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Chinesen sichern sich große Mehrheit an Mediamarkt-Saturn 14.11.2025, 08:57 Uhr von dpa Jetzt kommentieren: 0

Bei der Übernahme von Europas größtem Elektronikfachhändler Mediamarkt-Saturn ist der chinesische E-Commerce-Riese JD.com einen großen Schritt vorangekommen. Die Gesamtbeteiligung der Chinesen am Mediamarkt-Saturn-Mutterkonzern Ceconomy liege inzwischen bei 70,9 Prozent, teilte Ceconomy nach dem Ende einer ersten Annahmefrist in Düsseldorf mit. Eine zweite Annahmefrist läuft nun bis Ende November - bis dahin dürfte der Anteil noch steigen. 

Bei dem Aktienpaket, das JD.Com nun kontrolliert, ist ein Anteil von 25,4 Prozent von Convergenta eingerechnet. Das ist die Beteiligungsgesellschaft der Gründerfamilie Kellerhals - dieses Unternehmen bleibt beteiligt, hat den Chinesen aber vertraglich zugesichert, künftig mit JD.Com zu stimmen. Daher wird dieses Aktienpaket als indirekte Beteiligung von JD.Com gewertet.

Final entschieden ist die Übernahme allerdings noch nicht. Das Bundeskartellamt hat den Deal zwar bereits abgenickt, es fehlt aber noch das grüne Licht des Bundeswirtschaftsministeriums und anderer Regierungen von EU-Staaten, welche die ausländischen Investitionen unter die Lupe nehmen. Außerdem prüft die EU-Kommission noch, ob JD.Com von der chinesischen Regierung subventioniert wird und dadurch der Wettbewerb in Europa beeinträchtigt werden könnte. Abgeschlossen sein könnte die Übernahme Mitte 2026.

Wie groß Ceconomy und JD.Com sind

Ceconomy hat im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 23,1 Milliarden Euro gemacht, ohne Wechselkursschwankungen und Portfolioeffekte war das ein Plus von 5,7 Prozent. Zuletzt zogen die Geschäfte etwas an, im vierten Quartal lag das Umsatzplus den Angaben zufolge bei sieben Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg im Geschäftsjahr 24/25 vorläufigen Berechnungen zufolge um rund ein Viertel auf 380 Millionen Euro. 

Die erste Saturn-Filiale wurde 1961 in Köln eröffnet, der erste Mediamarkt 1979 in München. Die Einzelhandelskette übernahm den Wettbewerber Saturn 1990. Einige Jahre später besaß die Metro AG die Mehrheit an beiden Marken. Das Handelsunternehmen Ceconomy, zu dem die MediaMarktSaturn Retail Group heute zählt, entstand 2017 als Abspaltung von Metro.

JD.com ist eine Nummer größer als Ceconomy, das Unternehmen kam 2024 auf einen Umsatz von knapp 159 Milliarden US-Dollar (aktuell rund 137 Milliarden Euro). Die Firma hat ihren Sitz in Peking, seit mehr als zehn Jahren ist sie an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert. Zu den Konkurrenten am Heimatmarkt China gehören Alibaba und Pinduoduo. In Europa ist JD.Com, das vor allem im Onlinehandel und in der E-Commerce-Logistik aktiv ist, bislang nur in geringem Umfang tätig, etwa mit Onlineshops unter der Marke joybuy.

© dpa-infocom, dpa:251114-930-292017/1

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