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Klimaanlagen und KI treiben Energiebedarf - mehr Atomkraft 24.03.2025, 16:23 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

(neu: IW-Zitate 7. und 8. Absatz)

PARIS (dpa-AFX) - Klimaanlagen, Künstliche Intelligenz und andere Stromfresser haben den weltweiten Energiebedarf im vergangenen Jahr überdurchschnittlich stark steigen lassen. Aufgefangen wird der Extrabedarf vor allem von Solarenergie und Kernkraft, wie die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris mitteilte. Aber auch fossile Brennstoffe bleiben gefragt, vor allem Gas. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Klimaanlagen als "Klimakiller"?

Der Energiebedarf stieg vor allem wegen der Nachfrage nach Strom, die im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent zulegte. Der Zuwachs fällt damit fast doppelt so hoch aus wie im Schnitt der vergangenen zehn Jahre.

Als einen Hauptgrund für die um 1.100 Terawattstunden höhere Nachfrage machen die Fachleute den Gebrauch von Klimaanlagen aus, vor allem wegen extremer Hitze in Indien und China. Immer mehr Menschen leisten sich entsprechende Geräte, und das in einem immer heißeren Weltklima.

Schwellen- und Entwicklungsländer machten mehr als vier Fünftel des absoluten Energiezuwachses aus. Viel Strom floss zudem in Anlagen für Künstliche Intelligenz, Datencenter und in zunehmend elektrisch angetriebene Transportmittel, wie die IEA mitteilte.

Kernenergie wieder gefragt - nicht nur in Asien

Aus Sicht von Claudia Kemfert, Energieökonomin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), müssen die Nationen alles daran setzen, beim Einsatz von Klimaanlagen und KI auf Effizienz zu achten. "Die Kosten erneuerbarer Energien sinken immer weiter, sodass der Strom-Mehrbedarf ausschließlich durch preiswerteren Erneuerbare-Energien-Strom gedeckt werden kann", sagte sie. Auf ihren Ausbau müsse auch Deutschland setzen. Kernkraft sei teuer und risikoreich und deshalb keine Alternative.

Weltweit erlebt die Kernkraft hingegen eine Art Renaissance: Sechs neue Meiler wurden fertiggestellt, zwei allein in China. Die weltweit neu installierte Leistung lag damit um ein Drittel höher als im Vorjahr. Mit den USA, Großbritannien und Frankreich bauten auch drei G7-Staaten ihre Kapazitäten aus. Deutschland ist aus der Atomenergie ausgestiegen.

Der hohe Zuwachs ergebe sich allerdings auch aus der geringen Zahl neu angeschlossener Kernkraftwerke, sagte Andreas Fischer, Energieexperte beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW). "Die Anzahl gestarteter Bauprojekte blieb in den vergangenen vier Jahren hingegen weitgehend stabil."

Bedarf an Kohle und Öl steigt - aber langsamer

Der Bedarf an Kohle wächst derweil weiter, allerdings schwächte er sich wie in den Vorjahren ab. Genutzt wird Kohle vor allem zur Verstromung. Das Mini-Wachstum von 1,1 Prozent geht nach Schätzung der IEA voll auf das Konto der Hitzewellen in Asien, die den Bedarf an Raumkühlung in die Höhe trieben.

Noch etwas schwächer fiel das Wachstum für Erdöl aus, auch wegen des Trends zum Elektroauto. In China, lange Zeit der Haupttreiber der Ölnachfrage, ging die Nachfrage nach ölbasierten Kraftstoffen 2024 sogar zurück. Die allgemeine Richtung bei Öl und Kohle dürfte sich wegen der Elektrifizierung weiter fortsetzen, sagte Fischer - auch wenn ein Rückgang noch nicht erkennbar sei.

Rekorde für Erneuerbare und Gas

Kein anderer Energieträger baute so viel Leistung zu wie erneuerbare Energien, mehr als ein Drittel des Wachstums ging auf ihr Konto. Weit vorn liegt Solarenergie, aber auch Wind- und Wasserkraft legten zu. Gemacht wird das Rennen erneut von China: Das Gros der installierten Erneuerbaren-Leistung ging im vergangenen Jahr hier ans Netz.

Beträchtlich wuchs die Leistung auch in der EU und den USA. "Der starke Ausbau von Solarenergie, Windkraft, Kernkraft und Elektrofahrzeugen weicht die Verknüpfung von Wirtschaftswachstum und Emissionen auf", sagte Exekutivdirektor Fatih Birol.

Die Nachfrage nach Erdgas erreichte wie auch die Erneuerbaren einen Rekordwert. Zum einen, weil es in vielen Ländern statt Öl zur Verstromung genutzt wird. Zum anderen, weil sich die Nachfrage in der Industrie erholt, auch in der Europäischen Union. Der Bedarf nach Flüssigerdgas (LNG), das auch in Deutschland gefragt ist, dürfte nach Angaben der IEA weiter steigen./jcf/DP/jha

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