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Die Gold-Euphorie hält an 09.05.2025, 07:26 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Im Handel mit Rohstoff-Produkten dreht sich unverändert alles ums Gold. Während Anlegerinnen und Anleger meist auf weiter steigende Kurse setzen, gibt es erste Stimmen, die vor einem zumindest temporären Ende des Höhenflugs warnen.

9. Mai 2025. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Gold bleibt das Maß aller Dinge, wenn es an aktuell um Rohstoff-Investments geht. Bei den weltweiten Nettomittelflüssen in Rohstoff-ETPs ragte das Edelmetall auch in den vergangenen Wochen deutlich heraus. "Die anhaltenden Zuflüsse in goldunterlegte börsengehandelte Produkte unterstreichen die Attraktivität von Gold als sicherer Hafen in einem unsicheren Umfeld", erklärt Mobeen Tahir von WisdomTree. Seiner Ansicht nach ist vor allem die Unsicherheit in Bezug auf Handelszölle, Wirtschaftspolitik und globale geopolitische Risiken für die starke Nachfrage nach der Feinunze verantwortlich. Die zwischenzeitliche Drohung von Donald Trump, den Fed-Vorsitzenden Jerome Powell zu ersetzen, bezeichnet er als "beispiellosen Schritt, der das Vertrauen der Anleger erschüttert hat".

Neue Rekordhochs

Genau das hat nach Meinung der Strategen von HSBC dazu geführt, dass Gold als vermeintlich sichere Alternative zu den weniger gefragten US-Staatsanleihen gekauft wurde. Auch die Sorgen vor steigenden Inflationsraten durch Zölle und die Abwertung des US-Dollar hätten demnach die Gold-Rallye forciert. Laut dem World Gold Council sei der schwächere US-Dollar "einer der entscheidenden Faktoren" für den Anstieg des Goldpreises gewesen. In der Spitze stieg das Edelmetall im April bis auf 3.500 Punkte. Aktuell kostete eine Feinunze rund 3.320 Dollar. Xetra-Gold (DE000A0S9GB0) notiert mit gut 95 Euro nur knapp unter dem in dieser Woche neu markierten Rekordhoch von 97,32 Euro.

Das enorme Interesse der Anlegerinnen und Anleger zeigt sich auch daran, dass Gold bei der Société Générale in den vergangenen vier Woche nach dem DAX der am zweithäufigsten gehandelte Basiswert war. Sehr rege gehandelt wurde vor allem ein Best Unlimited Turbo-Optionsschein auf Gold (DE000SX2S3L7), der sich dank hohem Hebel auf Monatssicht mehr als verfünffacht hat. Patrick Kesselhut erwähnt aber auch einen etwas weniger stark (aktuell gut sechsfach) gehebelten Best Unlimited Turbo-Optionsschein, wo Anleger und Anlegerinnen in dem genannten Zeitraum ein Plus von immerhin 175 Prozent einfahren konnten (DE000SJ4S4S7).

Auch Silber wird nachgefragt

Bei der Bank Vontobel sind Gold-Produkte ebenfalls klarer Umsatzspitzenreiter im Rohstoff-Segment. Die Nummer eins im April war laut David Hartmann ein aktuell gut siebenfach gehebelter Mini Long Future auf Gold (DE000VG78FK2). Unter den Top-3 findet sich aber auch ein Produkt auf den Silberpreis, der noch keine neuen Rekordhochs markieren konnte. Der oft gehandelte Discount-Optionsschein wird Ende Juni zu 2,50 Dollar zurückgezahlt, wenn Silber am Bewertungstag (20. Juni 2025) mindestens bei 35 Dollar notiert. Bei Kursen von 32,50 Dollar oder darunter verfällt der Schein an dem Tag wertlos. Aktuell notiert Silber bei rund 32 Dollar, der Schein kostet gut 0,70 Euro (DE000VD2BZM5).

Ist Gold zu schnell zu stark gestiegen?

Zurück zu Gold: Bei aller Euphorie (JP Morgan geht davon aus, dass der Goldpreis in einem Jahr über 4.000 USD steht), gibt es zunehmend auch warnende Stimmen. Die Rohstoff-Strategen der LBBW rechnen zum Ende des Jahres nur mit Notierungen von 3.000 Dollar. Als Gründe führen die Analysten unter anderem das weiter steigende Gold-Angebot aus Minen und Recycling sowie die bereits sehr hohe Netto-Longposition der Spekulanten mit Volumen von rund 40 Mrd. Dollar an. Auch aus charttechnischer Sicht herrscht trotz intaktem Aufwärtstrend und neuen Allzeithochs nicht nur eitel Sonnenschein. Jörg Scherer von HSBC verweist darauf, dass der Abstand des Goldpreises zu seiner 200-Wochen-Linie fast 60 Prozent betrage.

"Noch weiter vom langfristigen Durchschnitt hatte sich die Goldpreisnotierung lediglich zum Zeitpunkt der Hochs von 2006, 2008 und 2011 entfernt", mahnt der technische Analyst an. "Vor diesem Hintergrund können Anlegerinnen und Anleger einen Teil der bisherigen Kursgewinne realisieren bzw. den Stop-Loss für bestehende Engagements nachziehen". Erste Unterstützungen bestehen demnach bei 3.168 Dollar (Hoch vom 3. April) und bei 3.087 Dollar in Form des Durchschnitts der letzten 50 Tage.

Von Thomas Koch.

(c) Deutsche Börse, 9. Mai 2025.

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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