BERLIN (dpa-AFX) - Der Energieverband BDEW fordert eine spürbare und verlässliche Entlastung bei den Strompreisen. Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es ist gut, dass die Bundesregierung mit ihrem Konjunkturprogramm dafür sorgt, dass die EEG-Umlage im nächsten Jahr nicht durch die Decke geht." Die geringfügige Umlagensenkung um 0,25 Cent im nächsten Jahr und um 0,5 Cent im Jahr 2022 sollten aber nur erste Schritte sein. "Die EEG-Umlage sollte gesetzlich auf einem Niveau von maximal 5 Cent eingefroren, die Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum gesenkt werden."

Die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms wäre im nächsten Jahr auf ein Rekordhoch gestiegen - allerdings hat die Bundesregierung bereits eine Deckelung angekündigt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wäre die EEG-Umlage 2021 sonst von derzeit rund 6,8 Cent je Kilowattstunde auf rund 9,6 Cent gestiegen. Die Betreiber der großen Stromnetze wollen die rechnerische Höhe der EEG-Umlage für das kommende Jahr am Donnerstag bekanntgeben.

Damit die Strompreise nicht stark steigen, hatte die Bundesregierung schon beschlossen, dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde begrenzt wird und im Jahr 2022 auf 6,0 Cent. Das kostet rund elf Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt.

Andreae sagte, durch eine weitergehende Deckelung der EEG-Umlage und einer Senkung der Stromsteuer könnten gleich mehrere Ziele erreicht werden. "Zum einen würde es alle Haushalte in Deutschland beim Strompreis entlasten. In Zeiten, in denen die staatlichen Abgaben und Umlagen über die Hälfte des Strompreises ausmachen, wäre das ein wichtiges Signal an die Verbraucher. Zum anderen würden umweltfreundliche strombasierte Anwendungen wie die Elektromobilität oder Wasserstoff wettbewerbsfähiger gegenüber fossilen Energieträgern wie Heizöl, Benzin oder Diesel werden."

Die milliardenschwere EEG-Umlage wurde zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne eingeführt. Sie macht ungefähr ein Viertel des Strompreises aus und finanziert die festen Vergütungen, die Ökostrom-Produzenten für die Einspeisung ihres Stroms bislang unabhängig vom Marktpreis bekommen.

Mit den Einnahmen aus der Umlage wird die Differenz zwischen dem an der Börse ermittelten Strompreis und den garantierten Zahlungen an die Ökostromproduzenten ausgeglichen. Weitere Bestandteile des Strompreises für Privatkunden sind Steuern, andere Abgaben und Umlagen sowie Produktionskosten und die Netzentgelte./hoe/DP/stk