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Irans Atomanlagen zerstört? Geheimdienst widerspricht Trump 25.06.2025, 14:52 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

TEL AVIV (dpa-AFX) - Die iranischen Atomanlagen sind durch die US-Bombardierung vom Wochenende einem Geheimdienstbericht zufolge weniger stark beschädigt worden, als US-Präsident Donald Trump und Israels Premier Benjamin Netanjahu angegeben haben. CNN und "New York Times" berichteten unter Berufung auf den Bericht, das Atomprogramm sei nur um einige Monate zurückgeworfen worden. Trump wiederum hatte davon gesprochen, die Anlagen seien komplett zerstört.

Den Medien zufolge geht es um eine erste geheimdienstliche Einschätzung. Demnach konnte das US-Bombardement Irans unterirdische Atomanlagen nicht komplett zerstören. Beide Medien berufen sich auf mit dem Bericht des militärischen Geheimdienstes (DIA) vertraute Beamte. Zugleich betonen sie, dass weitere Untersuchungen zu anderen Schlussfolgerungen führen könnten.

Trump: "Fake News"

US-Präsident Trump widersprach den Medienberichten heftig. Er wies sie als "Fake News" zurück und schrieb, man habe die Atomanlagen "vollständig zerstört". Beim Nato-Gipfel in Den Haag sagte Trump vor Journalisten: "Ich glaube, es war eine totale Auslöschung." Er sprach von einer "perfekten Operation". Den beiden Medien unterstellte er, die Regierung schlecht aussehen lassen zu wollen.

Der Geheimdienstbericht geht der "New York Times" zufolge davon aus, dass der Iran seinen Bestand an angereichertem Uran vor den Angriffen an andere Orte verlegt hat. Trump widersprach: "Ich glaube, sie hatten keine Chance, etwas herauszuholen, weil wir schnell gehandelt haben."

Er setzt nach eigenen Angaben darauf, bald Informationen aus Israel zum genauen Ausmaß der Aktion zu erhalten - auch deshalb, weil Netanjahu Leute vor Ort habe.

Was sagt Israel?

Israels Armee geht wiederum davon aus, dass die Angriffe das iranische Atomprogramm um Jahre zurückgeworfen haben. Nach derzeitiger Einschätzung der Armee wurde das Atomprogramm der Islamischen Republik erheblich beschädigt, wie der israelische Militärsprecher Effie Defrin sagte. Aus Sicht des Militärs sei es aber noch zu früh, um die Auswirkungen auf das iranische Atomprogramm zu beurteilen. Diese würden noch untersucht.

Am Wochenende hatten die USA an der Seite Israels in den Krieg mit dem Iran eingegriffen und iranische Atomanlagen bombardiert.

IAEA legt sich nicht auf zeitliche Perspektive fest

Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) könnte der Iran die Atomanlagen wieder aufbauen - auf einen zeitlichen Horizont wollte Behördenchef Rafael Grossi sich allerdings nicht festlegen. Das Land habe das nötige technische Wissen und die nötige industrielle Kapazität, betonte er. Zudem hätten manche Teile der iranischen Atom-Infrastruktur die Attacken überstanden.

Zur Frage, ob die Angriffe Israels und der Vereinigten Staaten das Atomprogramm um Jahre oder nur um Monate zurückgeworfen hätten, wollte sich Grossi nicht äußern. "Ich mag den Ansatz nicht, dies wie mit einer Sanduhr zu betrachten", sagte er. Nun gehe es darum, mit dem Iran an langfristigen Lösungen zu arbeiten.

Einige IAEA-Inspektoren waren trotz der Angriffe Israels und der Vereinigten Staaten im Iran geblieben, konnten aber die Atomanlagen nicht besuchen. Die IAEA ist vor allem daran interessiert, den Verbleib von beinahe waffenfähigem Uran im Iran zu verifizieren.

IAEA: Atom-Inspektionen hat oberste Priorität

Die Wiederaufnahme der Nuklear-Inspektionen im Iran hat nach Ansicht Grossis nun oberste Priorität. Er räumte jedoch ein, dass die Untersuchung von kriegsbeschädigten Anlagen schwierig sei.

Das Parlament in Teheran hatte zuvor beschlossen, dass die Zusammenarbeit mit der IAEA in Wien vorübergehend ausgesetzt werden soll, wie der Staatssender IRIB berichtete. Doch dafür müssten noch zwei wichtige Gremien zustimmen: der iranische Sicherheitsrat und der Wächterrat. Grossi äußerte sich nicht explizit zu diesem möglichen Schritt.

Der Iran besitzt einem IAEA-Bericht zufolge unter anderem mehr als 400 Kilogramm Uran mit einem beinahe waffentauglichen Reinheitsgrad von 60 Prozent. Das Uran war bislang in Anreicherungsanlagen in Natans und Fordo hergestellt worden. Nach Angaben von Diplomaten könnten damit einige Atomwaffen hergestellt werden, falls das Material noch weiter auf 90 Prozent angereichert würde. Teheran beharrt darauf, keine Atomwaffen bauen zu wollen, doch in vielen Ländern wuchs zuletzt die Sorge, dass die Islamische Republik immer näher an die Fähigkeit rückt, Kernwaffen bauen zu können./rin/DP/stw

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