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Finanzpaket-Hoffnung treibt Dax auf Rekordhoch 18.03.2025, 14:40 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Hoffnung auf ein historisches Finanzpaket in Deutschland hat dem Dax am Dienstag zu einem erneuten Rekordhoch verholfen. Die Bestmarke wurde am Vormittag ganz leicht auf gut 23.476 Punkte nach oben geschraubt. Während gespannt auf das Ergebnis der Abstimmung gewartet wurde, betrug das Plus am Nachmittag dann noch ein Prozent auf 23.387 Zähler. Der deutsche Leitindex konnte sein Jahresplus in der Spitze auf knapp 18 Prozent ausbauen.

Anleger bleiben optimistisch, dass die Schuldenbremse gelockert und der Weg für milliardenschwere Investitionen in Rüstung und Infrastruktur geebnet wird. Das dazu geschnürte Finanzpaket soll am Dienstag im alten Bundestag eine erste Hürde nehmen, bevor am Freitag dann noch die Abstimmung im Bundesrat ansteht.

Noch stärker gefragt waren weiterhin die Werte aus der zweiten und dritten deutschen Börsenreihe: Während der MDax mit den mittelgroßen deutschen Unternehmen um 1,40 Prozent auf 29.928 Zähler zulegte, wies der SDax mit einem Anstieg um 2,3 Prozent den größten Schwung auf. Der Kleinwerte-Index nähert sich allmählich seinem 2021 aufgestellten Rekord.

Bei der Abstimmung im Bundestag ist eine Zweidrittelmehrheit nötig, die Union, SPD und Grüne im alten Bundestag rechnerisch gemeinsam erreichen. In Erwartung der drastisch erhöhten Staatsausgaben wird die konjunkturelle Zuversicht der Anleger größer. Dies zeigte sich auch an den Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten, die im ZEW-Index gemessen werden. Diese hellten sich erneut kräftig auf.

"Die potenziellen Koalitionspartner zünden mit ihren geplanten großvolumigen Staatsausgaben die Konjunkturrakete", urteilte Thomas Gitzel von der VP Bank mit Blick auf den ZEW-Index. Der "Merz-Turbo" bringe die deutsche Wirtschaft "auf die Überholspur". Laut der Helaba sorgt die US-Zollpolitik zwar für Verunsicherung, das schuldenfinanzierte Konjunkturprogramm wiege derzeit aber schwerer.

Aktienseitig blieben die zuletzt schon von dem Milliardenpaket angetriebenen Werte aus den Rüstungs- und Infrastrukturbereichen im Mittelpunkt - auch deshalb, weil Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) noch für diese Woche eine Freigabe aufgestockter Ukraine-Hilfen in Aussicht stellte. Den einschlägigen Rüstungsaktien Rheinmetall , Hensoldt und Renk gelangen erneute Rekorde.

Anleger erweiterten zuletzt aber schon den Kreis um weitere Profiteure. SFC Energy zum Beispiel setzten ihren Vortagskurssprung zeitweise fort, wobei sich ihr Plus zuletzt etwas auf zwei Prozent relativierte. Zum besten SDax-Wert avancierten Deutz mit einem Kurssprung um 14 Prozent. Sie profitierten dabei von der Idee, mit ihren Motoren auch etwas abzubekommen.

Inspiriert wurden die Deutz-Anleger wohl vom österreichischen Motorenbauer Steyr Motors , dessen Aktien einen steilen Kursanstieg hinter sich haben. Beim Steyr-Großaktionär Mutares setzten allerdings Gewinnmitnahmen ein, denn der Kurs sackte hier mit zehn Prozent ins Minus. Auch beim SDax-Wert Alzchem wurde Kasse gemacht, wie ein siebenprozentiger Abschlag zuletzt zeigt.

Die Aktien von Thyssenkrupp blieben dagegen als vermutlicher Profiteur des Rüstungsbooms begehrt. Mit einem Kurssprung um zehn Prozent wurden sie erstmals seit drei Jahren wieder über zehn Euro gehandelt. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise berichtete, winkt der Sparte Marine Systems (TKMS) ein milliardenschwerer Fregatten-Großauftrag aus Deutschland.

Die Zuversicht der Anleger zeigte sich generell bei konjunkturabhängigen Branchen. Investoren setzten in der Breite auch auf zyklische Titel aus den Bereichen Automobilbau , Technologie und Banken . Schwäche zeigten dagegen weiterhin Immobilienwerte, die seit geraumer Zeit wieder unter Zinssorgen im Zuge der höheren Schuldenaufnahme leiden.

Im Zuge der Zahlenvorlage enttäuschte Springer Nature seine Aktionäre mit einem verhaltenen Ausblick. Die Titel des wissenschaftlichen Verlags sackten im SDax auf ein Rekordtief ab. Mit minus 4,6 Prozent rutschten sie auch deutlich unter ihren Ausgabepreis beim Börsengang im Herbst./tih/jha/

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