Dürre-Bericht sieht fortschreitende globale Katastrophe 02.07.2025, 14:38 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

BONN (dpa-AFX) - Seit 2023 haben sich einem UN-Bericht zufolge einige der schwersten Dürren mit dem größten wirtschaftlichen Schaden seit Beginn der Aufzeichnungen ereignet. "Dies ist keine Durststrecke. Dies ist eine langsam fortschreitende globale Katastrophe, die schlimmste, die ich je gesehen habe", sagte einer der Autoren des Berichts, Mark Svoboda, nach einer Mitteilung der UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) in Bonn. UNCCD-Chef Ibrahim Thiaw sagte: "Dürre ist ein lautloser Killer." Allein in Somalia starben bereits im Jahr 2022 nach Schätzungen der Regierung etwa 43.000 Menschen an den Folgen von Dürre und Hunger.

Der Bericht heißt "Dürre-Hotspots auf der ganzen Welt, 2023-2025". Eine Auswahl der Befunde: In britischen Supermärkten kam es zu Engpässen bei der Versorgung mit Obst und Gemüse. In Spanien bewirkten zwei trockene Jahre in Folge eine Verdopplung des Olivenöl-Preises, weil die Olivenernte um 50 Prozent eingebrochen war. In Brasilien fiel der Wasserstand des Amazonas so weit, dass es zu einem Massensterben von Fischen und seltenen Flussdelfinen kam. Im Panama-Kanal sackte der Wasserstand dermaßen ab, dass zeitweise ein Drittel weniger Schiffe passieren konnten. In Thailand und Indien litt die Zuckerproduktion so stark unter der Trockenheit, dass Zucker in den USA 8,9 Prozent teurer wurde. In Simbabwe verhungerten und verdursteten im zweiten Halbjahr 2023 etwa 100 Elefanten. In Botswana saßen 2024 Flusspferde auf dem Trocknen.

Dürreperioden lassen Zahl der Kinder-Ehen steigen

Die fortgesetzten Dürreperioden haben dem Bericht zufolge besonders verheerende Folgen für Frauen, Kinder, alte Menschen, chronisch Kranke, Viehzüchter und Kleinbauern. In Ostafrika habe sich die Zahl der erzwungenen Kinder-Ehen mehr als verdoppelt, weil Familien zum Überleben auf die Mitgift angewiesen seien, so der Bericht. "Dürre wirkt sich unverhältnismäßig stark auf diejenigen aus, die über die wenigsten Ressourcen verfügen", sagte Ko-Autorin Kelly Helm Smith. "Die Nationen der Welt haben die Mittel und das Wissen, um viel Leid zu verhindern. Die Frage ist, ob wir den Willen dazu haben."/cd/DP/jha

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