DIHK sieht noch langen Weg aus Wirtschaftskrise in Deutschland 06.11.2025, 10:27 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

BERLIN (dpa-AFX) - Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sieht noch einen langen und schwierigen Weg aus der Wirtschaftskrise. Nur 15 Prozent der Betriebe erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage, wie eine neue Konjunkturumfrage ergab. Jedes vierte Unternehmen rechnet mit einer Verschlechterung. "Die Stimmung hat sich seit Regierungsantritt nicht verbessert, sondern im Gegenteil leicht eingetrübt", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov in Berlin.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bei seinem Amtsantritt im Mai auf einen baldigen Stimmungsumschwung in der Wirtschaft gesetzt - dieser ist offensichtlich nicht eingetreten.

Nur leichtes Wachstum für 2026 erwartet

Die DIHK ist bei ihren Konjunkturerwartungen pessimistischer als die Bundesregierung und erwartet für 2026 nur ein Mini-Wachstum von 0,7 Prozent. Die Bundesregierung sowie führende Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen nach einer Stagnation im laufenden Jahr im kommenden Jahr mit einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 1,3 Prozent.

Melnikov begründete die schlechtere Prognose mit schwachen Aussichten für den Export sowie damit, dass Firmen sich bei Investitionen zurückhalten. "Was heute nicht investiert wird, ist morgen nicht da." Laut der Umfrage unter 23.000 Betrieben aus allen Branchen plant nur jedes fünfte Unternehmen höhere Investitionen, jedes dritte will sie kürzen. Es gebe kaum Ausrüstungsinvestitionen in neue Maschinen, Anlagen oder Fahrzeuge sowie kaum Investitionen in die Erweiterung von Kapazitäten und die Innovation von Produkten. Melnikov sprach von einem Alarmsignal.

Unsicherheit hält an

Unternehmen hätten keine Planungssicherheit. Nach wie vor bremsten vor allem strukturelle Probleme die Betriebe aus: Laut Umfrage sehen 56 Prozent in den hohen Arbeitskosten eines ihrer größten Geschäftsrisiken - dies sei ein Höchstwert. Melnikov machte deutlich, dass aus ihrer Sicht die Bundesregierung auf dem richtigen Weg sei. Beschlossene Maßnahmen wie steuerliche Entlastungen seien aber noch nicht bei den Betrieben angekommen. Die Regierung müsse das Tempo für Entlastungen erhöhen.

Stromsteuer für alle senken

Melnikov nannte zwei Maßnahmen, die einen Stimmungsumschwung in der Wirtschaft bringen könnten. Dies wäre zum einen, die Stromsteuer für alle zu senken. CDU, CSU und SPD hatten das in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, beschlossen wurde aber mit Blick auf Haushaltszwänge nur eine Verstetigung der Stromsteuersenkung für die Industrie. Das sorgte vor allem im Mittelstand für große Enttäuschung. "Das hallt bis heute nach", sagte sie.

Die Stromkosten in Deutschland seien drei- bis viermal so hoch wie in den USA und zweimal so hoch wie in Frankreich. Der von der Regierung geplante Industriestrompreis erfasse nicht die Breite der Wirtschaft./hoe/DP/jha

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer