Anzeige
+++20 Mio. € Bewertung Zwei zugelassene Psychedelika-Produkte. NASDAQ-Uplist in Arbeit.+++
GESAMT-ROUNDUP

US-Zölle verstören - 'Frontalangriff auf den Welthandel' 03.04.2025, 17:46 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
DAX 24.902,30 PKT -0,01 % Ariva Indikation

WASHINGTON/BERLIN (dpa-AFX) - Nach dem von US-Präsident Donald Trump verkündeten Zollpaket bereitet die Welt den Gegenschlag vor - und hofft, das Schlimmste noch abzuwenden. Die Europäische Union und China kündigten Gegenmaßnahmen an, suchen aber zugleich weiter den Dialog.

Die von Trump verkündeten Zölle dürften die Wirtschaft weltweit aus Sicht von Ökonomen ausbremsen und könnten die Teuerung global befeuern und so Verbraucher erheblich belasten. Die Sorge vor einer anhaltenden Rezession in Deutschland, wo vor allem die Autoindustrie und der Maschinenbau von der aggressiven Handelspolitik Washingtons betroffen sind, ist groß.

Das gewaltige US-Zollpaket und damit verbundene Konjunktursorgen setzten die Finanzmärkte weltweit unter Druck. Am Frankfurter Aktienmarkt fiel der Dax deutlich. Zuvor gab es bereits kräftige Kursverluste an den Börsen in Asien.

Auch die Ölpreise sanken deutlich, während die Flucht in sichere Anlagehäfen den Goldpreis auf ein Rekordhoch trieb. Der US-Dollar wiederum stand nach dem Zollhammer zu allen anderen wichtigen Währungen unter Druck und profitierte nicht als sicherer Hafen. Im Gegenzug legte der Euro deutlich zu.

"Frontalangriff auf Welthandel"

Der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte: "Das ist ein Anschlag auf eine Handelsordnung, die Wohlstand überall auf dem Globus geschaffen hat." Der geschäftsführende Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zog eine Parallele zu den wirtschaftlichen Auswirkungen von Russlands Angriff auf die Ukraine. Der Präsident Außenhandelsverbandes BGA, Dirk Jandura, sprach von einem "Frontalangriff auf den Welthandel".

Trump hatte die Zölle bei einem Auftritt im Rosengarten des Weißen Hauses angekündigt. So führt die US-Regierung neue pauschale Zölle von zehn Prozent auf alle Importe in die USA aus nahezu allen Ländern ein. Für einige der größten Handelspartner sollen je nach Handelsdefizit deutlich höhere Abgaben greifen.

Auf Einfuhren aus Deutschland und anderen Staaten der Europäischen Union in die USA etwa sind demnach neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen, für China 34 Prozent. Weniger stark betroffen sind Länder, die zuletzt ein Handelsdefizit mit den USA aufwiesen. - darunter etwa Großbritannien. Unter anderem Russland wird auf der Liste nicht erwähnt.

Die EU bereitet sich vor

"Wir finalisieren bereits das erste Maßnahmenpaket als Reaktion auf die Stahlzölle und bereiten nun weitere Maßnahmen vor, um unsere Interessen und Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die EU könne keine globale Überkapazität auffangen und kein Dumping auf ihren Märkten akzeptieren.

Wann und wie die EU handelt, ist unklar. Handelskommissar Maros Sefcovic plant am Freitag eine Videoschalte mit der US-Seite. Er machte klar, sollten sich beide Seiten nicht auf einen fairen Deal einigen, werde die EU nicht tatenlos zusehen. "Ungerechtfertigte Zölle werden unweigerlich nach hinten losgehen."

Deutliche Preissteigerungen möglich

Die Ankündigung Trumps ist der bislang aggressivste und folgenreichste Schritt im Zuge der ohnehin rabiaten Handelspolitik des US-Präsidenten. Er will mit Zöllen angebliche Handelsungleichgewichte korrigieren und mehr Produktion in die USA verlagern. Zugleich sollen Zolleinnahmen genutzt werden, teure Wahlversprechen wie Steuersenkungen zumindest teilweise zu finanzieren.

Verbraucher in den USA müssen sich auf deutliche Preissteigerungen einstellen. Eigentlich will Trump die Inflation drücken. Auch die Menschen in Deutschland, Europa und anderen Teilen der Welt werden die Folgen spüren.

Eine Frage der Fairness?

Bei dem Paket geht es um sogenannte wechselseitige Zölle. Die US-Regierung argumentiert, dass die USA lediglich überall dort ihre Zölle anheben, wo internationale Partner ihrerseits Abgaben verlangten oder anderweitige Handelsbarrieren für US-Firmen aufgebaut hätten. Das sei nur gerecht.

Wie die Amerikaner diese angeblichen Benachteiligungen aber berechnen, ist undurchsichtig und die "Fairness" des Schrittes daher schwer nachvollziehbar.

