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KfW / KfW Research: Deutscher Markt für Wagniskapital nimmt Fahrt auf 07.07.2025, 09:09 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

KfW Research: Deutscher Markt für Wagniskapital nimmt Fahrt auf

Frankfurt am Main (ots) -

- Deutsche Start-ups sammeln im zweiten Quartal 2,4 Milliarden Euro ein

- Zahl der "Einhörner" mit einer Bewertung von über 1 Milliarde US-Dollar steigt

auf 32 - ein Rekord

- Weitere Studie von KfW Research: Ausländische Investoren sehr interessiert an

deutschen Start-ups

- Zwischen 2020 und 2024 investierten Kapitalgeber aus dem Ausland 37 Milliarden

Euro in hiesige Jungunternehmen

Nach einem ruhigen ersten Quartal hat der deutsche Markt für Wagniskapital

(Venture Capital, VC) im zweiten Quartal wieder Fahrt aufgenommen. Deutsche

Start-ups sammelten 2,4 Milliarden Euro frisches Kapital ein - das waren 45

Prozent mehr als im Vorquartal. Im ersten Halbjahr lag das Transaktionsvolumen

damit bei insgesamt knapp 4 Milliarden Euro. Die Investitionen in deutsche

Start-ups stiegen das dritte Halbjahr in Folge.

Das sind Ergebnisse des KfW-Venture-Capital-Dashboards, in dem KfW Research

quartalsweise Zahlen zum deutschen VC-Markt veröffentlicht. "Diese Entwicklung

erscheint besonders erfreulich, weil die Rahmenbedingungen im ersten Halbjahr

2025 eher herausfordernd waren. Insbesondere die Verwerfungen an den

Kapitalmärkten im Zuge der US-Zollpolitik belasteten das Investitionsumfeld",

sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Insgesamt gab es im zweiten Quartal 208 Finanzierungsrunden von Start-ups in

Deutschland, davon 98 mit einem Volumen von 1 Million Euro und mehr. Auf sechs

Monate gesehen waren es 735 Finanzierungsrunden, davon 198 über der

Millionengrenze.

Anfang Mai rückten zwei deutsche Unternehmen in die "Liga der Einhörner" auf.

Unter Einhörnern versteht man Start-ups mit einer Bewertung durch Investoren von

mindestens 1 Milliarde US-Dollar. Zu Ende des zweiten Quartals gab es

hierzulande insgesamt 32 Einhörner, das ist ein Rekord.

Prägend für die Marktentwicklung im zweiten Quartal waren einzelne große

Finanzierungsrunden im sogenannten Scale-up-Segment. Dazu zählen Unternehmen,

die bereits ein funktionierendes Geschäftsmodell entwickelt haben und nun

expandieren wollen. Scale-up-Finanzierungen machten 57 Prozent der in

Deutschland investierten Mittel aus, es gab einzelne Megadeals von 100 Millionen

Euro und mehr. Da bei großen Transaktionen im Scale-up-Bereich häufig Investoren

aus den USA mit vertreten sind, war auch ihr Anteil an den Investitionen in

deutsche Start-ups mit über 30 Prozent wieder deutlich höher als noch im

Vorquartal. "Wir können bisher keine Auswirkungen der Wirtschafts- und

Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump auf die Auslandsinvestitionen von

US-Wagniskapitalgebern in Deutschland feststellen", sagt Dr. Dirk Schumacher.

In den vergangenen Jahren hatten Investoren aus dem Ausland und dabei vor allem

aus den USA starkes Interesse an deutschen Start-ups, wie eine weitere aktuelle

Studie von KfW Research zu Trends in der grenzüberschreitenden

Venture-Capital-Finanzierung in Deutschland und Europa zeigt. Zwischen 2020 und

2024 investierten ausländische Wagniskapitalgeber etwa 37 Milliarden Euro in

junge deutsche Unternehmen. Zugleich verteilten deutsche Investoren etwa 21

Milliarden Euro an Start-ups im Ausland.

Damit verzeichnete der deutsche Markt für Wagniskapital einen

Netto-Kapitalzufluss von rund 16 Milliarden Euro. Gemessen an der Größe des

heimischen VC-Marktes war das mehr als in jedem anderen wichtigen Markt in

Europa mit Ausnahme von Spanien. Hingegen hatten Belgien, Dänemark, die Schweiz,

die Niederlande und Italien in diesem Zeitraum Netto-Kapitalabflüsse - das heißt

inländische VC-Geber investierten mehr im Ausland als ausländische Investoren in

inländische Start-ups.

Dass mehr VC-Mittel nach Deutschland zuflossen als abflossen lag nicht an einer

verhaltenen Auslandsbeteiligung deutscher VC-Investoren. Vielmehr zeigten

ausländische Investoren ein besonders hohes Interesse an deutschen Start-ups.

"Die hohen Zuflüsse auf den deutschen Wagniskapitalmarkt sind in erster Linie

Ausdruck der Qualität und des Innovations- und Wachstumspotenzials, das

ausländische Investoren den deutschen Start-ups beimessen", sagt Dr. Steffen

Viete, Experte für Wagniskapital bei KfW Research.

Etwa ein Viertel der Mittel, die deutsche Start-ups zwischen 2020 und 2024

einsammelten, stammte von inländischen VC-Investoren. Weitere 26 Prozent

erhielten sie von Wagniskapitalgebern aus dem europäischen Ausland. 31 Prozent

des Kapitals kam aus den USA und 10 Prozent aus Asien - was im Vergleich zum

gesamteuropäischen Markt jeweils überdurchschnittlich war. Für ganz Europa

betrachtet waren US-Investoren für 27 Prozent der Investitionen in Start-ups

verantwortlich.

Die hohen Kapitalzuflüsse in den deutschen VC-Markt sind allerdings ein

zweischneidiges Schwert. Denn damit einher geht eine im europäischen Vergleich

hohe Abhängigkeit von Kapital aus dem Ausland. Dies kann insbesondere in

Krisenzeiten zu einer höheren Volatilität mit Blick auf das Finanzierungsangebot

für Start-ups führen. Zudem kann die Abwanderung von Start-ups, Talenten und

Know-how eine Begleiterscheinung sein. Andererseits eröffnet die Beteiligung

ausländischer Investoren neben Kapitalangebot auch wichtige Zugänge zu

Netzwerken und Fachwissen.

"Die Förderung des deutschen Markts für Wagniskapital bleibt eine wichtige

wirtschaftspolitische Aufgabe. In Märkten mit guten Rahmenbedingungen für

Gründungen, Unternehmenswachstum und deren Finanzierung gibt es weniger Gründe

abzuwandern", sagt Dr. Steffen Viete. "Wichtig ist auch die Stärkung der

Exit-Kanäle in Deutschland und Europa, also die Möglichkeiten für Börsengänge

und Übernahmen. Das würde die Renditemöglichkeiten bei

Venture-Capital-Beteiligungen verbessern und dazu beitragen, dass deutsche

Start-ups hierzulande eine nachhaltige Finanzierungsperspektive haben."

Die ganze Studie über grenzüberschreitende Investitionen auf dem VC-Markt finden

Sie unter Fokus Volkswirtschaft KfW (https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Serv

ice/Download-Center/Konzernthemen/Research/Fokus-Volkswirtschaft/)

Das aktuelle KfW-Venture-Capital-Dashboard finden Sie unter Venture

Capital-Markt in Deutschland KfW (https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Service

/Download-Center/Konzernthemen/Research/Indikatoren/Venture-Capital-Markt-in-Deu

tschland/)

Pressekontakt:

KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt

Konzernkommunikation und Markensteuerung (KK), Nina Luttmer,

Tel. +49 69 7431 41336

E-Mail: mailto:nina.luttmer@kfw.de, Internet: http://www.kfw.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/41193/6070996

OTS: KfW

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