VW-Spitze und Betriebsrat stellen sich der Belegschaft 05.02.2025, 03:01 Uhr von dpa Jetzt kommentieren: 0

Das Management und der Betriebsrat von Volkswagen müssen auf der ersten Betriebsversammlung nach ihrer Tarifeinigung im Dezember vor der Belegschaft das vereinbarte Sparprogramm verteidigen.

Sprechen wird neben Betriebsratschefin Daniela Cavallo auch Markenchef Thomas Schäfer. Bei den beiden vorherigen Belegschaftstreffen hatte es heftigen Protest gegen die Sparpläne des Konzerns gegeben, nun muss der harte Sanierungsplan, auf den sich beide Seiten kurz vor Weihnachten einigten, vermittelt werden. 

«Der Tarifkompromiss beinhaltet neben vielen Punktgewinnen für die Arbeitnehmerseite auch Einschnitte, die schmerzhaft sind», räumte Cavallo vor der Versammlung ein. «Zufrieden zu sein mit dem Ergebnis heißt jetzt nicht, dass Jubelstürme angebracht wären.» 

Unternehmen und Gewerkschaft hatten sich am 20. Dezember nach langem Ringen und mehreren Warnstreiks auf ein Sanierungsprogramm geeinigt, das den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2030 vorsieht. Im Gegenzug verzichtet VW auf Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen. Beides hatten IG Metall und Betriebsrat zuvor zu «roten Linien» erklärt. Und auch die von VW gekündigte Beschäftigungssicherung wurde wieder in Kraft gesetzt und sogar bis 2030 verlängert.

Einschnitte in den Tarif

Allerdings, so heißt es in Arbeitnehmerkreisen, leuchte es in Wolfsburg womöglich nicht jedem Mitarbeiter ein, warum er auf Geld verzichten soll, um andere Standorte zu retten. Denn für die Mitarbeiter gibt es spürbare Einschnitte: Um die Personalkosten zu senken, werden Urlaubsgeld, diverse Bonuszahlungen und Zulagen gekürzt oder ganz gestrichen. Lohnerhöhungen liegen vorerst auf Eis. Und die Tarifstruktur des Haustarifs soll ab 2027 angepasst und an den niedrigen Branchentarif angenähert werden.

Anders als bei den vorherigen Betriebsversammlungen, als Cavallo vor allem Widerstand gegen die Sparpläne mobilisiert hatte, dürfte sie dieses Mal daher nicht nur Beifall bekommen. «Ja, die Bäume wachsen künftig nicht mehr so schnell in den Himmel wie früher», räumte sie ein. Zugleich trat sie Befürchtungen entgegen, die neue Tarifstruktur bedeute das Ende des bisherigen Haustarifs. «Das Gegenteil ist der Fall», sagte sie. «Wir haben unseren Haustarif langfristig abgesichert.»

Blume dieses Mal nur als Gast dabei

Konzernchef Oliver Blume wird auf der Versammlung dieses Mal nicht selbst zur Belegschaft sprechen. Er wird zwar als Teilnehmer erwartet, soll aber nicht selbst ans Rednerpult treten. Bei der vorigen Betriebsversammlung im Dezember hatte Blume mitten in der heißen Warnstreikphase noch selbst gesprochen - und war von den Mitarbeitern zeitweise niedergebuht worden.

Der Betriebsrat rechnet erneut mit großem Interesse der rund 60.000 Mitarbeiter im Stammwerk. Vorsorglich soll die Versammlung wieder per Videoleinwand nach draußen aufs Werksgelände übertragen werden, falls die Plätze in Halle 11 nicht ausreichen.

© dpa-infocom, dpa:250205-930-365595/1

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Weitere News
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer