Rettungsplan für Autozulieferer Webasto in trockenen Tüchern 22.10.2025, 10:06 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

STOCKDORF (dpa-AFX) - Der Rettungsplan für den Automobilzulieferer Webasto ist unter Dach und Fach. Inzwischen sind alle Vereinbarungen unterschrieben, die dem in die Krise geratenen Unternehmen die Finanzierung bis 2028 sichern, wie Konzernchef Jörg Buchheim sagt.

Insgesamt geht es dabei um die Verlängerung von Krediten in Höhe von 1,2 Milliarden Euro und neue Kredite von rund 200 Millionen Euro als "frisches Geld". Zudem haben auch große Hersteller Hilfe zugesagt.

Webasto ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Dachsystemen und auch für seine Standheizungen bekannt. Zuletzt war der Konzern mit einem Jahresumsatz von 4,3 Milliarden Euro durch mehrere Entwicklungen tief in die Krise gerutscht: Ein Expansionsplan, der das Unternehmen auf 8 Milliarden Umsatz bringen sollte, ging nicht auf - unter anderem, weil die Elektromobilität langsamer vorankommt als zunächst erwartet. Corona kostete Liquidität, Probleme mit einem Produkt in den USA mehrere hundert Millionen.

Bis 2028 will sich Webasto nun neu aufstellen. Dazu gehört neben dem bereits angekündigten Abbau von rund 1.000 Arbeitsplätzen in Deutschland auch ein weiterer Abbau im Ausland, dessen Details allerdings noch nicht bekannt sind. 2024 hatte Webasto weltweit 15.300 Mitarbeiter, 3.700 davon in Deutschland. Teil des Plans ist unter anderem, dass die Eigentümerfamilien einen Großteil ihrer Anteile auf einen Treuhänder übertragen.

Kunden helfen mit hunderten Millionen

Auch die Kunden von Webasto - zahlreiche große Automobilhersteller - leisten einen Beitrag. Unter anderem, indem sie bis 2028 teilweise mehr für die Produkte des Konzerns bezahlen. Hintergrund sind unter anderem durch hohe Energiepreise gestiegene Kosten sowie niedrigere Stückzahlen, die ebenfalls die Kosten für Webasto steigern. Über die Zeit bis Ende 2028 gehe es um 2,5 Prozent des Umsatzes, hieß es - zusammen ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag. Das sei erheblich, sagt Buchheim. Auch deswegen habe es länger als zunächst erwartet gedauert, die Vereinbarungen zu verhandeln.

Im laufenden Geschäftsjahr wird Webasto Verlust erzielen, 2026 soll bereits wieder eine "rote Null" erreicht werden. 2027 ist dann die Rückkehr in die Gewinnzone geplant. Buchheim ist zuversichtlich, dass dies gelingt. Aktuell sei man "vor der Welle" - die Zahlen seien deutlich besser als im Plan hinterlegt. Wichtigster Treiber des geplanten Umschwungs ist dabei der Personalabbau. Dort will man 150 Millionen Euro pro Jahr einsparen.

Keine weiteren Stellenstreichungen in Deutschland geplant

Verkäufe von Unternehmensteilen sind zwar nicht im Sanierungskonzept eingerechnet, allerdings auch nicht ausgeschlossen. Alle Optionen seien auf dem Tisch, sagt Buchheim. Das Dachgeschäft sei allerdings der Kernbereich des Unternehmens. Dorthin würden auch die Hauptinvestitionen laufen.

Der Hauptstandort in Stockdorf bei München stehe nicht infrage, betonte das Management. Von den derzeit rund 2.800 Arbeitsplätzen in Bayern blieben mehr als 2.000 im Freistaat. Man sei als familiengeprägtes Unternehmen der Heimat sehr verbunden. Weitere Stellenstreichungen in Deutschland sind derzeit nicht geplant./ruc/DP/mis

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Weitere News

21:05 Uhr • Artikel • dpa-AFX

20:58 Uhr • Artikel • dpa-AFX

20:49 Uhr • Artikel • dpa-AFX

20:41 Uhr • Artikel • dpa-AFX

19:40 Uhr • Artikel • dpa-AFX

19:25 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer