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Jenoptik verdient 2024 operativ mehr - Umfeld bleibt schwierig 12.02.2025, 10:20 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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JENA (dpa-AFX) - Der Technologiekonzern Jenoptik hat im vergangenen Jahr vor allem von einer höheren Nachfrage im Bereich Halbleiterausrüstung profitiert. "Das Jahr 2024 ist für Jenoptik mit Rekordwerten bei Umsatz und Ergebnis erfolgreich verlaufen", sagte Unternehmenschef Stefan Traeger am Mittwoch bei der Vorlage von vorläufigen Zahlen laut Mitteilung. Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds seien die Geschäftsprognose eingehalten und Produktionskapazitäten ausgebaut worden.

Spuren in den Auftragsbüchern hinterließen die Probleme der Automobilindustrie, für die Jenoptik Produktionsausrüstungen liefert. Der Auftragseingang ging 2024 nach Unternehmensangaben um knapp sechs Prozent auf 1,03 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr zurück. Der Auftragsbestand verringerte sich von 745 Millionen auf rund 670 Millionen Euro. Die Aktie verlor im frühen Handel um mehr als drei Prozent und gehörte zu den größten Verlierern im MDax .

Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr gab Traeger noch nicht ab. Das soll erst am 25. März passieren, wenn das Unternehmen seine Jahresbilanz veröffentlicht. Die Ziele für 2026 bestätigte der Vorstand. Allerdings waren diese ursprünglich bereits für das laufende Jahr geplant gewesen.

2024 kletterte Umsatz im Jahresvergleich um 5,0 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 6,0 Prozent auf etwa 222 Millionen Euro. Die entsprechende Marge erhöhte sich von 19,7 auf etwa 19,9 Prozent. Während der Konzern operativ etwas besser abschnitt als von Analysten erwartet, traf er in etwa die Erwartungen beim Umsatz.

Nach Einschätzung von Analyst Olivier Calvet von der Schweizer Großbank UBS sind die Zahlen gemischt ausgefallen. Der Zulieferer für die Halbleiter- und Optikbranche habe zwar mit Umsatz und operativem Ergebnis (Ebitda) die Konsensschätzungen übertroffen, der Auftragseingang sei aber hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Baader-Analyst Peter Rothenaicher verwies ebenfalls auf einen schwächeren Auftragseingang, aber auch auf eine sehr solide operative Marge.

Das allgemeine Marktumfeld sei aber gegenwärtig durch überdurchschnittlich hohe Unsicherheiten geprägt, die sich auch in der ersten Jahreshälfte 2025 fortsetzen dürften, teilte das Unternehmen in Jena weiter mit. In Bezug auf die für Jenoptik wichtige Halbleiterausrüstungsindustrie werde unverändert von einem Aufschwung in der zweiten Jahreshälfte 2025 ausgegangen.

Das aus dem Carl-Zeiss-Konzern hervorgegangene Unternehmen treibt seinen Umbau zur Photonik seit einigen Jahren voran. Der Konzern fokussiert sich auf bestimmte Wachstumsmärkte, zu denen er Halbleiter und Elektronik sowie Medizintechnik, Biowissenschaften und Smart Mobility zählt.

Jenoptik hatte sich 2022 von seiner Militärtechniksparte Vincorion getrennt. Sie ging an die Private-Equity-Gesellschaft Star Capital. Im Gegenzug stärkte sich die Gruppe durch mehrere Übernahmen: Hinzu kam unter anderem Trioptics, ein Anbieter optischer Messsysteme. Der Bau einer neuen Fabrik für Halbleiterausrüstung in Dresden soll im laufenden Jahr abgeschlossen werden.

Auf der Verkaufsliste steht noch der Automatisierungsspezialist Prodomax. Die Beteiligung wird im Segment der nichtphotonischen Portfoliounternehmen geführt, zu denen auch der Industriemesstechnik-Anbieter Hommel-Etamic gehört. Diese Tochter soll mittlerweile Teil der Gruppe bleiben. Zuvor hatte Jenoptik sich auch hier die Optionen offen gehalten, dass die Weiterentwicklung von Hommel-Etamic außerhalb des Konzerns erfolgen könnte.

Jenoptik beschäftigt nach bisherigen Angaben rund 4.700 Menschen und gehört zu den wenigen börsennotierten Technologieunternehmen in Ostdeutschland. Das Kerngeschäft sind optische Systeme, Laser und Messtechnik für verschiedene industrielle Anwendungen sowie die Verkehrsüberwachung. Den größten Teil seines Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen im Ausland./mne/men/stk

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