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Anleihen: "Von Unruhe nichts zu spüren" 28.02.2025, 13:43 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Nvidia-Kurssturz, Zollankündigungen, Bundestagswahl - am Anleihemarkt hat das alles (kaum) Auswirkungen. Großes Thema ist hier die EZB-Sitzung kommende Woche und die Frage, ob schon jetzt die "Zinspause" kommt.

28. Februar 2025. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nervosität bei Tech-Aktien und Kryptowerten, aber Ruhe am Anleihemarkt. "Von Unruhe ist hier nichts zu spüren, es herrscht Besonnenheit", berichtet Gregor Daniel, der für die Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank Anleihen handelt. Auch Arthur Brunner von der ICF Bank spricht von einer ruhigen Woche: "In der Welt ist zwar einiges passiert, am Rentenmarkt aber nicht."

US-Präsident Trump hatte angekündigt, dass die Zölle gegen Kanada und Mexiko von bis zu 25 Prozent nun tatsächlich am 4. März in Kraft treten sollen. Auch die Zusatzzölle auf Importe aus China von 10 Prozent sollen dann gelten. Zudem hat der Ausblick von Nvidia die Aktie und den Nasdaq auf Talfahrt geschickt. Kryptowährungen notieren deutlich unter den Hochs.

Die als sicher geltenden Bundesanleihen sind allerdings gefragt: Zehnjährige Bundesanleihen rentierten am Freitagmittag mit 2,38 Prozent, deutlich unter den vergangene Woche in der Spitze erreichten 2,55 Prozent. Auch die US-Renditen sind gefallen und liegen bei 4,25 Prozent nach 4,66 Prozent Mitte Februar.

"EZB wird mit ziemlicher Sicherheit Zinsen senken"

Für die am kommenden Donnerstag anstehende EZB-Sitzung wird fest mit einer weiteren Zinssenkung gerechnet. Dabei hatte EZB-Ratsmitglied Isabel Schnabel vergangene Woche von einer möglichen Pause bei den Zinssenkungen gesprochen. "Die EZB wird mit ziemlicher Sicherheit die Zinsen senken, auch weil sich viele Ratsmitglieder um die schwache Konjunktur sorgen", erklärt Analyst Marco Wagner von der Commerzbank. "Die sechste Zinssenkung in Folge steht vor der Tür: Wir erwarten, dass die Europäische Zentralbank ihren Einlagensatz um weitere 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent senken wird", prognostiziert auch Ulrike Kastens, Europa-Volkswirtin der DWS. "Allerdings scheint die Luft für weitere schnelle Zinssenkungen allmählich dünner zu werden."

"Neue Spanien-Anleihe mehrfach überzeichnet"

Im Geschäft mit Staats- und staatsnahen Anleihen hält das Interesse an Papieren in türkischen Lira an, wie Daniel feststellt. Ein Beispiel: Bonds der European Bank for Reconstruction and Development mit Fälligkeit 2027 (XS2756383233), die aktuell mit 32 Prozent rentieren. Die Inflationsrate in der Türkei sinkt seit vergangenem Sommer, im Januar lag sie aber immer noch bei 42 Prozent.

Auf den Verkaufslisten stehen Daniel zufolge immer wieder spanische Langläufer, konkret mit Fälligkeit 2040 und aktueller Rendite von 3,41 Prozent (ES00000120N0). Ein Grund dafür könnte die Neuemission einer Spanien-Anleihe diese Woche sein. Der neue Bonds läuft bis 2041 und bietet 3,5 Prozent (ES0000012O75). "Die Anleihe war mehrfach überzeichnet", erklärt Brunner.

Gesucht: Würth, Multitude und Abo Energy

Im Handel mit Unternehmensanleihen wird laut Daniel gerne bei einer Würth-Anleihe zugegriffen, die noch bis 2030 läuft und aktuell mit 2,44 Prozent rentiert (XS2480515662). Umsätze auf beiden Seiten sieht er für einen Symrise-Bond mit Fälligkeit im November dieses Jahres und derzeit 2,67 Prozent (DE000SYM7720).

Weiter gut an kommt Brunner zufolge der Nordic Bond des finnischen Finanzdienstleisters Multitude mit Fälligkeit 2028 und aktueller Rendite um 8 Prozent (NO0013259747). Viel nachgefragt bleibe zudem der Bond des Projektentwicklers für Erneuerbare Energien-Anlagen Abo Energy mit 7,75 Prozent bis 2029 (DE000A3829F5), "trotz Regierungswechsel", wie Brunner bemerkt.

Außerdem bleiben US-Dollar-Anleihen gesucht: "Entdeckt" wurde diese Woche ein US-Dollar-Bond von John Deere mit 4,95 Prozent bis 2028 (US24422EXB00), wie Daniel meldet.

Von Anna-Maria Borse, 28. Februar 2025, © Deutsche Börse

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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