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NEW YORK (dpa-AFX) - Oracles Optimismus rund um das Geschäft mit Künstlicher Intelligenz (KI) hat am Mittwoch den Aktien des US-Software-Unternehmens ein Rekordhoch beschert. Die Papiere sprangen gleich zum Handelsstart steil nach oben und legten zuletzt an der Spitze des S&P 100 um 12,4 Prozent auf 139,19 US-Dollar zu. Damit ließen sie ihre bisherige Höchstmarke aus dem Monat März bei knapp 133 Dollar hinter sich. Der Börsenwert beträgt mittlerweile rund 383 Milliarden Dollar.

Der Softwarekonzern überzeugte seine Anleger mit hohen Buchungen für seine Programme und mit Partnerschaften für die künftigen Geschäfte. Der SAP -Rivale hatte am späten Dienstagabend zur Vorlage seiner Geschäftsjahreszahlen für 2023/24 einen Ausbau der Kooperation mit dem Software-Schwergewicht Microsoft sowie dem ChatGPT-Erfinder OpenAI bekannt gegeben. So soll die Cloud-KI-Plattform von Microsoft auch auf Oracle-Datenzentren laufen. Zudem will der Suchmaschinenriese Google Oracle-Datenbanktechnik in seiner Cloud-Plattform anbieten.

Kurzfristig werde Oracle wohl von der Zusammenarbeit mit Microsoft und Google profitieren, schrieb Analyst Brent Thill von der Investmentbank Jefferies. Dass Microsoft das KI-Sprachmodell ChatGPT auf der Cloud-Infrastruktur von Oracle (OCI) trainiere, lasse darauf schließen, dass die KI-Angebote des Windows-Konzerns stärker nachgefragt seien, als Rechenkapazitäten bestünden. Längerfristig würden jedoch eher Microsoft und Google die Früchte ernten, vermutet der Experte.

Beeindruckt zeigte sich Thill von der zuletzt starken Nachfrage nach den IT-Angeboten von Oracle. So sei der sogenannte bereits gesicherte zukünftige Umsatz (Remaining Performance Obligation, RPO) im Schlussquartal um 44 Prozent nach oben geschnellt. Im dritten Quartal habe die Wachstumsrate noch 29 Prozent betragen. Von einem gesamten RPO von zuletzt 98 Milliarden Dollar entfallen laut Thill allein gut 12,5 Milliarden Dollar auf 30 Aufträge im Zusammenhang mit KI.

Angesichts dieser Dynamik hoben große Investmenthäuser wie etwa die UBS, die Bank of America oder Goldman Sachs ihre Kursziele für die Oracle-Aktie an. Oracle habe im vergangenen Quartal zwar beim Umsatz die eine oder andere Zielmarke verpasst, die KI-Story sei aber "stark genug, um die Stimmung zu heben", schrieb UBS-Analyst Karl Keirstead und rät weiter zum Kauf der Papiere. Raimo Lenschow von Barclays lobte: Vor allem die Wachstumssignale des Managements dürften noch mehr Anleger davon überzeugen, dass Oracle ein weiterer starker Profiteur des KI-Themas sei./ck/bek/men