Biontech und Pfizer haben mit ihrer Impfstoff-Allianz Geschichte geschrieben. Nun folgt eine Fortsetzung: Die Entwicklung eines mRNA-Impfstoffes gegen Gürtelrose. Sie konkurrieren gegen Marktführer GlaxoSmithKline.

Biontech und Pfizer arbeiten gemeinsam an der Entwicklung eines Boten-RNA-Impfstoffes gegen Gürtelrose. Das Mainzer Unternehmen und sein US-amerikanischer Partner hoffen, an ihrem Erfolg mit dem Vakzin gegen Covid-19 anknüpfen zu können. Biontech steuert dabei seine mRNA-Technologie und Pfizer seine Antigenforschung bei. Erste klinische Studien sollen in der zweiten Jahreshälfte beginnen. Zuvor hatte Pfizer angedeutet, dass es die Entwicklung des mRNA-Impfstoffs allein vorantreiben könnte.

GlaxoSmithKline hat bereits 2017 die Marktzulassung für einen proteinbasierten Impfstoff gegen Gürtelrose bekommen. Shingrix hat eine Wirksamkeit von über 90 Prozent. Allerdings hat der britische Arzneimittelhersteller Schwierigkeiten, die Produktion zu steigern, um die Nachfrage zu decken.

Biontech und Pfizer hoffen nun, dass eine auf der mRNA-Technologie basierende Impfung einfacher zu skalieren ist. Biontech-CEO Ugur Sahin erklärte, dass Erwachsene über 50 und gefährdete Bevölkerungsgruppen wie Krebspatienten ein erhöhtes Gürtelrose-Risiko aufweisen: "Unser Ziel ist es, einen mRNA-Impfstoff mit einem günstigen Sicherheitsprofil und hoher Wirksamkeit zu entwickeln, der gleichzeitig leichter skalierbar ist, um einen weltweiten Zugang zu ermöglichen."

Im Rahmen der Vereinbarung zahlt Pfizer 75 Millionen US-Dollar vorab bar an Biontech. Zudem erwirbt der US-Konzern für 150 Millionen US-Dollar zusätzliche Aktien an dem Mainzer Biotech-Unternehmen. Biontech hat darüber hinaus Anspruch auf Erfolgsprämien von bis zu 200 Millionen US-Dollar.

Pfizer erhält eine Vorauszahlung von 25 Millionen US-Dollar für seine Arbeit zur Identifizierung von Antigensequenzen für den Impfstoff. Ebenso wie beim Covid-Vakzin wollen sich die beiden Unternehmen die Entwicklungskosten und den Bruttogewinn aus dem Geschäft teilen. Die globalen Vermarktungsrechte werden überwiegend bei Pfizer liegen. Biontech erhält Vertriebsrechte in Deutschland, der Türkei und einigen noch nicht näher genannten Entwicklungsländern.

Die Aktien der beiden Unternehmen drehen Mittwochnachmittag in einem für Impfstoffhersteller schwierigen Marktumfeld deutlich ins Plus. Die Biontech-Aktie verteuert sich in der Spitze um drei Prozent, während Pfizer-Papiere 1,8 Prozent dazugewinnen.

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion


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