Neben dem Corona-Jahr 2020 hat E.ON auch Neuverteilung der Geschäfte mit RWE hinter sich gebracht. Wie steht´s nun mit der Bilanz und reagiert die Börse darauf? 

E.ON-Aktie im Aufwärtstrend

Gegenwärtig liegt der Kurs des Energieunternehmens in Frankfurt bei 9,07 Euro. Der Schlusskurs am vorangegangenen Handelstag notierte noch bei 8,83 Euro. Für E.ON folgt dieser Gewinn dem Aufwärtstrend der letzten Tage. Aktuell befindet sich der Konzern mit einem Anstieg von 2,72 Prozent  im oberen Drittel des DAX.

Eineinhalb Stunden vor Börsenschluss betrug das Handelsvolumen 7.287.927 Aktien. Am vorangegangenen Handelstag wurden insgesamt 7.663.475 Papiere gehandelt und die E.ON SE-Aktie lag 16,62 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 10,81 Euro. Das 52-Wochen-Tief lag bei 7,94 Euro.

Da der Börsenwert des Unternehmens 23,23 Milliarden Euro beträgt, hat es eine Gewichtung  von 1,57 Prozent bei der Berechnung des DAX.  E.ON beschäftigt aktuell circa 43.000 Mitarbeitende und belegt im wichtigsten deutschen Börsenindex nun den 20. Platz. 

Erste Bilanz nach dem RWE-Deal

Das vergangene Jahr war auch für E.ON ereignisreich. Das Energieunternehmen hat nicht nur die Verhandlungen mit seinem Branchenkollegen RWE endgültig abgeschlossen. Auch die Corona-Pandemie hat sich vor allem zu Beginn auf den Energie-Experten ausgewirkt. Der erste Lockdown hatte eine sinkende Stromnachfrage zur Folge. Dies wurde besonders bei der Veröffentlichung der Zahlen im November 2020 deutlich. 

Allerdings vermeldete der Vorstand zu diesem Zeitpunkt schon, dass die Strommenge sich wieder eingependelt hätte und auf dem Niveau des Vorjahres sei. Der Finanzvorstand Marc Spieker teilte im Zuge dessen mit: „Unser Geschäftsmodell hat in der Krise seine hohe Resilienz bewiesen“. 

Der Konzern sah also keinen Grund dafür, seine Jahresziele abzuändern. Im Jahr 2020 geht der Konzern von einem bereinigten Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 3,6 bis 3,8 Milliarden Euro und einem bereinigten Überschuss von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro aus. Außerdem bestätigte der Energiedienstleister seine Dividendenpolitik, welche bis zur Ausschüttung im Jahr 2022 weiterhin jedes Jahr um bis zu 5 Prozent zunehmen soll. 

E.ON berichtete des Weiteren im November, dass die Integration von Innogy wie geplant verlaufe.  Das Unternehmen will die vorgesehenen Synergien aus dem RWE-Deal  in Höhe von 740 Millionen Euro ab 2022 sowie rund 780 Millionen ab 2024 erzielen. 

Birnbaum wird zum neuen E.ON-Chef

Ebenso wie beim ehemaligen Rivalen RWE handelt es sich auch bei dieser Bilanz um die letzte des derzeitigen Chefs. Johannes Teyssen ist nur noch bis zum 1. April bei E.ON.  Leonhard Birnbaum, 54 Jahre alt, wird in wenigen Tagen in Essen vom Operativ- zum Vorstandschef aufsteigen. Auch RWE-CEO  Rolf Martin Schmitz wird seine Position aufgeben.

Dies ist das Ende der Karriere der beiden Männer, die den Deal initiiert und den deutschen Energiesektor neu geordnet haben. E.ON konzentriert sich nun ganz auf das Netz und den Verkauf von Strom und Erdgas. RWE hingegen  ist ein reiner Stromerzeuger und Händler geworden. Kleinere Versorgungsunternehmen sind darüber besorgt. Sie befürchten, dass die beiden Energieriesen „mittelständische Wettbewerber aus dem Markt drängen“ könnten. In zwei vom Gericht der Europäischen Union eingereichten Klagen versuchten sie, die Genehmigung der Transaktion durch die Brüsseler Kommission rückwirkend aufzuheben.