Die gestrige Leitzinsentscheidung der US-Notenbank samt begleitenden Kommentaren würfelte die Märkte gehörig durcheinander. Auf den ersten Blick mögen die Reaktionen womöglich verwundern, doch auf den zweiten Blick eben nicht.

Sonderlich zu befürchten hatte man eigentlich nichts. Die US-Notenbank bereitete bereits in den Vorwochen die Märkte auf ihren Ausstieg aus ihrer restriktiven geldpolitischen Marschroute vor. Und auch die jüngsten Preisdaten übten keinen Druck auf die FED aus. Insofern schaute man dem Termin zwar mit einer gewissen Restanspannung entgegen, aber im Großen und Ganzen eben doch gelassen...

Die US-Notenbank beließ wie erwartet ihre Leitzinsen unverändert. Einen Zinsschritt auf der März-Sitzung hatte ohnehin kaum jemand erwartet. Viel spannender war da schon zu beobachten, welche Strategie sich die FED für den Rest des Jahres zurechtgelegt haben würde. Trotz der in den Vorwochen kolportierten deutlich flexibleren und gleichzeitig weniger restriktiven Marschroute für 2019  standen ja noch immer zwei Zinsschritte im Jahr 2019 irgendwie im Raum. Nach den gestrigen Kommentaren aus den Reihen der FED haben sich die Markterwartungen verschoben. Man geht nunmehr davon aus, dass die FED in 2019 keinen Zinsschritt unternehmen wird und allenfalls im nächsten Jahr erst wieder aktiv werden könnte. Das war das erste "Geschenk" für die Märkte. Das zweite war dann, dass sie ihr Programm zur Bilanzreduzierung ab dem Herbst wohl auf Eis legen wird. D.h., dass den Märkten dann keine Liquidität mehr über diesen Weg entzogen wird. Ab Mai dieses Jahres soll der Bilanzabbau bereits weniger straff vollzogen werden. Eigentlich könnte man nun annehmen, dass die Märkte ob dieser Entwicklungen in einem Freudentaumel ausbrechen würden, doch die Freude darüber währte nur kurz und wich rasch einer gewissen Skepsis. Die zentrale Frage: Schießt die US-Notenbank mit Kanonen auf Spatzen oder hat sie vielleicht bereits Hinweise darauf, dass der US-Wirtschaft auf absehbare Zeit womöglich Ungemach drohen könnte und agiert aus diesem Grund so? Ein Blick auf die jüngste Entwicklung an den Finanzmärkten zeigt deutlich, wie diese Frage mittlerweile mehrheitlich beantwortet wird. Die US-Aktienmärkte zuckten in einer ersten Reaktion nur kurz gen Norden, konnten dann aber ihre Gewinne nicht halten. Der US-Dollar geriet unter Druck und der Goldpreis stieg.

Aktuell notiert das Edelmetall bei 1.317 US-Dollar. Damit konnte es sich entscheidend von den psychologisch wichtigen 1.300 US-Dollar lösen. Ein wichtiger Widerstand ist bei 1.315 US-Dollar zu finden. Noch ist das Kaufsignal vergleichsweise zaghaft. Das könnte sich aber noch entwickeln... Ein Test des letzten Verlaufshochs im Bereich von 1.350 US-Dollar erscheint nunmehr möglich. Ein Rücksetzer unter die 1.300er Marke würde das bullische Szenario freilich wieder abkühlen, wobei die aus charttechnischer Sicht entscheidende Unterstützung aus unserer Sicht unverändert bei 1.280 US-Dollar liegt.


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