AKTIE IM FOKUS/Nervöse Anleger

SAP rutschen vor Zahlen an das Dax-Ende 22.04.2025, 13:41 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
SAP 171,85 EUR +3,03 % Lang & Schwarz

FRANKFURT (dpa-AFX) - Im Sog schwacher Vorgaben aus der US-Technologiebranche haben die Aktien von SAP am Dienstag deutlich nachgegeben. Anleger warten zudem auf die am Abend anstehenden Zahlen zum ersten Quartal des Softwarekonzerns. Die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit, die das unberechenbare politische Agieren von US-Präsident Donald Trump weltweit hervorruft, werde über kurz oder lang auch an den Walldorfern nicht spurlos vorbeigehen, schreiben Analysten.

Zum Handelsstart sank das SAP-Papier unter die immerhin noch leicht nach oben weisende 200-Tage-Linie, die den längerfristigen Trend signalisiert und bei rund 225,70 Euro verläuft. Diese viel beachtete charttechnische Trendlinie war vor zwei Wochen bereits - erstmals seit sehr langer Zeit - auf die Probe gestellt worden, hatte am Ende aber als Unterstützung gehalten.

Zur Mittagszeit gab die SAP-Aktie als Schlusslicht im leicht schwächelnden Dax um 4,4 Prozent auf 216,10 Euro nach. Vom Rekordhoch der Aktie am 19. Februar bei 283,50 Euro ist inzwischen rund ein Viertel wieder weggebröckelt.

Am Ostermontag hatte eine verbale Attacke Trumps auf Notenbankchef Jerome Powell für den nächsten Kursrutsch an den US-Börsen gesorgt und besonders dem IT-Sektor zugesetzt.

Seit dem 2. April, als Trump ein horrendes Zoll-Paket bekannt gab, seien die von ihm beobachteten Aktien aus dem europäischen Software- und IT-Dienstleistungsbereich im Schnitt um 7 Prozent gefallen, schrieb UBS-Analyst Michael Briest in einer aktuellen Sektorstudie. Seit Trump im Amt sei, belaufe sich das Minus auf im Durchschnitt 9 Prozent.

Für SAP sieht der UBS-Experte zwar keine direkten Auswirkungen durch Zölle, aber indirekte. Er verweist darauf, dass etwa die 90-tägige Zollaussetzung keine echte Erleichterung sei. Sie berge vielmehr das Risiko eines Quartals der Unentschlossenheit und des Zögerns, denn viele SAP-Kunden seien in Branchen tätig, die von den Zöllen betroffen sein könnten, schrieb er in seinem jüngst veröffentlichten Ausblick auf die SAP-Zahlen zum ersten Quartal.

Auch Analyst Knut Woller von der Baader Bank hob die indirekten Auswirkungen auf das Geschäft von SAP durch die angekündigten US-Zölle hervor und erklärte, dass Kunden der Walldorfer wegen möglicher Zölle gezwungen sein könnten, ihre IT-Ausgaben zu kürzen.

Nach den Aufträgen und der Restrukturierung im vergangenen Jahr ist SAP laut Charles Brennan vom Investmenthaus Jefferies mit Blick auf das erste Quartal zwar ein "relativ sicherer Hafen", doch auch Brennan ist vorsichtig. Technologieausgaben seien zyklisch, schrieb er. Zwar würden bestehende Verträge nur selten gekündigt, Kunden könnten aber neue Geschäftsentscheidungen verschieben. Je länger die konjunkturelle Unsicherheit anhalte, desto größer werde das Risiko. Entsprechend naiv sei es zu glauben, dass SAP einem anhaltenden Abschwung gegenüber immun bleiben könnte.

Außerdem: Der Rückenwind, den SAP bislang durch Wechselkurseffekte genossen hat, ist spürbar abgeflaut. Trotz der Überzeugung, dass SAP an diesem Abend starke Zahlen berichten wird, machten Brennan und UBS-Experte Briest beim Ausblick auf das Gesamtjahr Abstriche.

Briest rechnet damit, dass das Management die Jahreszielspannen für Umsatz und operatives Ergebnis bestätigen wird. Die Prognose eines währungsbedingten Anschubs für den Umsatz in Höhe von 200 Basispunkten und 400 Basispunkten für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern in diesem Jahr dürften sich jedoch verflüchtigen, schrieb er.

Jefferies-Analyst Brennan hatte in seinem Anfang April vorgelegten Ausblick auf die Quartalszahlen die Schätzungen wegen der Wechselkursveränderungen um 2 Prozent gesenkt. Er rechnet damit, dass der Konsens, also die durchschnittliche Analystenschätzung, ebenfalls in Kürze deshalb etwas sinken werde. Vor dem zunehmend unsichereren Hintergrund geht er aber dennoch davon aus, dass die Zahlen von SAP "zu den stabilsten der Branche zählen werden".

Europas größter Softwarekonzern SAP legt an diesem Abend nach dem US-Börsenschluss seine Quartalsbilanz vor. Erwartet wird allgemein ein deutliches Ergebnisplus, angetrieben von einem weiterhin starken Cloud-Wachstum./ck/bek/mis

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Weitere News

Gestern 22:35 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:31 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:30 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:20 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 21:50 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 21:06 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer