Die Investitionen in Raffinerien sind seit Jahren rückläufig. Nun wird die wieder anziehende Öl-Nachfrage zum Problem. Für Anleger bieten sich hier Chancen, glauben die Experten von Morgan Stanley.

Mit dem Ende der Pandemie steigt auch die Nachfrage nach Rohöl und Ölprodukten wieder an. Die Raffinerien, die das schwarze Gold zu Benzin, Kerosion & Co. weiterverarbeiten, werden dabei zum Flaschenhals, wie eine neue Studie von Morgan Stanley zeigt. Das Problem: Raffinerie-Kapazitäten lassen sich nicht so schnell und flexibel aufstocken. Hinzu kommt: Das Ende der fossilen Energieträger ist am Horizont bereits sichtbar. Zu großen und langfristigen Investitionen seien die Öl-Konzerne deshalb nicht bereit.

Die Investitionen in neue Raffinerien seien schon vor Jahren zurückgefahren worden, unter anderem als Reaktion auf die "Peak Oil"-Debatte. Nachdem die Ölnachfrage durch die Pandemie abflachte, verstärkte sich dieser Trend sogar noch. Seit Ende 2019 werden täglich 1,9 Millionen Barrel weniger verarbeitet, rechnet Morgan Stanley vor. Diese Zahlen beziehen sich auf alle Weltregionen außer China und dem Nahen Osten. Dort sind die Kapazitäten zwar leicht gestiegen, aufgrund von Exportbeschränkungen ändert das jedoch nichts an den globalen Engpässen.

Auch in Russland wurden seit Ausbruch des Ukraine-Krieges die Kapazitäten zurückgefahren. In dieser Gemengelage profitieren die Raffinerien von gestiegenen Margen. Die Analysten haben drei Aktien herausgefischt, die aktuell besonders attraktiv erscheinen. wallstreet:online stellt die Top-Picks der Raffinerie-Aktien vor:

Morgan Stanley Top-Picks
Reliance Industries ISIN: US7594701077
Valero Energy ISIN: US91913Y1001
Repsol S.A. ISIN: ES0173516115

 

Auch dem Rohölpreis sagen die Morgan Stanley-Analysten eine Rallye voraus. Bis zum dritten Quartal 2022 sehen die Experten den Preis auf bis zu 130 US-Dollar pro Barrel klettern.

Zu den Risiken für ihren "Bull-Case" zählen die Autoren der Studie vor allem einen möglichen Abschwung der Weltwirtschaft. Das würde auch die Öl-Nachfrage treffen. 

Autor: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion


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