Die Konsumgütersparte von GSK soll im Juli an die Börse gehen. Gleichzeitig gab der Konzern die Übernahme des Biotech-Spezialisten Affinivax bekannt. Die Briten wollen auf dem Impfstoff-Markt wieder angreifen.

In der Sparte Consumer Healthcare des Pharma-Riesen finden sich unter anderem beliebte Alltagsmarken wie Dr. Best Zahnpasta oder Voltaren Schmerzgel. Der Geschäftsbereich war 2019 in einem Deal mit dem US-Konzern Pfizer zu einem Joint Venture zusammengelegt worden.

Anfang des Jahres hatte der Konsumgüter-Konzern Unilever ein 60-Milliarden-Euro-Angebot für das Konsumgütergeschäft auf den Tisch gelegt – doch die Briten lehnten das Angebot als zu niedrig ab. Nun also soll das Geschäft unter dem Namen Haleon an die Börse gebracht werden. GSK hält bislang 68 Prozent an dem Joint Venture und möchte 80 Prozent dieser Beteiligung am Kapitalmarkt veräußern.

Positiv äußerte sich DZ-Bank-Analyst Elmar Kraus: "Mit der Bekanntgabe des detaillierten Zeitplans für die Abspaltung der Konsumenten-Sparte Haleon hat GSK nun den Endspurt eingeläutet. Die gestrige Veröffentlichung der Übernahme von Affinivax unterstreicht die hochfliegenden Ambitionen in Bezug auf innovative Impfstoffe."

Bis zu 3,3 Milliarden US-Dollar lässt sich GSK die Übernahme von Affinivax kosten. Damit setzen die Briten ein Zeichen, dass sie auf dem Gebiet wieder zu alter Stärke zurückfinden wollen.

GSK war bis zum Jahr 2020 noch der weltgrößte Hersteller von Impfstoffen. Durch die Corona-Pandemie wurden die Karten jedoch neu gemischt. GSK hat für seinen gemeinsam mit Sanofi entwickeltes Vakzin bislang noch keine Zulassung erhalten. Auch ein Impfstoff-Projekt mit dem Tübinger Unternehmen Curevac steckt noch in der klinischen Entwicklung.

"Mit Hilfe einer Sonderdividende stärkt GSK gleichzeitig seine Bilanz für den anstehenden 'Alleingang' als Spezialist für Biopharmazeutika und innovative Impfstoffe", schreibt Analyst Kraus. "Auf dem aktuellen Niveau scheint die Bewertung derzeit nahezu ausgereizt." Er rät deshalb zum Halten der Aktie – Kursziel: 18 Pfund.

Autor: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion


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