Ifo

Wechselseitige Zölle schaden weniger als pauschale 02.04.2025, 11:11 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Sollte US-Präsident Donald Trump am Abend wechselseitige Zölle bekanntgeben, wäre das für die deutsche Wirtschaft nach Berechnungen des Ifo-Instituts wohl das geringere Übel. Zwar könnte über die Hälfte aller deutschen Exporte in die USA betroffen sein, wie Handelsexpertin Lisandra Flach sagt. Doch die Auswirkungen wären vergleichsweise gering.

Ohne Gegenmaßnahmen der EU erwartet die Ifo-Expertin einen Rückgang der deutschen Exporte in die USA um 2,4 Prozent, mit Vergeltungsmaßnahmen um 3 Prozent. Beides wäre sehr viel weniger als bei möglichen pauschalen Zöllen von 20 Prozent, die ebenfalls im Raum stehen sollen.

Frühere Simulationen des Ifo, die von 60 Prozent auf Waren aus China und 20 Prozent auf Güter aus dem Rest der Welt einschließlich der EU ausgingen, ergaben einen Rückgang deutscher Exporte in die USA um etwa 15 Prozent.

Dass die Folgen der wechselseitigen Zölle so viel geringer wären, begründet Flach mit der relativ geringen Lücke zwischen den Zöllen, die die USA und die EU gegenseitig erheben. Im Schnitt liege sie nur bei 0,5 Prozentpunkten und sei damit sehr viel geringer als bei anderen US-Handelspartnern.

Besonders hart treffen würden die wechselseitigen Zölle nach den Berechnungen des Ifo allerdings die deutsche Autoindustrie, gefolgt von Kleidung und Textilien.

Es gibt auch eine positive Variante

Die Münchner Wirtschaftsforscher haben allerdings auch ein mögliches positives Szenario berechnet: Etwa für den Fall, dass die USA dort, wo sie höhere Zölle erheben als die EU, diese abbauen. Dann würde das zwar den deutschen Export senken, die Wertschöpfung in Deutschland würde den Berechnungen nach aber zunehmen.

Und im Fall, dass sich EU und USA darauf einigen sollten, die Zölle dadurch anzugleichen, dass sie auf das jeweils niedrigere Niveau gesenkt werden, sieht das Modell sowohl einen Anstieg der deutschen Exporte als auch der Wertschöpfung im Land. Flach schreibt allerdings selbst, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die USA Zölle senken, niedrig erscheine.

"Unsere Ergebnisse unterstreichen die wichtige Rolle von Verhandlungen, um die nachteiligen Auswirkungen eines Handelskrieges abzuwenden", betont Flach. Grundsätzlich sieht sie die neue Zollpolitik Trumps als "Frontalangriff auf die regelbasierte Weltwirtschaftsordnung"./ruc/DP/mis

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Weitere News

3:31 Uhr • Artikel • dpa

Gestern 22:57 Uhr • Artikel • dpa

Gestern 22:32 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:32 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:32 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:31 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer