Rund 45 Euro – so viel kostet derzeit eine Bayer (WKN: BAY001)-Aktie (Stand: 04.10.2020). Bereits im Jahr 2001 gab’s die Bayer-Aktie für rund 45 Euro zu kaufen, genau wie kurz nach der Finanzkrise im Jahr 2010. Langfristig hat dieses Unternehmen – abgesehen von der Dividende – also praktisch keinen Mehrwert für die Aktionäre geschaffen.

Viele Anleger denken trotzdem, diese Aktie sei heute ein Schnäppchen, und wollen sich die Bayer-Aktie kaufen. Ich gehöre nicht zu diesen Anlegern. Warum das so ist, erfährst du, wenn du weiterliest!

Warum ich mir keine Bayer-Aktie kaufen werde

Für mich persönlich käme die Bayer-Aktie ohnehin nicht infrage, da sich diese Aktie weit außerhalb meines Circle of Competence befindet. Ich kenne weder die Zusammenhänge im Pharmabereich, noch verstehe ich die Wettbewerbsvorteile im Chemiegeschäft und erst recht kann ich die Zukunftsaussichten, Chancen und Risiken von Monsanto nicht ansatzweise bewerten.

Und, nein – mir genügt es nicht zu sagen, dass Bayer ein hervorragendes Unternehmen wegen seiner bekannten Marke und Produkte ist. Klar kenne ich Aspirin – und sicherlich ist dessen Bekanntheit ein Vorteil gegenüber unbekannteren Unternehmen. Alleine darauf würde ich allerdings keinen Investmentcase aufbauen.

Neben diesem doch sehr persönlichem Grund gibt es allerdings auch einige stichhaltigere Gründe, warum ich mir nicht eine einzige Bayer-Aktie kaufen werde.

Grund 1: Schulden, Schulden und noch mal Schulden

Egal ob Apple oder Amazon – viele meiner erfolgreichsten Investments haben eine Sache gemeinsam: Sie standen stets auf gesunden Füßen und haben darauf geachtet, keinen hohen Schuldenberg anzuhäufen. Entsprechend lege ich bei meinen Investments großen Wert auf eine ausgeglichene Bilanz.

Genau damit kann die Bayer-Aktie nicht dienen – im Gegenteil: Der DAX-Konzern ist massiv verschuldet!

Eigenkapitalquote 29,0 %
Cashquote im Verhältnis zu den langfristigen Schulden 6,1 %
Zinsdeckungsgrad Q2 2020 * 4,3

Quelle: Bayer Halbjahresbericht 2020, * außergewöhnliche Belastungen unberücksichtigt

Eine niedrige Eigenkapitalquote, kaum Cash im Verhältnis zu den langfristigen Verbindlichkeiten und ein recht dünner Zinsdeckungsgrad – das sieht für mich nicht sonderlich einladend aus. Versteh mich nicht falsch, Bayer steht sicherlich nicht kurz davor, pleitezugehen.

Quelle: Getty Images

Aber diesen Berg an Schulden wird man noch Jahre mit sich herumschleppen. Und entsprechend lange werden die Zinszahlungen am Gewinn von Bayer nagen. Das könnte langfristig die Dividende unter Druck setzten, Investitionen einschränken und entsprechend auf der Bayer-Aktie lasten.

Die massive Verschuldung ist daher der erste Grund, warum ich mir keine Bayer-Aktien kaufen werde.

Grund 2: Wirrer Mischmasch statt klarem Fokus

Gerade habe ich Apple bezüglich seiner Bilanz bereits gelobt – und auch beim zweiten Punkt gibt der iPhone-Konzern aus Cupertino ein Paradebeispiel ab. Mit einem extrem fokussierten Produktportfolio – nämlich Unterhaltungselektronik – wurde Apple vom Pleite-Kandidaten zum wertvollsten Konzern der Welt.

Wer eine Sache perfektionieren will, der sollte sich auf sehr, sehr wenige Dinge konzentrieren. So wie Apple das eben in den letzten 15 Jahren getan hat. Bei Bayer sieht das Ganze etwas anders aus. Während die Bereiche „Pharmaceuticals“ und „Consumer Health“ zumindest noch einigermaßen in dieselbe Richtung gehen, beschäftigt sich „Crop Science“ mit einer völlig anderen Art von Produkten.

Gesundheit und Agrarwirtschaft haben nun wahrlich nicht viel miteinander zu tun, da stimmst du mir sicherlich zu. Entsprechend gibt es hier wohl auch nur wenig Synergien zu heben, man dürfte kaum voneinander profitieren.

Auf der anderen Seite geht in so einer Konstellation der Fokus verloren. Wo wird mehr investiert? In welchem Geschäft werden die besten Leute eingesetzt? Auf welchen Bereich konzentriert sich der gemeinsame CEO stärker? All diese Punkte bergen das Risiko von Kompromissen – und die führen bekanntlich selten zur Perfektion.

Genau die braucht es aber für eine erfolgreiche Entwicklung an der Börse. Genau deshalb investiere ich lieber in Unternehmen wie Apple und weniger gerne in Unternehmen wie Bayer. Noch ein Grund für mich, mir keine Bayer-Aktie zu kaufen!

Grund 3: Völlig unklare Zukunftsaussichten

Man mag über den Monsanto-Zukauf denken, was man will, eine Sache kann man jedoch kaum infrage stellen: Wenn wir die weiter wachsende Weltbevölkerung ernähren möchten, dann braucht es Lösungen. Bayer sorgt gemeinsam mit Monsanto dafür, Saatgut zu verbessern, die Ernteerträge zu optimieren und stellt somit die Versorgung von uns allen sicher.

In diesem Bereich sollte also durchaus Wachstumspotenzial vorhanden sein, insbesondere da man nach dem Monsanto-Deal ein führender Player in diesem Bereich geworden ist. Ganz anders sehe ich hingegen den Healthcare-Bereich. Klar könnte auch dieses Segment von einer wachsenden Weltbevölkerung profitieren. Es gibt aber genügend starke Konkurrenten, die in meinen Augen ähnliche Produkte herstellen wie Bayer.

Ob sich die Leverkusener da wirklich dauerhaft durchsetzen können?

Ganz ehrlich: Ich kann das nicht ansatzweise abschätzen – nicht mal ein bisschen! Für mich sind die Zukunftsaussichten dieses Unternehmens damit kaum vorhersehbar, weshalb ich mir definitiv keine Bayer-Aktie kaufen werde.

Was man statt der Bayer-Aktie kaufen könnte

Schaut man sich die magere Performance der letzten Jahre an und bedenkt die Risiken, die aufgrund der hohen Schulden, des wenig fokussierten Geschäftsmodells und der unklaren Zukunftsaussichten bei Bayer lauern, so fällt mein Fazit eindeutig aus: Bevor ich mir die Bayer-Aktie kaufen würde, investiere ich definitiv lieber in einen Welt-ETF!

Ein solcher hat die Bayer-Aktie nämlich in der Vergangenheit hinter sich gelassen – und ein Welt-ETF birgt aufgrund seiner weltweiten Streuung deutlich weniger Risiken, als das bei Bayer der Fall ist.

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Thomas Brantl besitzt Aktien von Amazon und Apple. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und Apple und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2022 $1940 Call auf Amazon und Long January 2022 $1920 Call auf Amazon.

Motley Fool Deutschland 2020

Autor: Thomas Brantl, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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