Anzeige
+++Hot Stock Lithium ist zurück - und diesmal führen Institutionen den Markt an+++
GESAMT-ROUNDUP 3

US-Bomben auf Iran - Sorge vor weiterer Eskalation groß 22.06.2025, 13:05 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

WASHINGTON/TEHERAN (dpa-AFX) - Nach den US-Angriffen auf Atomanlagen im Iran wächst international die Sorge vor einer dramatischen Eskalation des Krieges. Westliche Länder sowie die UN und die Atomenergiebehörde IAEA forderten zur Entschärfung der Lage und einer diplomatischen Lösung auf.

Arabische Länder verurteilten den Angriff. Der Libanon äußerte die Sorge, in den Krieg hineingezogen zu werden. Unklar ist, wie eine Vergeltung des Irans aussehen könnte - und auch ob die USA weitere Angriffe fliegen werden. Noch nicht klar ist zudem, wie groß das Ausmaß der Schäden an den angegriffenen Anlagen im Iran ist. Strahlung trat laut der IAEA nicht aus.

Irans Außenminister: USA verstehen nur Sprache der Gewalt

Der Iran hatte umgehend nach den US-Angriffen mit Konsequenzen gedroht. Außenminister Abbas Araghtschi sprach auf X von "dauerhaften Folgen". Raum für Diplomatie sieht er kaum noch. Die Tür zur Diplomatie sollte immer offen gehalten werden, "doch das ist derzeit nicht der Fall", sagte Araghtschi in Istanbul vor Journalisten. "Sie verstehen nur die Sprache der Drohung und der Gewalt", sagte er unter Bezug auf die USA. Araghtschi hatte zuletzt noch mit den USA über das Atomprogramm verhandelt.

Irans mächtige Revolutionsgarden, die Elitestreitmacht des Landes, feuerten erneut Dutzende Raketen auf Israel. Zahlreiche Menschen wurden in der Nacht bei iranischen Angriffen in Israel verletzt. Israel flog unterdessen neue Angriffe auf Ziele im Westen des Irans.

Die USA hatten Stunden zuvor an der Seite Israels in den Krieg eingegriffen und laut US-Präsident Donald Trump Irans "entscheidende Anlagen zur Uran-Anreicherung" komplett zerstört. Bombardiert wurden drei Anlagen, darunter war auch die gut befestigte unterirdische Uran-Anreicherungslage Fordo. Irans staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete allerdings nur, dass ein Teil des Bereichs um die Uran-Anreicherungsanlage Fordo beschädigt worden sei. Laut Araghtschi ist der Iran noch damit beschäftigt, den genauen Schaden zu untersuchen.

Das US-Militär hatte bisher nur Israel bei der Verteidigung unterstützt, aber betont, dass man nicht an den Kampfhandlungen zwischen Israel und dem Iran beteiligt sei. Das hat sich jetzt geändert - mit unvorhersehbaren Folgen.

Bundesregierung geht von großen Schäden aus

Auch die Bundesregierung geht nach Angaben von Regierungssprecher Stefan Kornelius davon aus, dass durch die Angriffe große Teile des iranischen Nuklearprogramms beeinträchtigt wurden. Eine "genaue Schadensanalyse" zu den US-Luftangriffen sei aber erst später möglich.

Aus Regierungskreisen war zu erfahren, dass Merz am Vormittag mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premier Keir Starmer in einer Schalte über die Eskalation im Krieg zwischen Israel und dem Iran beraten wird. Regierungssprecher Kornelius teilte außerdem mit, dass Merz und die Minister des Sicherheitskabinetts sich im Laufe des Tages mit den Partnern in der EU und mit den USA über weitere Schritte eng abstimmen wollten.

Experten: Keine Gefahr durch Strahlung

Nach erster Einschätzung der internationalen Atombehörde IAEA wurde keine Strahlung außerhalb der Einrichtungen freigesetzt. Laut des namhaften Nuklearforschers Georg Steinhauser geht von den beschädigten Anlagen keine Gefahr für die Welt aus. "Selbst wenn die Zentrifugen zum Zeitpunkt des Angriffs gelaufen sind und mit Uran bestückt waren: Das wäre eine geringe Menge gewesen, und Uran ist bedingt durch seine lange Halbwertzeit fast nicht radioaktiv", sagte der Professor an der technischen Universität Wien der dpa. Die IAEA berief nach Angaben ihres Chefs eine Dringlichkeitssitzung für Montag ein.

Trump warnt den Iran

Trump warnte den Iran vor Vergeltungsschlägen gegen US-Stützpunkte in der Region. "Wenn der Frieden nicht schnell kommt, werden wir die anderen Ziele mit Präzision, Schnelligkeit und Geschick angreifen, die meisten von ihnen können in wenigen Minuten ausgeschaltet werden", warnte Trump die Führung in Teheran. Das Ziel der USA sei die Zerstörung der iranischen Kapazitäten zur Anreicherung gewesen und die Beendigung der nuklearen Bedrohung durch den "weltweit größten staatlichen Sponsor des Terrors", erklärte Trump.

Bombardiert worden seien die unterirdische Uran-Anreicherungsanlage in Fordo sowie die Standorte Natans und Isfahan, sagte Trump im Weißen Haus. Iran müsse sich jetzt für den Weg des Friedens entscheiden, sonst würden künftige Attacken viel größer. Ob der Iran Vergeltung üben wird, bleibt abzuwarten. Auf den Stützpunkten des US-Militärs in der Region - etwa im Irak, in Katar oder in Kuwait - sind US-Medien zufolge insgesamt gut 40.000 Soldaten stationiert.

Irans Vertretung bei den Vereinten Nationen forderte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats, wie der staatliche Rundfunk berichtete. Auch die proiranische Huthi-Miliz im Jemen verurteilte die US-Angriffe als "brutale und feige Aggression". Sie seien "eine eklatante Verletzung" der Souveränität des Irans sowie "ein klarer Bruch" internationalen Rechts, erklärte die Organisation.

UN-Chef warnt vor katastrophalen Folgen für die Welt

Die internationale Gemeinschaft rief zu sofortiger Deeskalation auf. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dringt auf eine diplomatische Lösung. "Jetzt ist der Moment für den Iran gekommen, sich auf eine glaubwürdige diplomatische Lösung einzulassen", schrieb von der Leyen auf der Plattform X. Auch Großbritanniens Premier Keir Starmer sieht den Iran in der Pflicht zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch. Dem Iran dürfe niemals gestattet werden, eine Atomwaffe zu entwickeln, und die USA hätten Maßnahmen ergriffen, um diese Bedrohung einzudämmen. EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas warnte vor einer weiteren Eskalation.

Der Oman bezeichnete die US-Angriffe als "rechtswidrige Aggression", der Irak nannte sie eine "ernsthafte Bedrohung für Frieden und Sicherheit im Nahen Osten". Die Huthi im Jemen sprachen von einem "klaren Bruch" internationalen Rechts. Ein Vertreter der Miliz erklärte, eine Antwort auf die US-Angriffe sei nur eine Frage der Zeit. Saudi-Arabien zeigte sich tief besorgt. Die internationale Gemeinschaft müsse sich bemühen, um die aktuelle Lage zu entschärfen, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums. Auch die Atommacht Pakistan - die Trump wegen seiner Vermittlung im Konflikt zwischen Indien und Pakistan am Samstag noch für den Friedensnobelpreis vorschlagen wollte - verurteilte die US-Angriffe.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich nach den US-Angriffen "zutiefst beunruhigt" und warnte vor katastrophalen Folgen für die Welt.

Wie sich der Krieg entwickelt hat

Israel greift seit Tagen Ziele im Iran an - darunter Atomanlagen, führende Militärs, Atomwissenschaftler, Verteidigungsstellungen, Ziele in Städten und Öl- und Erdgasfelder. Das erklärte Hauptziel ist es, die Islamische Republik an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel.

Trump hatte am Donnerstag erklären lassen, innerhalb von zwei Wochen eine Entscheidung über eine mögliche Beteiligung der USA an dem Krieg zu treffen. Zuvor hatte er auf dem Verhandlungsweg versucht, den Iran von seinem umstrittenen Atomprogramm abzubringen. Eine weitere Runde der vom Oman vermittelten Gespräche zwischen den USA und dem Iran war ursprünglich für den vergangenen Sonntag geplant gewesen - doch Israels Angriffe machten den Plan zunichte.

Der Krieg zwischen den beiden Erzfeinden Israel und Iran ist eine bedeutende Eskalation der ohnehin dramatischen Lage im Nahen Osten. Israel führt seit dem Hamas-Massaker in Israel vom 7. Oktober 2023 Krieg gegen die Islamisten im Gazastreifen. Zwischenzeitlich bombardierte Israel auch die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz im Libanon./thn/DP/zb

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer