnier, ob ein Deal doch noch zustande komme. "Der Ball ist in seinem Spielfeld", sagte Gove, der mit den Vorbereitungen für ein Scheitern der Verhandlungen betraut ist. Die EU müsse ihre Haltung ändern./n1/DP/edh