Boom um KI und Rüstung

Start-ups bekommen mehr Geld 19.11.2025, 00:01 Uhr von dpa Jetzt kommentieren: 0

Deutsche Start-ups kommen inmitten des Booms um Künstliche Intelligenz und Rüstung wieder leichter an Kapital. Techfirmen hierzulande dürften dieses Jahr rund 7,4 Milliarden Dollar (etwa 6,4 Mrd. Euro) von Investoren erhalten und damit gut zehn Prozent mehr als 2024, schätzt der Londoner Risikokapitalgeber Atomico in seinem elften Bericht zur Lage der Gründerbranche in Europa. Damit liege Deutschland auf Platz zwei hinter Großbritannien. Europaweit dürften die Wagniskapitalinvestments um sieben Prozent auf 44 Milliarden Dollar steigen.

 «Technologie ist heute kein bloßer Wirtschaftszweig mehr», sagte Tom Wehmeier, Partner bei Atomico. «Als treibende Kraft formt sie heutzutage unsere Verwaltung, Verteidigung, Energieversorgung, das Bank- oder das Gesundheitswesen.»

Gut ein Drittel (36 Prozent) der europaweiten Gelder entfielen demnach auf Deep Tech und Künstliche Intelligenz. Die Investments in technologische Lösungen für die Rüstungsbranche wuchsen um 55 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar. Vorn lag das Münchner Start-up Helsing, das auf KI für Rüstungsfirmen spezialisiert ist und im Juni rund 660 Millionen Dollar einsammelte. 

Mehr Investoren aus Deutschland

Auch bei den Investoren sieht Atomico Deutschland im Aufwind: Habe 2024 London bei Wagniskapital dominiert und acht der zehn größten Wagniskapitalfonds in Europa beheimatet, seien dieses Jahr gleich drei deutsche Fonds in die Top Ten vorgestoßen.

In Europa dürften 2025 rund 14 Milliarden Euro in KI fließen, es seien Vorreiter entstanden wie der Kölner Übersetzungsdienst DeepL und Aleph Alpha aus Heidelberg sowie die Softwarefirma Lovable aus Stockholm. Allerdings seien die USA weit enteilt: Dort würden dieses Jahr rund 146 Milliarden Dollar in KI investiert und damit mehr als das Zehnfache.

USA weit vorne

Zwar liege Europa bei den Gründungen auf Augenhöhe mit den USA, doch es mangle an Wagniskapital. Sobald Techfirmen größer würden, nähmen die Abwanderungsgedanken Richtung USA zu mit ihren großen Investoren. So lägen die Wagniskapitalinvestitionen von Pensionsfonds in Europa um das Dreifache unter dem Niveau in den USA. Besonders groß sei das Problem im deutschsprachigen Raum.

Europa zersplittert 

Europa müsse Unternehmertum positiver besetzen, fordert Atomico. Derzeit arbeiteten nur 20 Prozent der Großunternehmen mit Start-ups zusammen, in den USA seien es 50 Prozent. Und in Europa gingen neun Prozent der öffentlichen Aufträge in Innovationen verglichen mit 20 Prozent in den USA.

Zudem sei Europa zersplittert in nationale Vorschriften. Nötig sei ein einheitlicher Rahmen, der es Gründern ermögliche, «innerhalb von 48 Stunden digital zu gründen, Kapital einzusammeln und nahtlos grenzüberschreitend zu agieren».

© dpa-infocom, dpa:251119-930-310788/1

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
News-Kommentare
Thema
1 ROUNDUP: Linke ebnet Weg zur Verabschiedung des Rentenpakets Hauptdiskussion
2 EU einig über Komplettverzicht auf Gas aus Russland Hauptdiskussion
3 Moskau erklärt Pokrowsk für erobert Hauptdiskussion
4 Trump hat sich für neuen Fed-Chef entschieden Hauptdiskussion
5 Deutschland und Polen wollen Partnerschaft vertiefen Hauptdiskussion
6 Viele Verbraucher können Phishing-Mails nicht sicher erkennen Hauptdiskussion
7 Unternehmenschefin für Streichung des freien Ostermontags Hauptdiskussion
Alle Diskussionen
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer