Eli Lilly gehört zu den großen Pharmaunternehmen der Welt. Wenig überraschend also, dass der Konzern sich auch mit Lösungen zur Bekämpfung des Coronavirus beschäftigt. Zwar gibt es keinen Lilly-Impfstoff, jedoch soll ein Antikörper-Medikament das Risiko einer Erkrankung drastisch senken. Nun greift auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu und die Aktie schießt am Montag weiter nach oben!

Studienergebnis: Eli Lilly-Antikörper senkt COVID-19-Risiko

In der von Eli Lilly durchgeführten Studie nahmen insgesamt 965 Personen teil. Darunter befanden sich Pflegeheimbewohner und -mitarbeiter, die vorher negativ auf das Coronavirus getestet wurden. Das Ergebnis: Nach acht Wochen war die Wahrscheinlichkeit um 57 Prozent geringer, dass die Teilnehmenden die Corona-Erkrankung entwickeln. 

Wie funktioniert die Therapie?

Anders als die bisher zugelassenen Impfstoffe, handelt es sich hierbei um ein Antikörper-Medikament von Eli Lilly. Die Therapie funktioniert mit dem Antikörpern Bamlanivimab, Casirivimab und Imdevimab (die beiden letzteren sind vom US-Hersteller Regeneron). Diese monoklonalen Antikörper werden im Labor hergestellt. Sie dienen dazu, das Virus nach einer Infektion zu bekämpfen, indem sie es an einem fest definierten Ziel angreifen. 

Eigenen Angaben zufolge strebe der Konzern nur eine Notfallzulassung für dieses Mittel an, um es bei ungeimpften Pflegeheimbewohnern einzusetzen, in deren Heimen es bereits Corona-Ausbrüche gibt. Lilly-Forschungschef Daniel Skovronsky bekräftigt selbst, dass das zwar keine Alternative zu einer Impfung sei, aber eine Option, bei einem Ausbruch. 

Die Bundesregierung sichert sich 200.000 Dosen

Corona-Ausbrüche sind auch in deutschen Pflegeheimen längst keine Seltenheit mehr. Nun hat auch Jens Spahn das Antikörper-Medikament für Deutschland beschafft, um das Virus gezielt in diesen Heimen einzudämmen. Der Bundesgesundheitsminister  teilte  gegenüber der Bild am Sonntag mit, bereits 200.000 Dosen für 400 Millionen Euro gekauft zu haben. 

Allerdings ist das Medikament bisher erst in den USA zugelassen. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) erklärt, dass eine Anwendung in Deutschland nach individueller Nutzen-Risiko-Abschätzung der behandelnden Ärzte erfolgen soll: „Nach vorliegender Studienlage könnte die Medikation möglicherweise dabei helfen, die Virusmenge im Körper zu begrenzen und so einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben“. 

Nach Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts (der zuständigen Bundesbehörde) sei diese Nutzen-Risiko-Abschätzung zulässig, da kein geeigneter genehmigter Behandlungsplan vorliegt, um der Entwicklung eines schweren Krankheitsverlaufs und der Hospitalisierung bestimmter Risikogruppen entgegenzuwirken. Schon in den nächsten Wochen soll das Präparat nach und nach kostenlos an deutsche Krankenhäuser geliefert werden. 

Eli Lilly-Aktie leicht im Plus

Nachdem die  Eli Lilly-Aktie schon am Freitag Anlauf genommen hat, geht es heute für sie nochmal weiter nach oben. Derzeit notiert das Papier mit einem Kursplus von 2,89 Prozent bei 172,90 Euro im Xetra-Handel. Damit wurde das jüngste All-Time-High vom 21.01.2021 bei 168,00 Euro überschritten. Im Verlauf der letzten 20 Tage ist ein stetiger Aufwärtstrend erkennbar. Der Titel gewann in diesem Zeitraum satte 29,60 Prozent an Wert.