Kreise: Entscheidung über Deutsche-Bank-Spitze noch im Juli

FRANKFURT/MAIN - Die Entscheidung über die künftige Führungsspitze der Deutschen Bank könnte nach Einschätzung aus Aufsichtsratskreisen noch im Juli fallen. 'Es könnte sein, dass man sich in der nächsten Aufsichtsratssitzung am 26. Juli auf die Doppelspitze einigt', erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch aus dem Gremium. Allerdings seien noch eine Reihe von Fragen offen. 'Wir werden im Aufsichtsrat harte, kontroverse Diskussionen führen, aber alles tun, um eine Kampfabstimmung zu verhindern.' Durchsetzen könnte sich ein Duo aus dem Investmentbanker Anshu Jain und Deutschland-Chef Jürgen Fitschen. 'Ich glaube, dass man damit die richtige Lösung finden würde', sagte ein Aufsichtsratsmitglied.

RWE: Mit Investitionen auf richtigem Weg

ESSEN - Der unter dem Atomausstieg leidende Stromversorger RWE      sieht sich angesichts der Energiewende auf seinem Investitionskurs in Richtung Gas- und Kohlekraftwerke sowie erneuerbare Energien bestätigt. Investitionen in weitere neue fossile Kraftwerke in Westeuropa, wie sie für die Versorgungssicherung nach Meinung von Experten nötig sind, erteilt der Konzern jedoch eine Absage. 'Die Rahmenbedingungen sind nicht gegeben, dass sich das wirtschaftlich darstellt', sagte am Dienstagabend Matthias Hartung, Vorstandschef von RWE Technology. Die Sparte ist unter anderem für die konventionellen Neubauten zuständig. RWE kostet der Atomausstieg nach eigenen Angaben mehrere Milliarden Euro. Für Strom liege der zu erzielende Preis je Megawattstunde bei 60 Euro, er müsste laut Hartung bei rund 80 Euro liegen, damit Gaskraftwerke sich rechneten.

Gerresheimer sieht sich nach starkem Quartal klar auf Wachstumskurs

DÜSSELDORF - Der Hersteller von Spezialverpackungen und Medizintechnik Gerresheimer      sieht sich nach einem überraschend starken zweiten Quartal klar auf Wachstumskurs. 'Insbesondere unsere Geschäftsbereiche Behälterglas und Kunststoffsysteme haben sehr gut abgeschnitten', sagte Konzernchef Uwe Röhrhoff am Mittwoch. Der MDax-Konzern      steigerte im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn überraschend deutlich. Auch für den Rest des Jahres zeigte sich Röhrhoff optimistisch und bestätigte die Prognosen. Das Röhrenglasgeschäft dürfte im zweiten Halbjahr nach den erfolgten Anpassungen wieder zum gewohnten Wachstumsmotor werden. Im zweiten Quartal (Ende Mai) legte der Gewinn trotz Sonderlasten im Vergleich zum Vorjahr um 18,8 Prozent auf 13,3 Millionen Euro zu. Im zweiten Quartal belasteten planmäßige Generalüberholungen von Schmelzwannen und Kapazitätsanpassungen bei Spritzensystemen. Darüber hinaus drückten Einmalaufwendungen für die Refinanzierung das Ergebnis. Dafür bestehe nun für fünf bis sieben Jahre Finanzierungssicherheit, sagte Finanzvorstand Hans-Jürgen Wiecha.

Carrefour steigert dank Schwellenländern Umsatz - Europa schwächelt

PARIS - Der französische Handelskonzern Carrefour      hat dank des ungebrochenen Wachstums in den Schwellenländern im zweiten Quartal seinen Umsatz gesteigert. Die Erlöse stiegen um 1,6 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Paris mitteilte. Bereinigt um Wechselkurseffekte lag der Zuwachs bei drei Prozent. Damit erreichte der weltweit zweitgrößte Einzelhändler knapp die Erwartungen von Analysten. Für das gesamte erste Halbjahr rechnet das Unternehmen mit einem Einbruch des operativen Gewinns von 23 Prozent auf 760 Millionen Euro. Dies liege vor allem am Geschäft in Frankreich, wo insbesondere die großen Supermärkte wegen der harten Konkurrenz schwächeln. Um gegenzusteuern, baut Carrefour die großen Hypermarchés derzeit um. Das Unternehmen will die Preise senken und dafür etwa stärker auf Eigenmarken setzen. Zudem setzt der Konzern auf Expansion in den Schwellenländern vor allem in Südamerika. Dort wollen sich die Franzosen mit dem brasilianischen Konkurrenten Grupo Pao de Acucar (CBD) verbünden und damit in einen Machtkampf mit den französischen Rivalen Casino      einsteigen.

Thomas Cook hat Einstieg in Russland unter Dach und Fach

PETERBOROUGH/MOSKAU - Europas zweitgrößter Reiseveranstalter Thomas Cook      hat seinen Einstieg in den russischen Reisemarkt unter Dach und Fach. Mehr als drei Jahre nach der ersten Ankündigung und fast acht Monate nach Vertragsabschluss steht nun das Gemeinschaftsunternehmen mit dem russischen Veranstalter VAO Intourist, wie Thomas Cook am Mittwoch im britischen Peterborough mitteilte. Der Konzern, der in Deutschland vor allem mit der Marke Neckermann Reisen präsent ist, übernimmt dabei für bis zu 45 Millionen US-Dollar (34 Mio Euro) die Mehrheit an den Reisebüros und dem Veranstaltergeschäft von VAO Intourist.

Telefónica jagt Deutscher Telekom Großkunden ab

MÜNCHEN - Der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica      hat die Daimler AG      als neuen Kunden seiner deutschen Mobilfunksparte gewonnen. Die Mitarbeiter des Stuttgarter Autobauers würden somit künftig Mobilfunkdienste und Internet über die deutsche Tochter O2 nutzen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Bisheriger Vertragspartner von Daimler ist die Deutsche Telekom      , wie ein Sprecher des Bonner Unternehmens auf Anfrage bestätigte. Auch die Telekom habe bei der Neuausschreibung des Vertrags ein Gebot abgegeben, sagte der Sprecher weiter. Beim Geschäftskundenmarkt handle es sich um einen hart umkämpften Markt.

IPO: Evernote will mit neuer Kapitalspritze weiter wachsen

BERLIN - Mit einer weiteren Kapitalspritze von 50 Millionen Dollar will der Internet-Notizdienst Evernote die Grundlagen für einen Börsengang schaffen. Das kalifornische Unternehmen teilte am Mittwoch mit, dass die Beteiligungsgesellschaft Sequoia Capital zusammen mit Morgenthaler Ventures 50 Millionen Dollar bereitgestellt habe. Sequoia war auch an der letzten Finanzierungsrunde im Oktober 2010 beteiligt, die ein Volumen von 20 Millionen Dollar hatte.

EU prüft Beihilfen für Autobauer BMW und VW

BRÜSSEL - Die EU-Kommission hat Zweifel an der Zulässigkeit staatlicher Beihilfen für die Autowerke von BMW      und Volkswagen      in Sachsen. Die Brüsseler Wettbewerbshüter eröffneten am Mittwoch ein Verfahren und nehmen die Hilfen genauer unter die Lupe. Man müsse klären, ob die europäischen Regeln eingehalten werden, teilte die Behörde mit. Eine solche Untersuchung sagt noch nichts über das Ergebnis aus. Sollten die Finanzspritzen unzulässig sein, dürfen die Unternehmen sie nicht erhalten oder müssen sie zurückzahlen. Bei BMW begutachtet die EU-Behörde eine Hilfe von 46 Millionen Euro, die Deutschland für die Produktion von Elektroautos im Leipziger Werk gewähren will. Dabei gehe es um das batteriebetriebene Modell i3 und das Hybridfahrzeug i8. Insgesamt beläuft sich das Investitionsvorhaben auf 368 Millionen Euro.

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