Umweltschützer verschenken Kleidung von der Müllhalde 24.11.2025, 18:03 Uhr von dpa Jetzt kommentieren: 0

Umweltschützer haben weggeworfene Klamotten von afrikanischen Müllhalden geholt, um sie im Internet zu bewerben und zu verschenken. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zeigt auf der Webseite www.reclaim-responsibility.de die 40 Shirts, Röcke, Rucksäcke und Westen, Interessenten konnten sie für lediglich eine Portogebühr und ein Pfand für die Mehrweg-Verpackung bekommen. Schon nach kurzer Zeit waren viele der Klamotten vergeben und mit «gerettet» markiert. 

Mit der Aktion weist die DUH anlässlich der Rabattaktion Black Friday auf die Überproduktion von Textilien und Fast Fashion hin - dass also Menschen billige Kleidung kaufen und kaum getragen nach kurzer Zeit wegwerfen. Das Ergebnis dieses Massenkonsums sind Klamottenberge auf Müllhalden in Staaten wie Ghana. Ein großer Teil der Altkleider-Sammlungen in Deutschland landet in Afrika.

Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung

Den Umweltschützern ist Fast Fashion ein Dorn im Auge, schließlich werden damit wertvolle Ressourcen verschwendet und sie führt zu Umweltverschmutzung. «Fast Fashion hat Mode zu Plastik-Wegwerfprodukten gemacht: 70 Prozent der Klamotten bestehen heute aus synthetischen Fasern, von denen weniger als ein Prozent zu neuer Kleidung recycelt wird», moniert die Bundesgeschäftsführerin der DUH, Barbara Metz und appelliert an Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD), die bislang weitgehend unregulierte Massenproduktion auf Kosten von Arbeitskräften und Umwelt wirksam zu begrenzen. 

Mit der anstehenden Umsetzung einer erweiterten Herstellerverantwortung solle das Bundesumweltministerium festlegen, dass die Verantwortung der Hersteller nicht beim Check-out im Online-Shop oder an der Ladentheke ende, sondern bis zum Lebensende eines Produkts reiche, so Metz. Dafür sollte Einnahmen aus der Herstellerverantwortung für einen Fonds genutzt werden, mit dem nachhaltige Geschäftsmodelle gefördert würden.

Klamottensammeln auf Mülldeponien

DUH-Umweltschützerin Viola Wohlgemuth war kürzlich in die Hauptstadt Ghanas, Accra, gereist, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Sie ist zu mehreren Mülldeponien gegangen, um zusammen mit einem lokalen DUH-Partner Kleidungsstücke zu sammeln, zu reinigen und zu reparieren. Sie hat die Produkte, die wahrscheinlich in Europa aussortiert wurden, nach Europa zurückgebracht.

«Die ökologischen und sozialen Auswirkungen von Fast Fashion in Ghana sind verheerend – ehemalige Sandstrände bestehen heute aus Textilmüllbergen», berichtet Wohlgemuth von ihren Reiseeindrücken. Die Modeindustrie bringe Kleidung auf den Markt, die als Plastik-Textil-Mischgewebe unbekannter Zusammensetzung nicht recyclefähig ist. «Das ist praktisch Sondermüll», sagte Wohlgemuth. Das müsse sich dringend ändern. «Schöne Mode darf nicht unsere Umwelt kosten.»

© dpa-infocom, dpa:251124-930-335909/1

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Weitere News

3:01 Uhr • Artikel • dpa

Gestern 23:08 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 23:05 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:34 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:00 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 20:59 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer