FRANKFURT (dpa-AFX) - Vier ehemalige Vorsitzende der amerikanischen Notenbank Fed haben sich in einem Zeitungsbeitrag gegen politischen Druck auf die Zentralbank ausgesprochen. Insbesondere plädieren sie dafür, die Unabhängigkeit der Zentralbank zu achten und Drohungen zu unterlassen, Notenbankchefs zu entlassen oder zu degradieren. Der Artikel ist im "Wall Street Journal" (Dienstagausgabe) erschienen. Er darf als Kritik an den zahlreichen Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den aktuellen Fed-Chef Jerome Powell verstanden werden.

"Wir sind uns einig, dass es der Fed und ihrem Vorsitzenden gestattet sein muss, unabhängig und im besten Interesse der Wirtschaft zu handeln, frei von kurzfristigem politischem Druck und insbesondere ohne die Drohung der Entlassung oder Herabstufung von Fed-Vorsitzenden aus politischen Gründen", schreiben die ehemaligen Fed-Chefs Janet Yellen, Ben Bernanke, Alan Greenspan und Paul Volcker. Die Historie zeige, dass eine Volkswirtschaft am besten funktioniere, wenn die Notenbank politisch unabhängig sei. Ansonsten drohten eine höhere Inflation und schwächeres Wirtschaftswachstum.

Die ehemaligen Fed-Chefs erwähnen weder US-Präsident Trump noch Fed-Chef Powell namentlich. Allerdings ist klar, auf wen ihr Artikel gemünzt ist: Seit etwa einem Jahr überzieht Trump die Fed und ihren Chef mit teils harscher Kritik. Hauptsächlich moniert Trump die aus seiner Sicht zu hohen Leitzinsen, die das Wachstum bremsten. Wiederholt hat Trump gedroht, Powell zu entlassen oder zu degradieren. Viele Fachleute bezweifeln, dass eine Entlassung oder Degradierung Powells aus rein geldpolitischen Gründen möglich ist./bgf/mis