BERLIN (dpa-AFX) - Nach einem Ansturm auf das neue Förderprogramm für das Laden von Elektroautos mit Solarstrom sind die Mittel am ersten Tag ausgeschöpft worden. Anträge können nicht mehr gestellt werden. Insgesamt wurden nach Angaben der staatlichen Förderbank KfW rund 33 000 Anträge bewilligt. Die vom Bundesverkehrsministerium gewährten 300 Millionen Euro für dieses Jahr seien damit ausgeschöpft, teilte die KfW in der Nacht zum Mittwoch mit. Antragsteller haben nun zwei Jahre Zeit, ihre Vorhaben umzusetzen. Wenn alle Kriterien des Programms erfüllt sind, wird das Fördergeld ausgezahlt.

Die hohe Nachfrage führte am Dienstag zeitweise zur Überlastung des KfW-Kundenportals. Für die Förderung stehen insgesamt 500 Millionen Euro bereit. Es gilt das "Windhundprinzip": Anträge wurden solange angenommen, solange Geld im Topf war. Während das Volumen nun bei 300 Millionen Euro lag, sollen weitere 200 Millionen im kommenden Jahr hinzukommen. Sobald weitere Haushaltsmittel zur Verfügung stehen, will die KfW in ihrem Newsletter darüber informieren.

Zuschuss von bis zu 10 200 Euro

Nach Angaben eines KfW-Sprechers wurden in der Vergangenheit bei ähnlichen Programmen nicht alle Zuschüsse ausgezahlt, die beantragt wurden. "In einigen Fällen haben es sich in Antragsteller möglicherweise anders überlegt. Teilweise dürften auch die Kriterien des Programms nicht erfüllt worden sein." Das nicht ausbezahlte Geld fließe an das Ministerium zurück.

Gefördert werden der Kauf und die Installation einer Ladestation für Elektroautos in Kombination mit einer Photovoltaikanlage und einem Solarstromspeicher. Im Rahmen des Programms "Solarstrom für Elektroautos" gibt es einen Investitionszuschuss von bis zu 10 200 Euro - für Eigentümerinnen und Eigentümern von selbstgenutzten Wohngebäuden, die ein Elektroauto besitzen oder zum Zeitpunkt des Antrags ein E-Auto bestellt haben.

Die Höchstsumme kann nur erhalten, wer den Akku seines Fahrzeugs auch zum Entladen freigibt. Der Akku kann so als kleiner Teil einer Reserve dienen, aus dem im Bedarfsfall auch Strom zurück ins Netz fließen kann oder im eigenen Haus genutzt wird.

Überwältigender Zuspruch

Für das Programm konnten seit Dienstag Anträge online gestellt werden. Die KfW verarbeitete den Angaben zufolge innerhalb der ersten zehn Stunden - trotz zeitweise überlasteter Systeme - deutlich über 20 000 Anträge. Von der Öffnung des Programms um 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr seien mehr als 190 000 Besucher verzeichnet worden. Knapp 66 000 Benutzer hätten sich seither registriert.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing sprach von einem "überwältigendem Zuspruch". Das Förderprogramm treffe offensichtlich den Nerv der Bevölkerung. Durch das Laden am eigenen Wohngebäude werde der Bedarf für öffentliches Laden verringert, das Stromnetz entlastet und Bürgern ermöglicht, Energiekosten einzusparen./mar/DP/nas