NÜRNBERG (dpa-AFX) - Die Arbeitnehmer in Deutschland haben im dritten Quartal dieses Jahres so wenig gearbeitet wie noch nie in einem vergleichbaren Zeitraum eines Jahres. Zwischen Anfang Juli und Ende September 2020 kamen nach Erkenntnissen des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung im Durchschnitt 344,9 Arbeitsstunden pro Arbeitnehmer zusammen. Das sind 2,6 Prozent weniger als im gleichen Quartal des Vorjahres, wie das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag bekanntgab.

Gegenüber dem zweiten Quartal des Corona-Jahres 2020 ist das Arbeitsvolumen wegen des Rückgangs der Kurzarbeit dagegen saisonbereinigt um 5,4 Prozent gestiegen, teilte das IAB weiter mit. Trotzdem habe die Zahl der Kurzarbeiter im dritten Quartal mit 2,6 Millionen Menschen auf einem noch immer außerordentlich hohen Niveau gelegen.

Insgesamt leisteten die Arbeitnehmer in Deutschland im dritten Quartal 15,42 Milliarden Arbeitsstunden. Trotz der Verbesserung gegenüber dem zweiten Quartal sei der Rückgang des gesamtwirtschaftlichen Arbeitsvolumens noch immer beträchtlich, sagte IAB-Forscher Enzo Weber. "Beim Bruttoinlandsprodukt gab es im dritten Quartal zwar ein Rekordwachstum von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Arbeitsmarkt braucht aber noch mehr Schub, um aus der Krise zu kommen", betonte Weber./dm/DP/jha