Ende gut, alles gut trifft nicht bei Negativzinsen zu. Im Endeffekt ist die Entwicklung natürlich positiv, dass die Strafzinsen in Zeiten der Zinswende vermutlich in Kürze von der Bildfläche verschwinden. Für Sparer ist es jedoch nicht das Ende der Belastungen. Das liegt ganz einfach daran, dass es ein anderweitiges, prägenderes Phänomen gibt.

Selbst wenn wir wieder positive Zinserträge erhalten, so ändert das nichts an der Tatsache, dass unser Geld weniger wert wird. Ende gut, alles gut? Leider kaum möglich. Zumindest, solange die Inflation nicht in eine andere Richtung zeigt.

Ende gut, trotzdem alles schlecht: Negativzinsen

Das Ende der Negativzinsen ist im Endeffekt bloß der Entwicklung bei der Inflation geschuldet. Selbst die europäische EZB möchte mithilfe steigender Zinsen die Teuerung bekämpfen. Es ist in gewisser Weise so etwas wie eine Ultima Ratio. Schließlich würgt man damit auch das Wirtschaftswachstum etwas ab. Trotzdem: Es ist ein guter, richtiger Schritt.

Aber selbst mit positiven Zinsen müssen wir uns der Realität stellen, dass die Bedrohungslage nicht zu Ende ist. Bei einer erneut höheren Inflation von zuletzt bis zu 9,1 % ist es lediglich ein Rechenbeispiel, wie stark wir trotzdem pro Jahr verlieren. Mit 1 % Zinsen (die es noch nicht gibt) würden wir trotzdem über 8 % an Kaufkraft einbüßen. Das heißt, dass das Ende der Ära der Negativzinsen nicht automatisch zu einer Phase des Vermögensaufbaus führt.

Tatsächlich können wir sogar Schattenseiten am Ende der Negativzinsen ausmachen. Girokonten oder Festgeld-Sparen, die wieder eine positive Rendite versprechen, geben uns das lauschige Gefühl, dass wir mit unserem Vermögen hier wenig falsch machen können. Entscheidend ist jedoch, dass es eben nicht nur den absoluten Wertverlust gibt. Nein, sondern auch den relativen. Zuletzt sind wir in gewisser Weise gezwungen gewesen, für einen Ausgleich zu investieren.

Eigentlich erst ein Anfang

Das Ende der Negativzinsen ist für mich daher eigentlich erst ein Anfang. Es gilt trotzdem einen Ausgleich gegen die Inflation und die Teuerung und den damit einhergehenden Wertverlust zu erzielen. Jetzt gilt es gerade den neuen Optionen zu entsagen und nicht auf die vermeintliche Sicherheit hereinzufallen.

Keine Frage: Es beginnt zinspolitisch eine neue Zeitrechnung, was jedoch mit der Entwicklung bei der Inflation in einem Kausalzusammenhang steht. Das ist nicht das Ende. Nein, sondern die Probleme haben sich im Grunde nur ein wenig verschoben.

Der Artikel Ende gut, alles gut: Nicht bei Negativzinsen ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst (CMFMrClock)


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