"Wir wissen nicht, wie US-Präsident Donald Trump zu diesen Zahlen kommt", sagte Rolf Langhammer, Ökonom am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW). "Wir tappen noch im Dunkeln." Trump versuche wohl unter anderem sogenannte nichttarifäre Handelshemmnisse einzukalkulieren. Als Beispiel nannte Langhammer hormonbehandeltes Rindfleisch, das aus den USA nicht in die EU eingeführt werden dürfe. Da klebe Trump dann einfach ein Preisschild dran.

Wen es wie trifft

Zölle in Höhe von zehn Prozent sollen universell auf alle Importe in die Vereinigten Staaten gelten und bereits an diesem Samstag in Kraft treten. Jenseits davon soll es individuelle Strafabgaben geben, die je nach Land variieren. Diese sollen ab dem 9. April greifen. Dabei werden vor allem jene Länder ins Visier genommen, die aus Sicht der USA besonders hohe Handelsbarrieren für amerikanische Produkte haben. Für Dutzende Staaten sind höhere Abgaben jenseits der zehn Prozent vorgesehen, zum Teil weit darüber.

Für die Ukraine werden Strafzölle von 10 Prozent fällig. Russland fehlt dagegen auf Trumps langer Zollliste. Russland sei nicht berücksichtigt worden, weil US-Sanktionen bereits "jeden bedeutenden Handel ausschließen", sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt.

Tatsächlich importieren die USA immer noch mehr Waren aus Russland als aus der Ukraine. Bei Gesprächen Russlands und der USA über eine Waffenruhe in der Ukraine hat der Kreml zuletzt eine Lockerung der Sanktionen gefordert.

Trump setzt seit dem Wiedereinzug ins Weiße Haus - ähnlich wie in seiner ersten Amtszeit - im großen Stil auf Zölle. Er verhängte bereits Strafabgaben auf alle Aluminium- und Stahlimporte, brachte Zölle in Höhe von 25 Prozent auf importierte Autos und Autoteile auf den Weg, führte erhöhte Zölle auf alle Waren aus China ein und nahm auch Kanada und Mexiko ins Visier.

Die Folgen für Verbraucher

Ein Importzoll funktioniert ähnlich wie eine Steuer. Die Abgabe muss vom importierenden Unternehmen an den Staat gezahlt werden - in diesem Fall also von Firmen in den USA. Es gilt als wahrscheinlich, dass die importierenden Unternehmen die höheren Kosten an die Verbraucher weitergeben.

Trump will US-Firmen davon abhalten, Produkte aus dem Ausland einzuführen. Das soll langfristig den Produktionsstandort USA stärken. Da mit Gegenzöllen gerechnet wird und auf die exportierenden Unternehmen in den USA, aber auch in anderen Ländern Umsatzeinbußen zukommen dürften, könnte dies zu einem Rückgang der Produktion und Stellenstreichungen rund um den Globus führen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat errechnet, dass die neuen Zusatzzölle Deutschland über die vierjährige Amtszeit von Trump rund 200 Milliarden Euro kosten könnten. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt läge dann 2028 um etwa anderthalb Prozent niedriger als ohne Zölle.

Modellberechnungen des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) zeigen wiederum, dass die angekündigten Zölle für die US-Wirtschaft binnen eines Jahres ein Minus von fast 1,7 Prozent bedeuten sowie Preissteigerungen von über 7 Prozent und ein Exportminus von fast 20 Prozent.

Was betroffene Länder tun können

Neben Gegenzöllen können sie vor allem den Handel untereinander stärken und so versuchen, die Folgen von Trumps Handelspolitik abzufangen. Die deutsche Wirtschaft pocht auch auf bessere Standortbedingungen hierzulande.

Der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, sagte, die USA seien zwar Deutschlands wichtigster Handelspartner. "Die Lieferungen in die Staaten liegen allerdings bei weniger als zehn Prozent unserer Gesamtexporte. Wir sind auch auf anderen Weltmärkten gut vertreten." Das sei jetzt auszubauen, etwa mit dem Mercosur-Abkommen mit südamerikanischen Staaten und einem Handelsabkommen mit Indien. Ähnlich äußerte sich Habeck./jac/DP/nas

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter abwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 13,26
Hebel: 18
mit starkem Hebel
Ask: 45,35
Hebel: 5
mit kleinem Hebel
Smartbroker
Goldman Sachs
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: GP5PQ2 GP5CH1. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
News-Kommentare
Thema
1 Vance: Sturz der Führung in Teheran ist Sache des Volkes Hauptdiskussion
2 Sorgen um PCK-Raffinerie: Bund will US-Sanktionen verhindern Hauptdiskussion
3 Viele Verbraucher können Phishing-Mails nicht sicher erkennen Hauptdiskussion
4 ROUNDUP 2: 5,8 Prozent mehr Geld für Beschäftigte der Länder Hauptdiskussion
5 VW-Betriebsrat fordert Anerkennungsprämie für Mitarbeiter Hauptdiskussion
6 Merz trifft Trump-Gegner Newsom in München Hauptdiskussion
Alle Diskussionen
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer