Peking will das Delisting chinesischer Unternehmen von den US-Börsen verhindern und hat sich bereit erklärt Zugang zu sensiblen Informationen zu ermöglichen. Chinesische Tech-Aktien haussieren.

Die China Securities Regulatory Commission (CSRC), Pekings oberste Finanzaufsichtsbehörde, erklärte am Samstag, dass sie die Vertraulichkeitsgesetze ändern werde. So sollen die an US-Börsen notierten Unternehmen den ausländischen Aufsichtsbehörden sensible Finanzinformationen zur Verfügung stellen können. Die aktuell bestehenden Regeln, die zuletzt 2009 aktualisiert wurden, seien veraltet, so die CSRC.

Wie die Financial Times berichtet, ist dies der bisher bedeutendste Schritt Pekings in dieser Angelegenheit. Es sei zudem die erste größere Regeländerung Chinas, die die Offenlegung von Finanzinformationen außerhalb des Landes erlaubt.

Die Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde erklärte vergangenen Monat, dass Chinas größte Unternehmen, darunter Baidu und Yum China, drei Jahre Zeit hätten, um detaillierte Prüfungsunterlagen vorzulegen. Dies hatte zu einem starken Abverkauf der Aktien geführt.

In den USA sind rund 270 chinesische Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von insgesamt über zwei Billionen US-Dollar notiert. Der Nasdaq Golden Dragon China Index, der chinesische Blue-Chip-Aktien abbildet, hat im vergangenen Jahr etwa die Hälfte seines Wertes verloren.

Die chinesischen Behörden versuchen, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Durch eine Reihe behördlicher Eingriffe und daraus resultierenden katastrophalen Aktienverkäufen, man denke an Didi, wurden die globalen Märkte erschüttert.

Laut Financial Times haben die US-Aufsichtsbehörden erklärt, dass noch keine Einigung unmittelbar bevorsteht, die den Countdown für das Delisting stoppen würde. Nur die vollständige Einhaltung der US-Prüfungsinspektionen würde es chinesischen Unternehmen erlauben, weiterhin an den New Yorker Märkten zu handeln.

Einige Analysten weisen darauf hin, dass bestimmte Unternehmen wie staatliche Unternehmen und Technologiefirmen mit sensibleren Daten letztendlich von der Börsennotierung in den USA ausgeschlossen werden könnten.

Die Anleger scheinen zunächst dennoch erleichtert: Der Hang Seng Tech Index legte am Montag zeitweise um 5,4 Prozent zu und damit so stark wie seit mehr als zwei Wochen nicht mehr. Aktien von Unternehmen, die auch an US-Börsen notiert sind, darunter Bilibili, XPeng und Baidu, zählen zu den Spitzengewinnern.

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion


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