BERLIN (dpa-AFX) - Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat Verständnis für strengere Kontaktregelungen über die Weihnachtsfeiertage. "Wenn der harte Lockdown notwendig ist, um Menschenleben zu schützen und die Ausbreitung des Virus zu begrenzen, dann glaube ich, kommen wir an dem harten Lockdown nicht vorbei", sagte Bedford-Strohm dem ARD-Magazin "Kontraste". Man müsse die Empfehlungen der Wissenschaftsakademie Leopoldina nach härteren Regeln ernst nehmen. "Wenn der Schutz des Lebens, wenn die Nächstenliebe, die sich darin ausdrückt, wenn die an oberster Stelle steht und Teil unserer Botschaft ist, dann schließt die Weihnachtsbotschaft ein, dass wir uns an die Regeln halten, die verhindern, dass Menschen sterben."

Bedford-Strohm findet die Idee, während der Feiertage Ausnahmen von den Kontaktbeschränkungen zu machen, grundsätzlich richtig. "Dass an Weihnachten besondere Regeln gelten, ist Ausdruck der Tatsache, dass dieses Weihnachtsfest für die seelische Verfassung der Menschen eine ganz besondere Bedeutung hat." Allerdings zeigte er sich offen, in diesem Jahr auch andere Wege zu suchen. "Wenn ein Risiko besteht, dass aus gottesdienstlichen Versammlungen Leben gefährdet wird, dann bin ich der Allererste, der sagt, lasst es uns nicht machen." Für Familientreffen und auch für Weihnachtsgottesdienste müssten dann zur Not andere, digitale Lösungen gefunden werden. Im Zweifel, sagte Bedford-Strom, müsste die Politik harte Maßnahmen durchsetzen./shy/DP/men