MAINZ (dpa-AFX) - Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat Kritik der FDP zurückgewiesen, es fehle in der Pandemie-Bekämpfung eine dauerhaft durchhaltbare Strategie. "Das Virus hält sich oft nicht an Strategien", sagte die SPD-Politikerin im Südwestrundfunk (SWR). Im Moment könne niemand sagen, was Anfang Januar sein werde. Die Länderchefs träfen sich Anfang Januar nochmals mit der Kanzlerin und bewerteten die Lage dann neu.

Im ersten Lockdown habe man auch ein Ausstiegsszenario gehabt. Man habe auch im Teil-Lockdown einen Warn- und Aktionsplan gehabt, mit dem man in den Regionen reagiert habe. Ein wichtiger Punkt sei jetzt, bundesweit den Fokus auf die Alten- und Pflegeheime zu legen. "Da ist vieles vielleicht auch zu spät gekommen", sagte Dreyer im SWR2 Tagesgespräch.

Bis Anfang Januar sollte man wieder in die Nähe von 50 Neu-Infektionen pro 100 000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen kommen, aktuell liege die Inzidenz bei 176. Vor allem in den Alten- und Pflegeheimen müssten die Zahlen runter, so die Ministerpräsidentin.

Im SWR sprach sich Dreyer erneut gegen Grenzschließungen aus. Außerdem sieht die Ministerpräsidentin keine Notwendigkeit für verschärfte Ausgangsbeschränkungen in Rheinland-Pfalz so wie sie in Baden-Württemberg und Bayern gelten. In Ludwigshafen und Speyer aber gibt es bereits nächtliche Ausgangssperren./irs/DP/stw