Reedereien und Blackrock sind auf Einkaufstour 29.07.2025, 06:22 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

HAMBURG (dpa-AFX) - Große Reedereien sichern ihre Lieferketten, indem sie vermehrt kleinere Unternehmen kaufen. Analysten von PwC, einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, beobachten in einer neuen Studie, dass Transaktionen im Schifffahrtssektor im ersten Halbjahr zugenommen haben. Einige große Reedereien nutzten die Unsicherheit im Welthandel für Übernahmen, sagte Co-Autor Burkhard Sommer.

Eine Handelskrise werde Logistiker zwingen, Lieferungen eventuell umzuleiten, Routen zu ändern und Strategien umzustellen, sagte Sommer. Die Kosten belasteten kleinere Unternehmen überproportional. Derzeit stören Zölle, Angriffe auf Schiffe und Cyberattacken den Welthandel.

Wert der Transaktionen hat sich verdreifacht

Im Schifffahrtssektor haben Unternehmen im ersten Halbjahr weltweit 18 größere Fusionen und Übernehmen angekündigt, wie aus dem "Transport & Logistics Barometer" hervorgeht, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Wert lag bei 26,2 Milliarden US-Dollar, was etwa 22,5 Milliarden Euro entspricht. Der Wert hat sich im Vergleich zum vorigen Halbjahr mehr als verdreifacht.

Zu den Käufern zählt die Studie die chinesische Staatsreederei Cosco, die Muttergesellschaft der dänischen Reederei Maersk und die belgische Reederei CMB Tech. Zu Cosco machten die Autoren keine nähere Angabe. Die Maersk-Mutter sichert sich abermals die Schleppreederei Svitzer. CMB Tech übernimmt die norwegische Stückgutreederei Golden Ocean.

Internationales Interesse am Panamakanal

Die größte geplante Transaktion im Transport- und Logistiksektor betrifft den Panamakanal. Um den Kanal gibt es Spannungen, seitdem Donald Trump seit Januar wieder US-Präsident ist. Trump hat Anspruch auf den Kanal erhoben und in seiner Antrittsrede angekündigt: "Wir holen ihn zurück." Der Panamakanal war Anfang des 20. Jahrhunderts letztlich von den USA erbaut worden, die Hoheit ging aber Ende 1999 zurück an Panama.

Wie bereits bekannt ist, soll eine Investorengruppe um den US-Vermögensverwalter Blackrock unter anderem die Kontrolle über zwei wichtige Häfen am Panamakanal übernehmen. Verkäufer ist der in Hongkong ansässige Konzern CK Hutchison. Zu der Investorengruppe gehört auch eine Tochter der weltgrößten Containerreederei MSC.

"Diese Übernahme würde Blackrock potenziell strategischen Einfluss auf den Panamakanal und dessen Betrieb verschaffen", heißt es in der Studie. Es handle sich um eine "entscheidende Entwicklung in der globalen maritimen Logistik". Diesen Monat berichtete das "Wall Street Journal", dass China den Deal blockieren wolle, sollte Cosco nicht beteiligt werden.

Fusionen und Übernahmen haben insgesamt abgenommen

Im gesamten Transport- und Logistiksektor gab es laut Studie 93 Fusionen und Übernahmen, was einem niedrigen Niveau entspreche. Im vorigen Halbjahr verkündeten Unternehmen 108 Transaktionen. Der Wert der Deals habe gegenläufig von 49,2 auf 57,9 Milliarden US-Dollar (49,8 Milliarden Euro) zugelegt, was an einigen größeren Transaktion gelegen habe./lkm/DP/zb

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer